Religiöse Wissenschaftler: Wie geht das?


Quelle. naklar.at

Gott hat in der Naturwissenschaft keinen Platz – dennoch sind viele Forscher gläubig. Kann das gut gehen? Darüber diskutieren ein Physiker und ein Philosoph.

Von Gerhard Börner | Bernulf Kanitscheider – ZEIT ONLINE

Wer meint, dass Naturwissenschaftler nicht religiös sein können, hängt dem mechanistischen Weltbild des 19. Jahrhunderts an. Damals schien es, als ließe sich die Welt durch die Bewegung und Kollision kleinster Partikel erklären. Eine Illusion, wie man heute weiß: Die Quantenmechanik zeigt, dass sich Materie ständig wandelt und verflüchtigt. Und der modernen Kosmologie zufolge hat sich das Universum aus einem Urknall entwickelt, in dem Raum, Zeit und Energie entstanden sind. Kategorien wie Raum und Zeit, nach denen wir unsere Erfahrungen ordnen, sind Veränderungen unterworfen. Das schafft Freiraum für den religiösen Glauben.

Der nicht religiöse Naturwissenschaftler versucht, alles, was ist, auf physikalische Größen und Prozesse zu reduzieren. Für den gläubigen Forscher besteht der Sinn im Wirken des Schöpfers, der die Welt im Innersten zusammenhält. Beide Einstellungen sind Glaubenssache, sind möglich, sind naturwissenschaftlich weder zu beweisen noch zu widerlegen, beeinflussen auch keineswegs die Methodik und die Ergebnisse der Forschung. Sicher wissen können wir nur das, was uns die Naturwissenschaft sagt, aber sie schweigt zu vielen Fragen, die uns tief berühren. Ob ein Forscher diese Fragen als glücklicher Atheist oder als tief Glaubender beantwortet, bleibt seine persönliche Entscheidung.

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4 Comments

  1. Gerhard Börner:
    „Und der modernen Kosmologie zufolge hat sich das Universum aus einem Urknall entwickelt, in dem Raum, Zeit und Energie entstanden sind. Kategorien wie Raum und Zeit, nach denen wir unsere Erfahrungen ordnen, sind Veränderungen unterworfen. Das schafft Freiraum für den religiösen Glauben.“

    Dieser theologischen Spekulation Börner’s trat schon einer der „Väter“ des von Börner für seine religiöse Spekulation missbrauchten Phänom „Urknalls“, der belgische Physiker und römisch- katholische Geistliche George Lemaître (1894-1966) entgegen, der vorschlug, bevor man den Finger Gottes in Einsteins Lehrsätzen suche, doch lieber beim trigonometrischen Lehrsatz des Pythagoras zu beginnen, ( der ist auch bedeutend älter als Jesus von Nazareth und wenn Jesus wissenschaftliche Lehrsätze als Glaubenshife vorgesehen hätte, wäre durch die Offenbarung darüber berichtet worden.)
    😉 😉

    http://de.wikipedia.org/wiki/Georges_Lemaître

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  2. Der Glaube erleichtert es vielen Menschen, mit ungelösten Fragen zu leben. Der Glaubensweg des geringsten Widerstands führt sie jedoch zwangsläufig in eine Welt, in der sie sich ihre eigenen Fantasie- und Ersatzwunschbilder schaffen. So weit, so gut. Aber es ist ein Trugschluß zu glauben, dass diese Gedankenprodukte die Wirklichkeit wiedergeben.

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  3. Zu Frage ob ein überzeugter Christ ein (guter) Wissenschaftler sein kann, ergibt sich ein klares NEIN.

    Die „London School of Economics and Political Science“ ermittelt 2009 per Befragung von von 14.000 US-Jugendlichen gemäß Satoshi Kanazawa Intelligenzwerte bei Atheisten mit IQ>=106, bei Religiösen mit IQ=<95 und bei Fanatikern mit IQ=<65. Religion als negative Auslese rekrutiert sich aus den untersten Bildungsschichten, Gläubige sind extrem einseitig gebildet, geistig bequem aber sehr vermehrungsfreudig.

