Christusnachfolge in der Chef-Etage


Die Spitzen des Minaretts der Sultan-Selim-Moschee, rechts, und des Turms der katholischen Liebfrauenkirche in Mannheim. (Bild: AP)

„Christusnachfolge in der Chef-Etage“ – das ist keine Seltenheit, hierzulande gibt es eine stattliche Anzahl von Managern, die sich öffentlich zu ihrem Christentum bekennten. Es wächst aber auch die Zahl erfolgreicher Unternehmer muslimischen Glaubens

Von Susanne MackDeutschlandradio Kultur

Ein Palais aus der Gründerzeit am Marktplatz von Rheinberg: seit 1874 Wohn- und Geschäftshaus von Familie Underberg. Ihr Vermögen hat sie verdient mit der Herstellung eines Verdauungsschnapses aus 43 Kräutern.

Das Vestibül des Hauses – klassizistisch. Stuckaturen, Marmorböden …
Gäste empfängt man im biedermeiermöblierten Salon … Wer so leben kann, ist sicher zu beneiden. „Glauben Sie wirklich“, fragt Christiane Underberg, die Seniorchefin der Firma, und erzählt, ihre Familie habe in den 1970er-Jahren auf der Todesliste der RAF-Terroristen gestanden:

„Ja, das sind so Dinge im Leben … Ich sag‘ mal, viele Menschen sehen bei einem Unternehmer ja immer nur: ‚Der fährt ’n größeres Auto!‘ Oder: ‚Die hat ein Kleid, was mehr kostet!‘ oder weiß der Geier, was der Einzelne nun mit dem Neidfaktor betrachtet. Ich denke, man muss auch immer das Ganze sehen, und das hilft, glaub‘ ich auch in Vielem, dass jede Medaille zwei Seiten hat.

Wenn einer viel Geld hat, kann da letztlich nicht mit umgehen, verprasst das dann wieder an ’ner anderen Stelle, das bringt ja auch kein glückliches Leben. So’n Playboy-Leben, was mancher vielleicht auf den ersten Blick nachahmenswert findet, stellt sich dann raus, dass es ’ne schreckliche innere Leere ist: Da kann man ja nicht zufrieden sein. – Und als Christ hat man ja nun sowieso einen anderen Anspruch, was ein gelungenes Leben sein könnte.“

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