Gaddafi und die Tötungskultur des Westens


Quelle: Jacob Jung

Noch vor wenigen Jahren war die Tötung von Menschen in unserem Kulturkreis geächtet. Wir stellten uns über Länder wie Indien und sagten überheblich: „Dort ist ein Menschenleben nichts wert“. Wir hielten uns viel darauf zugute, dass unsere „christlich-abendländische Leitkultur“ uns so deutlich von der Barbarei in anderen Gebieten der Erde unterschied.

Politblog von Jacob Jung

Gestern wurde Muammar al-Gaddafi in Sirte von den Truppen der Übergangsregierung getötet. Verwackelte Aufnahmen von Handy-Kameras zeigen die letzten Augenblicke im Leben des Mannes, der noch vor wenigen Monaten von aller Welt als eigenwilliger Staatschef hofiert wurde.

Wer gestern die Bilder betrachtet hat, auf denen man sehen konnte, wie Gaddafi halbnackt, angeschossen, blutüberströmt und halb bewusstlos von einer johlenden Menge bewaffneter Rebellen durch die Straßen von Sirte gezerrt wurde und sich angesichts dessen über einen Sieg der Freiheit, der Menschenrechte und der Demokratie freut, der macht es sich zu einfach.

Die wehrhafte Demokratie: Im Zweifel mit Gewalt

Als Angela Merkel Anfang Mai diesen Jahres ihrer Freude über die Tötung Osama Bin Ladens Ausdruck verlieh und in diesem Zusammenhang von einem „Erfolg für die Kräfte des Friedens“ sprach, da markierte ihre Äußerung den Abschluss eines kulturellen Wandels. Spätestens ab diesem Zeitpunkt war es gesellschaftlich akzeptiert, den Tod eines Menschen billigend in Kauf zu nehmen, wenn pragmatische Argumente für die Alternativlosigkeit der Tötung sprechen.

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Und hier wird über die Fälschung des oben gezeigten Videos berichtet.

10 Comments

  1. @ subkuttan: Good News!

    @Argus7: Ich hab diese Anmerkung im Zusammenhang mit dem was du zu heilig/scheinheilig geschrieben hast. Klar, theoretisch gibt es keine „Heiligen“ im Kommi-System, weil atheistisch und blabla, aber die Realität sieht, wie du ja auch sagst, anders aus. Selbstverständlich wollte ich dir nicht unterstellen, dass du diese Praxis gutheißt, aber es ist nunmal immer ein gerne genommenes Argument von Theisten, die Atheismus mit Kommunismus gleichsetzen, dass dort eben dieses Phänomen auch existiert.

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  2. @ joeskopfsalat

    Wo habe ich denn gesagt, dass ich den Personenkult um Stalin, Lenin, Marx und Engels billige oder gutheisse ? Das war doch genauso eine verblendete und verbrecherische Kultur, wie das gesamte Religiotentum. Sicher nicht unbedingt in der Theorie, aber sehr wohl in der Praxis.

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  3. @Manfred:

    Und reg dich als Atheist doch nicht so auf, ohne GOTT, ohne eine OBJEKTIVE WAHRHEIT ist alles relativ; im Relativismus, Nihilismus und Absurdum brauchst du keine Worte an mich zu richten. Warum tadelst du mich? Weil ich dich ein atheistisches Tier nenne? Dich und deine Nachkommenschaft verfluche? Dir das Recht auf Leben abspreche? Na wenn es weder das GUTE noch das BÖSE gibt, mach ich nichts verkehrt!

    Ach Gottchen, diese Falschdarstellung dessen, was Atheismus ist, ist so alt wie falsch. Was von dieser (antrainierten?) ArgumentationsReaktionsweise zu halten ist kannst Du dir, wenn dir wirklich an einer Diskussion gelegen ist, hier anschauen.
    Atheismus trifft keinerlei Aussagen über ‚objektive Wahrheiten‘ oder Moralvorstellungen. Atheismus bedeutet einfach, dass man von der Nicht-Existenz höherer Wesen/Mächte überzeugt ist.

    Leider sind religiöse Menschen alles andere als im Besitz von ‚objektiven Wahrheiten‘, denn: Wenn Gott diese Wahrheit ist und diese somit definiert, was hindert ihn daran, seine Meinung zu ändern (man denke nur mal an seine Gebote, als es darum ging, das gelobte Land zu besetzen. Die waren ja ziemlich explizit). Wird er morgen vielleicht dekretieren, dass jeder aufrechte Gläubige, der jemand beim Verstoß gegen eines seiner Gebote erwischt, auf der Stelle mit einem (extra mitzuführenden) Stein erschlagen muss? Egal, ob es sich um Mord, Ehebruch, das Essen von Garnelen oder dem Tragen von Kleidung aus Mischgewebe handelt (und jetzt bitte nicht mit der feinen Unterscheidung zwischen AT und NT kommen. Ich sag dazu mal phrophylaktisch: Matthäus 5,17 u. 18)? Falls er aber diese Gebote nicht ändern kann, weil es objektive Wahrheiten sind, warum braucht es dann dafür einen Gott?

    Habe so viel Rückgrat und gestehe dir ein, dass du ohne eine OBJEKTIVE WAHRHEIT (GOTT) gar kein Recht auf Leben haben kannst, woher auch?