    Moderne Tomographien erlauben neuronale Prozesse zu studieren, mit Mustererkennung. gelingt es erste Gedankeninhalte zu deuten. Unser Gehirn ist manipulierbar, was demjenigen als abwegig erscheint. Einen freien Willen als bewusste Entscheidung gibt es nicht, jede Entscheidung basiert auf im Unterbewusstsein ablaufenden Prozessen bis zu 8 Sekunden vorher nach uns unbekannten Kriterien. Unbekannte Kriterien entziehen moralisierenden Begriffen wie Schuld, Sühne, Sünde und Buße jeglichen Sinn.

    Erinnerungen sind für uns immer real geschehen und nie willkürlich fabriziert. Neurale Korrelate richtiger und falscher Erinnerungen werden in Gehirn unterschiedlich verarbeitet und sind so durch ein MRT zu entlarven. Ist die mit Vertrautheit und Emotionen korrelierte frontoparietale Region oberhalb der Stirn aktiviert, geht es um fabrizierte Erinnerungen und intern erfundene Fakten. Sind die mit realen Vorgängen korrelierten medialen Temporallappen (MTL) seitlich der Schläfen aktiviert, geht es um externe Erlebnisse und Reize der Nerven die von außen kommen.

    Bei eher komplexen Gedächtnisleistungen werden beide Gehirnbereiche aktiv, Selbstbetrug, frei fabrizierte Erinnerungen und externe Fakten werden zur scheinbaren Realität vermischt. Erinnerungen sind dabei niemals statisch, sie werden je nach Situation immer wieder aufgebessert.

    Die Erinnerung an ein Ereignis ist somit kein Beweis dafür, dass dies jemals real war. Es ist heute bereits möglich per Gehirntomographie zu unterscheiden, ob jemand in seinem Leben eine Person vorher gesehen hat oder nicht. Man kann ebenso erkennen, ob Vorsätze später gehalten werden sollen oder demjenigen nur als Entschuldigung dienen.

    Religion als psychotischer Wahn hämmert mit Emotionen irreale Fakten in die Köpfe. Predigten beeindrucken wenn sie mit Gefühlen und Emotionen arbeiten, abstrakte Sermone über Logik und Wissen sind wirkungslos. Falsche „Erinnerungen“ unterdrücken die Fähigkeit die Realität zu erkennen und sich so langsam von der Gehirnwäsche zu befreien. Bewusstseinskontrolle wirkt durch Abhängigkeit in erzwungener Konformität, sie unterdrückt Selbstständigkeit, Individualität im Denken und Handeln nach eigenen Wertekriterien.

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  4. Allein schon der erste Satz ist stark religiös geprägtes Geschwurbel – die klassische Diskussionsform mit Behauptungen ohne Beweise.

    Religion negiert Wissen und historische Realität, die Autorität der Wissenschaft wird untergraben und der kreationistische Wahn legitimiert. Eine ewige Weisheit aus dem Kreis des RKK Großinquisitors vom Mai 1990 definiert:
    „Wer nicht die unfehlbaren Inhalte des christlichen Glaubens ohne Zweifel, ohne Kritik und Vorbehalte annimmt, der hat einen persönlichen Defekt, ein ungenügend gebildetes Gewissen, eine sündige Verfasstheit, eine auf Vorurteilen beruhenden Geist der Kritik und huldigt der Untreue gegen den Heiligen Geist.“
    Der Gläubige darf keine Moral und keinen eigenen Willen haben, vor allem darf er nicht selber denken.

    Wissenschaft ist eine Methodologie des Zweifels, sie nutzt Hypothesen, Theorien, Fossilien, Tests wieder und immer wieder auf der Suche nach gesicherten Antworten für eine allen Forschern zugängliche und beliebig wiederholbare Realität.

    Die etwa 4350 Religionen erschöpfen sich als parasitärer geistiger Diebstahl in anderen Kulten. Zweifel an den geklauten Wahrheiten sind verboten und werden mittels Drohung von der Ausgrenzung bis hin zum Mord bestraft. Christliche Wahrheiten sind Phantasien nach 250 v.C. aus sumerischen Mythen als Tanach kopiert. Gegenteilige wissenschaftliche Erkenntnis wird willentlich ignoriert,

    Religion als wahnhafter Kult all-wissend in ewig wahren Dogmen fixiert kann keine neuen Erkenntnisse integrieren. Eine gestörte Realitätserfassung ohne Einsicht gilt Wahn oder Psychose und wird leicht zur psychotischen Schizophrenie, sobald der Wähnende leidet oder sein Verhalten für seine Mitwelt unzumutbar wird.

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