Es grünt so grün, wenn Anselms Worte sprühn!


Quelle: liborius.de

Benediktinerpater Anselm Grün, Meditationsleiter, weltweit populärster christlicher Autor unserer Tage. Seine Bücher zur Spiritualität und Lebenskunst haben Millionenauflagen erreicht. Ein Pseudo-Christ, der seine Beliebtheit dadurch erlangt, dass er seine Botschaften mit kruder Esoterik anreichert und somit die gleiche Schiene bedient wie sein evangelisches Pendant:  unser Dodo-Fliege.

Eine Grün-Essenz fehlt zwar noch im Repertoire des Padres, wenn man jedoch seine unzähligen Engel, Lebenskunst und Co Ergüsse im Text- und Hörformat betrachtet, die immer Abnehmer finden, hat er es auch nicht nötig, zusätzlich Wässerchen zu verkaufen. Da nehme man doch eine seiner CDs mit spirituellem Geschwurbel, beschalle ein Glas Wasser damit und schwupp ist es auch energetisiert. Nun gut, wer jedoch in der Szene so viel Gehör geschenkt bekommen will, wie Fliege und Grün, der muss etwas zum Thema Gesundheit/Krankheit zu sagen haben.

Heute in BR2 in der Rubrik „Gedanken zum Tag“:

Danke für den Tipp jemseneier

„Je mehr wir uns mit anderen vergleichen, desto unzufriedener werden wir. Wir nehmen uns selbst nicht an, sondern meinen, nur wenn wir so gut aussehen würden wie der oder jene, wenn wir so intelligent wie die oder jener wären, wenn wir so viel Geld wie die anderen hätten, dann würde unser Leben gelingen. Aber so kann es gar nicht gelingen. Wir fühlen uns benachteiligt und behindern uns so selbst am Leben. Auf dieses Lebenshindernis antwortet Jesus mit dem Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg. Auch dieses Gleichnis ruft bei vielen Zuhörern Widerspruch hervor. Der Herr darf doch nicht so ungerecht sein. Die ersten Arbeiter haben wirklich elf Stunden gearbeitet und die Hitze des Tages ausgehalten. Wie kann der Herr den Arbeitern, die nur eine Stunde gearbeitet haben, den gleichen Lohn geben? Doch indem wir uns über das Verhalten des Herrn aufregen, entdecken wir unsere eigene Haltung zum Leben … Uns, die wir die Gebote Gottes halten, müsste es doch besser gehen als den anderen, die den ganzen Tag müßig herumstehen und nichts für ihr Leben tun. Indem wir so denken, bekennen wir aber, dass wir eigentlich auch nicht arbeiten möchten, sondern lieber müßig herumstehen. Wir beneiden die, die sich nicht um die Gebote Gottes kümmern, die einfach tun und lassen können, was sie wollen. Doch wir wissen gar nicht, wie es denen geht, die müßig herumstehen: wie langweilig ihr Leben ist, wie sie sich als unnütz und ungebraucht erleben.“

(Entnommen aus: Anselm Grün „Jesus als Therapeut. Die heilende Kraft der Gleichnisse“, Vier-Türme-Verlag, Münsterschwarzach, 2011, S. 26f)

„nicht arbeiten möchten – müßig herumstehen – langweilig – unnütz und ungebraucht“, wirklich nette Atribute, für alle die, die sich nicht um die Gebote Gottes kümmern. Hört sich stark nach einer fetzen Depression an, die jeden befallen haben soll, der dem Glauben abgeschworen hat. Ergo „gottlos depressiv“ und nicht „gottlos glücklich“, tzzzz … Quacksalber Grün hat aber noch mehr zu bieten; als Laie versucht er nicht nur in der Psyche der Menschen rumzupfuschen, nein, er spielt auch Mediziner.

Da Jesus bereits geheilt haben soll, kann es kaum verwunderlich sein, dass sich Theologen berechtigt fühlen, auch noch den letzten Irrglauben zu verbreiten, der den menschlichen Körper von Krankheiten befreien soll und das natürlich auf einem rein geistigen Weg. Bei Anselm, dem Schelm, spricht Gott durch unseren Leib zu uns und wenn die Seele sich gekränkt fühlt, ist der Leib krank, weil natürlich der Körper besser hört als das Ohr. Ausführungen zu einzelnen Krankheiten und Symptomen könnten gut und gerne von Rüdiger Dahlke, dem Krankheit- als- Sprache -der- Seele- Guru, abgeschrieben sein. Grün nutzt jedoch den unschätzbaren Vorteil, dass Gott lenkt, wenn seine Ratschläge und Beten nicht zum gewünschten Erfolg führen sollten und somit unterliegt es dann eben Gottes Willen und Gottes Macht, wenn man letztendlich verreckt. Wer im Einklang mit Gott lebt, ist gesund, weil man aber nie immer im Einklang mit Gott leben kann, ist man eben auch mal krank. Bei so viel banalster Weisheit, muss man sich schon fragen, warum es dann überhaupt Atheisten geben kann, laut Grün müsste diese „Spezies“ im ewigen Krankenstand verweilen, bzw. bereits ausgestorben sein. Weiter auf den Scharlatan-Pater einzugehen, wäre vergeudete Zeit. Leseprobe:  „Gesund mit Leib und Seele“, nein danke, es reicht.

5 Comments

  1. Religion hat schon viel Wunderliches und Bescheuertes produziert. Die geistigen Produkte dieses Benediktinerpaters sind nur eines von vielen ähnlichen Beispielen. Mich wundert schon längst nicht mehr, was aus dieser Ecke kommt. Ich stelle mir in einem solchen Fall aber stets die Frage, ob wir denn tatsächlich im aufgeklärten 21. Jahrhundert leben !? Berechtigte Zweifel an dieser Feststellung sind nicht von der Hand zu weisen.

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  2. Ich habe manchmal unfreiwillig mit dem zu tun, da man mir ungefragt (Mach-)Werke Grüns verehrt. 30 Sekunden Lektüre reichen um mich völlig auf die Palme zu bringen, und dann fliegt das Buch/Broschüre in die Tonne. Die Dummheiten und Allgemeinplätze, die der von sich gibt, sind eine Frechheit falls Menschen mit psychischen Problemen dort Rat suchen sollten! Ich werde bei Gelegenheit mal ein paar schwurbelige kapitale Böcke hier reinstellen, die Grün mit seiner semi-theologischen Gatling-gun zu aberhunderten zu schießen scheint. In dem Sinne Waidmannsheil und fette Beute, du alter knuffeliger Halbwookiee! 😉

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  3. Danke schön!
    Ich hab´s heute früh im Radio gehört und mich echt gewundert,
    daß dies im bayerischen Rundfunk keinem auffallen wollte!
    Anselm Grün startet zuerst den Aufruf, nicht zu vergleichen – um dann in Folge genau dies zu tun!
    Allerdings vergleicht er nicht Hab und Gut,
    dafür vergleicht er sich auf moralisch/ethischer Ebene mit „Ungläubigen“!

    Nicht-Gläubige wären nach Grün Leute, „die tun und lassen was sie wollen“.
    Das Ethik im Grunde nichts mit christlichen Glauben zu tun hat,
    läßt der Padre in seiner Einfalt dermaßen laut unter den Tisch fallen,
    das es eigentlich jeder einigermaßen gebildete Radiohörer (und Radio-Redakteur) hätte hören müssen!

    Das Grün sowas schreibt ist mir egal,
    das aber der bayerische Rundfunk sowas als „Gedanken zu Tag“ aussucht ist ein starkes Stück!

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