Ciao Erbsünde – Glaube entrümpelt


Fataler Biss in den Apfel: Nachdem Adam die verbotene Frucht verzehrt hat, werden Eva und er aus dem Paradies vertrieben. Foto: iStockphoto

Als Adam in den Apfel biss, konnte er nicht ahnen, was die Kirchenväter später daraus machten: eine Erbsünde, die allen Menschen in den Knochen hängt. Ein katholischer Theologe aus Münster hat gründlich damit aufgeräumt – und so einen jahrhundertealten Streit gelöst.

Von Bernward Loheideevangelisch.de

Manche Wissenschaftler bringen jedes Jahr ein neues Buch auf den Markt. Nicht so Thomas Pröpper. Der Münsteraner Theologieprofessor veröffentlicht nur alle zehn Jahre ein Werk. Dennoch gehört der 69-Jährige zu den einflussreichsten und renommiertesten katholischen Gottesdenkern. Jetzt ist seine „Theologische Anthropologie“ erschienen, eine voluminöse Summe seiner lebenslangen Beschäftigung mit der Frage: Was ist der Mensch? Vieles spricht dafür, dass das Buch in die Theologiegeschichte eingehen wird.

Wegen einer schweren Erkrankung sah es lange so aus, als wenn Pröpper dieses Werk nicht mehr realisieren kann. Seinen Studenten hatte er bereits 1995 versprochen, seine Anthropologie-Vorlesungen für eine Publikation auszuarbeiten. Denn viele Hörer fühlten sich von dem anspruchsvollen Lehrstoff überfordert und wollten sich nicht auf eigene oder fremde Mitschriften verlassen.

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