    Woher nimmst Du dir als Christ (nehme ich mal an) das Recht, jemand anderem, der ja (in deiner Vorstellung) von Gott nach seinem Ebenbild erschaffen UND mit dem Geschenk des ‚freien Willens‘ ausgestattet worden ist, die Existenzberechtigung abzusprechen? Trifft da nicht eher Gott die Schuld, dass er einige seiner ‚Kinder‘ als Atheisten geschaffen hat? Oder, wenn er sie nicht so geschaffen hat, ihm doch vorzuwerfen ist, dass er ja wissen musste (er ist ja allwissend, allmächtig und allgütig), dass sie zu solchen werden? Er sie also sehenden Auges in ihre ewige Verdammnis laufen lässt? Wie sagt es Rick Gervais so schön?

    God’s first mistake was to make me an atheist

    Oder, um es in den Worten Gene Roddenberrys zu sagen

    We must question the story logic of having an all-knowing all-powerful God, who creates faulty Humans, and then blames them for his own mistakes

    Gruß

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  4. @ Argus7: Na ja… Also wenn ich mir den Kult um Stalin, Lenin, Marx und Engels und die ganze Gemeinschaft der Kommi-Märtyrer ansehe, dann erinnert das schon an eine Form von politischer Religion. Nix für ungut.

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  5. @Moderation:

    „Habe so viel Rückgrat und gestehe dir ein, dass du ohne eine OBJEKTIVE WAHRHEIT (GOTT) gar kein Recht auf Leben haben kannst, woher auch?“

    Freie Meinungsäußerung schön und gut… Aber hier hörts auf. Jemand, der mir das Recht auf Leben abspricht, weil ich nicht seinem unsichtbaren Freund hinterher renne ist im Grunde ein Fall für den Verfassungsschutz/Psychater. Bitte unternehmt was gegen den Spinner!

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  6. @ Manfred

    Dir muß man mal offen aufzeigen, was für ein blödsinniges, dämliches Arschloch du bist. Vom aktuellen Geschehen in der Welt hast du nun wirklich absolut null Ahnung und du schaffst es offenbar auch nicht, die aktuellen Geschehnisse auf die Reihe zu bringen. Du schaffst es mit deinem religiös verseuchten Hirn ja nicht mal, die Fakten zu unterscheiden. Man kann sich nämlich sehr wohl über den Niedergang von diktatorischen Regimen freuen, ohne sich gleich vor Freude die Hände zu reiben, wenn bei diesen Ereignissen ein Christ oder ein Muslim seinen Rachegelüsten Befriedigung verschafft hat. Durchaus denkbar, dass es bei Bin Laden ein Christ, bei al-Gaddafi aber ein Muslim gewesen sein könnte, der sich als Richter aufgespielt hat. Solche Verbrecher gehören aber – so meine Wertung als Atheist – ausschließlich vor ein Gericht gestellt.

    Wenn einer sich hier als triebgesteuertes Religionstier entpuppt hat, dann trifft diese Wertung voll auf dich zu. Scheinheilig und heuchlerisch sind nämlich ausschließlich religiös verblendete Idioten wie du, denn ein Atheist kann niemals als „heilig“ oder gar „scheinheilig“ eingestuft werden. Das sind beides Adjektive, die nur für Religioten vergeben werden können. Oder ist dir schon mal ein „heiliger“ Atheist untergekommen ? Ein Atheist kann auch niemals in Versuchung kommen, Religiösität oder Glauben zu heucheln. Das aber kriegen christliche Religioten mit Leichtigkeit bei jeder Gelegenheit auf die Reihe. Somit ist auch die Heuchelei eine ureigene Domäne der Religioten.

    Jetzt weißt du auch, weshalb ich Leute wie dich echt zum Kotzen finde !

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  7. @ Manni: Glückwunsch! Natürlich ist es dir als (scheinbarer) Fundamentalist nicht möglich deine Einstellung zu gewissen Dingen zu ändern, auch wenn noch so gute Argumente kommen. Natürlich ist die Welt für dich wunderbar weich, ist ja die beste aller Welten. Für uns dumme atheistisch/agnostische Tiere *hüstel* ist die Welt leider nicht so einfach gestrickt. Es ist ja schon ein Elend wie wir so da vor uns hinvegitieren… denkend… zweifelnd… völlig ohne Fantasie, was unsichtbare Freunde betrifft… das Leben schätzend… einfach total im Diesseits statt geistig auf halbem Weg ins kunterbunte Jenseits… ständig auch seinen eigenen Standpunkt hinterfragend… Diese „gottverdammte“ 😉 Mündigkeit… diese fürchterliche „Bürde“ des aufgeklärten Humanisten!

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  8. Scheinheiliges, dummes und heuchlerisches Posting!

    Die Betreiber dieses Blogs haben sich anfänglich über den Arabischer Frühling vor Freude in die Hose gemacht, es hieß: Befreiung von dogmatischen und diktatorischen Regimen.

    Das atheistische Tier handelt halt triebgesteuert! Man müsste ES vor die Scharia-Gerichte im „befreiten“ Libyen und bald auch in Tunesien stellen!

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  9. Worin unterscheiden sich Christen und Muslims vom Atheismus ? Ich als bekennender Atheist hätte mir gewünscht, dass sowohl Osama Bin Laden als auch Mummar al-Gaddafi vor ein Gericht gestellt worden wären. Sowohl die christliche Bibel als auch der muslimische Koran enthalten ein Tötungsverbot. In der Realität des Lebens agieren sowohl Christen als auch Muslims in Wort und Tat allerdings völlig anders. Da erweist sich einmal mehr die total verlogene Scheinheiligkeit der Gott- und Allah-Gläubigen in unserer unheilen Welt.

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