Wasser ist ein Terrorist


Professor Harald Lesch in Aktion – in der Turnhalle an der Wendelsteinstraße erklärte er die Welt des Wetters. Foto: jro

„An der Windkraft führt kein Weg vorbei.“ Davon ist Harald Lesch überzeugt. Der Professor für Naturphilosophie und theoretische Astrophysik sprach in der vollbesetzten Turnhalle an der Wendelsteinstraße zum Thema „Klima und Energie“.

Von Susanne Edelmann merkur-online.de

Gleich zu Beginn stellte er klar: „Ich will Ihnen nichts verkaufen, ich bin Mitglied in keiner Partei, habe keine Aktien und bin evangelisch.“ Damit hatte er die Lacher auf seiner Seite und so bereits das Ziel des Arbeitskreises Energiewende als Veranstalter des Vortrags erreicht. Dessen Mitglied Willi Frisch hatte zuvor betont: „Humor entkrampft und das tut uns bei diesem komplexen Thema ganz gut.“

Lesch erläuterte die Auswirkungen des Klimawandels: „Wer gegen den Treibhauseffekt argumentiert, muss gegen die ganze Physik argumentieren: Erdoberfläche und Meere erwärmen sich, das Wasser verdampft, steigt in die Atmosphäre auf und kondensiert. Das führt zu den extremen Wetterlagen mit Stürmen, Starkregen und Überschwemmungen. Wasser ist ein Terrorist: Wehe, wenn diese unglaublichen Energien schlagartig freigesetzt werden.“ Zum Beispiel beim sibirischen Permafrost: „Der taut ab und wird zu Matsch. Dabei entsteht Methan, das noch viel schlimmer ist als Kohlendioxid.“ Die Energieversorgung heute verursache nicht nur hohe Kosten, sondern sei mit schuld an diesen Klimaveränderungen. Deshalb lautete die Forderung des Professors: „Die Energiegewinnung der Zukunft darf keine Belastung für nachfolgende Generationen darstellen! Also: regenerativ statt fossil und atomar, dezentrale statt zentrale Erzeugung, kommunale Betriebe statt Großkonzerne.“

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3 Comments

  1. Sicher hat er recht, auch mit dem angedeuteten Horrorszenario, das noch viele weitere nicht erwähnte Aspekte bereit hält. Die Dinge werden geschehen, wir können nur nicht sagen wann und wo. Das ist wie beim Erdbeben, Vulkanausbruch und Tsunami. Die Erde ist eine vielschichtige Kugel mit einem 6000°C heißen Eisenkern und einer sehr dünnen kalten Außenhaut. Unter dieser Außenhaut brodelt es ständig mit kaum faßbarer Energie.

    Was mich an der Sache erchüttert sind die vielen Religioten unter den US-Politkern wie G.W.Bush und andere, die all dies vehement leugnen, die Berichte der Klimaforscher fälschen oder ändern und mit ihrem Pseudowissen bei den zu über 50% idiotischen Anhängern auf politische „Stimmung“ machen. Der US-Abgeordnete John Shimkus als Chef des Energie- und Handelsausschuss negiert den Klimawandel als Gefahr: „Gott hat Noah fest versprochen, so etwas geschieht nach der großen Flut nie wieder.“

    Je länger wir warten, je mehr wir die Entwicklung ignorieren und schönreden, um so schwieriger und teurer wird es sie zumindest abzumildern. Ändern können wir sie nicht, so wenig wie wir eine Sturmflut aufhalten können. Irgendwann kommt der „point of no return“, bei der Sturmflut ist dies der Moment, wo das Wasser über den Deich läuft weil der Schutzwall wegen der hohen Kosten zu niedrig gebaut wurde. Man schaue sich eine Simulation der Karte Europas an, bei etwa 1 m oder 5 m höherem Meeresspiegel, dann sind Hunderte Millionen Menschen auf der Flucht.

    Ganz sicher kommt dann so ein Oberidiot wie der Kardinalschwafler aus dem Kölner Dom und läßt noch so einen tollen Spruch ab: „Es ist etwas sehr Schönes, wenn man sieht, wie die Armen ihr Kreuz tragen. Wie die Passion Christi, ist ihr Leid ein großes Geschenk für die Welt“.

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  2. Prof. Lesch könnte Recht behalten. Aber die Stimmen, die der Ansicht sind, dass der Klimawandel in der Erdgeschichte zu allen Zeiten – unabhängig von durch Menschen verursachte Einflüsse – stattgefunden hat, wollen nicht verstummen. Werden wir es je wissen, wessen Prognose letztlich zutreffend ist ?

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