Kein Stammzellen-Patent: Ein Urteil mit Fragezeichen


Vielleicht darf man sie in Europa nicht patentieren. Aber die Forschung mit Stammzellen wird weitergehen, und auch die Diskussion darüber. Das Urteil des Europäischen Gerichtshof in Luxemburg ist eher der Anfang als das Ende einer Debatte. Foto: iStockphoto/Paul Fleet

Der Europäische Gerichtshof in Luxemburg hat am Dienstag geurteilt, dass es keine Patente auf menschliche embryonale Stammzellen geben darf. Professor Ulrich Körtner, Theologe und Medizinethiker an der Universität Wien, findet es gut, dass der EuGH den Schutz der Menschenwürde in den Vordergrund stellt. Doch er sieht Mängel in der Begründung des Urteils. So werde bisher nirgends definiert, was ein Embryo überhaupt ist. Es sei ethisch fragwürdig, die Herstellung von embryonalen Stammzellen pauschal moralisch zu ächten. Sie blieben für die Forschung wichtig, und die Debatte werde weitergehen – auch nach dem Urteil.

Von Ulrich H.J. Körtner evangelisch.de

Der Europäische Gerichtshof hat gesprochen: Stammzellen, die aus menschlichen Embryonen gewonnen werden, dürfen nicht patentiert werden. Ihre Patentierung verstößt gegen die Biopatentrichtlinie der EU, welche die Verwendung von menschlichen Embryonen zu industriellen und kommerziellen Zwecken von der Patentierbarkeit ausschließt. Es ist zu begrüßen, dass der Luxemburger Gerichtshof auf einem heiß umkämpften Gebiet der Biomedizin rechtlich Klarheit schafft und der Schutz der Menschenwürde in allen Phasen des menschlichen Lebens, auch seinem Beginn, Nachdruck verleiht.

weiterlesen

4 Comments

  1. @Argus7
    Hallo,
    nein, Gedankenleser bin ich sicher nicht. 🙂
    Die Erklärung ist viel einfacher : Menschen mit einigermaßen vernünftigen Ansichten und der Bereitschaft die mehr als zweifelhaften Angebote von Seelenfängern und Scharlatanen jeglicher Art, mutig, logisch und ernsthaft zu hinterfragen, werden diesen ganzen Schwindel durchschauen. Sie lassen sich nicht durch Traditionen oder primitives Bangemachen beirren und über den Tisch ziehen.
    Ich freue mich über jeden Gleichgesinnten, weil dies die Hoffnung wachsen läßt, dass alle Mitglieder der Gattung Homo sapiens, irgendwann einmal, die Bezeichnung „Mensch“ mit Würde tragen können.

    Gefällt mir

  2. Hallo, Rolo,

    hast Du eine Erklärung dafür, dass wir in allen Fragen, die in diesem Blog zur Diskussion stehen, stets die gleichen Ansichten vertreten ? Ich vermute mal, dass Du Dein Geld als Gedankenleser verdienst !

    Gefällt mir

  3. Dummbeutel können den Fortschritt zwar hemmen und zeitlich verzögern aber aufhalten können sie ihn nicht. Nur Schade, dass die in der Gegenwart lebenden Menschen, trotz der vorhandenen Möglichkeiten, dann nicht davon profitieren können. Hier läuft der gleiche Schwachsinn ab wie das Kondomverbot, die nichterlaubte Empfängnisverhütung, der Exorzismus und die Gesundbetungsversuche. Die religiösen Institutionen wissen es seit eh und je, leidende Menschen sind meist die besten Schafe. Und das Geschäft lassen sich die Schäfer nicht so einfach kaputt machen.

    Gefällt mir

  4. Zitat: „Ab wann man werdendes menschliches Leben als Embryo bezeichnen soll, und ob bereits die befruchtete Eizelle ein Mensch mit Personwürde ist, ist weltweit medizinisch, ethisch und rechtlich umstritten.“

    Seit geraumer Zeit stelle ich mir die Frage, ob denn die männlichen Spermien konsequenterweise nicht den embryonalen Stammzellen gleichzustellen sind !? Zur Menschwerdung sind doch sowohl Embryos als auch Spermien unabdingbar und somit gleichwertig. Eines ohne das andere ist ja nicht möglich. (Konsequenterweise müßte dann ja das Onanieren strafrechtlich verfolgt werden !)

    Offengestanden habe ich meine bisher durchaus positive Haltung zu Greenpeace – eben wegen dieser Frage – schon vor geraumer Zeit revidiert. Stammzellenforschung und die Patentierung damit zusammenhängender Verfahren zu verhindern, ist garantiert nicht der richtige Weg. Dies auch deshalb weil das vom Europäischen Gerichtshof ergangene Urteil nicht weltweit Gültigkeit hat. Die Stammzellenforschung und die Umsetzung von Forschungsresultaten in die Praxis wird sich (zum Glück !) mit dem ergangenen Urteil nicht verhindern lassen.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.