Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

 

Quelle: bruedergemeinde.de

Frankreich: Bistum muss jede Spur von Taufe aus Akten löschen
[…]Zur Begründung führte das Gericht an, bei der Taufe handele es sich um ein privates Ereignis, und solche persönlichen Informationen dürften nicht in öffentlich zugänglichen Unterlagen enthalten sein. Eine französische Diözese ist von einem Gericht dazu verurteilt worden, jede Erwähnung der Taufe eines Klägers aus den Registern zu streichen. Dies könne etwa dadurch geschehen, dass die Eintragung im Taufregister durch nicht löschbare schwarze Tinte übermalt werde, zitierte die französische katholische Tageszeitung «La Croix» am Donnerstag aus dem Urteil Zur Begründung führte das Gericht an, bei der Taufe handele es sich um ein privates Ereignis, und solche persönlichen Informationen dürften nicht in öffentlich zugänglichen Unterlagen enthalten sein. Anderenfalls verstoße das Bistum gegen das Recht auf Privatleben. Die Richter gaben laut «La Croix» dem Bistum 30 Tage Zeit, um das Urteil auszuführen. Die verurteilte Diözese Coutances in Nordfrankreich kündigte an, in Berufung zu gehen. Bis dahin muss sie das Urteil nicht umsetzen. Ein Kirchenrechtler des Bistums sagte, das Urteil widerspreche der bisherigen Rechtsprechung. Sollte es Schule machen, könnten Pfarreien in ganz Frankreich betroffen sein.[…]

Nicaragua: Frauen demonstrieren weiter gegen das Verbot der Abtreibung aus medizinischen Gründen
[…]Hunderte von Frauen in Nicaragua demonstrierten gestern in den Straßen der Altstadt von Managua, um vom Parlament die Wiedereinführung der Abtreibung aus medizinischen Gründen zu fordern. Vor fünf Jahren, am 26. Oktober 2006, hatte das nicaraguanische Parlament die Abtreibung aus medizinischen Gründen abgeschafft und für strafbar erklärt. Dies geschah im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen und Protesten der katholischen und evangelischen Kirche gegen die Abtreibung. Das Gesetz erlaubte zuvor, Abtreibungen aus medizinischen Gründen durchzuführen, wenn die Notwendigkeit wissenschaftlich begründet war, mindestens drei Ärzte anwesend waren und die Zustimmung des Ehegatten oder des nächsten Verwandten der Frau vorlag. Die friedliche Demonstration wurde unter dem Motto “Tag der nationalen Trauer, keine Toten mehr” durchgeführt. Carola Brantome, Mitglied der Red de Mujeres de Matagalpa erklärte, dass diese fünf Jahre sehr hart für Frauen gewesen seien, die das Recht, über ihr Leben zu entscheiden, brauchen. Die Demonstranten glauben, dass die Müttersterblichkeit gesenkt werden könnte, wenn der Schwangerschaftsabbruch in einigen Fällen zugelassen würde. Laut Schätzungen von Magally Quintana, Mitglied der NGO Católicas por el Derecho a Decidir, liegt die jährliche Zahl der Müttersterblichkeit bei 100 Frauen, davon könnten 30 Frauen durch eine Abtreibung aus medizinischen Gründen gerettet werden. Alle Präsidentschaftskandidaten für die in diesem Jahr stattfindenden Wahlen haben bereits ihre Ablehnung gegen die Entkriminalisierung der Abtreibung aus medizinischen Gründen geäußert[…]

Ohne Worte …
[…]Der Filmregisseur Werner Herzog mag Papst Benedikt XVI. Er sehe den bayerischen Papst, der jetzt auf dem Stuhl Petri sitzt mit sehr hohem Respekt, so Herzog im Interview. „Es hat in Jahrhunderten keinen gegeben, der eine solche gedankliche Tiefe hat wie er.“ Herzog, der selbst in Oberbayern aufwuchs und mit 16 katholisch wurde, war besonders vom jüngsten Deutschland-Aufenthalt des Papstes beeindruckt. „Lesen Sie die Rede, die er vor dem Bundestag gehalten hat – die ist formidabel“, sagt er im Interview. „Eine so außerordentliche Rede hat überhaupt noch niemand im Bundestag gehalten. Niemand. Seitdem es den Bundestag gibt.“ Schuld am Image des Papstes als Dickkopf und Hardliner sei, laut Herzog, vor allem seine mangelnde Erfahrung mit der Presse. „Leider ist Benedikt das ungeschickteste menschliche Wesen, das je den Medien vorgesetzt wurde“, urteilt der Regisseur, dessen neuer Film „Die Höhle der vergessenen Träume“ am 3. November in die Kinos kommt. „Aber ich glaube, er weiß das.“[…]

Porno-Verleumdung wird nicht hingenommen
[…]Die Augsburger „Weltbild“-Verlagsgruppe und der Verlag Droemer-Knaur haben in inhaltlich weitgehend identischen Erklärungen den Vorwürfen widersprochen, Pornografie zu betreiben beziehungsweise zu produzieren. Derartige Behauptungen seien unwahr und verleumderisch. In der „Weltbild“-Stellungnahme heißt es, das Unternehmen prüfe rechtliche Schritte gegen die „Verleumder“. Droemer-Knaur „behält sich rechtliche Schritte vor“. Die „Weltbild“-Verlagsgruppe ist im Besitz von einer Reihe katholischer Bistümer, des Verbandes der Diözesen Deutschlands und der Soldatenseelsorge[…]

Juristischer Streit um die Bäderregelung geht weiter
[…]Rostock (dpa/mv) – Die Einzelhändler in Kur- und Erholungsorten Mecklenburg-Vorpommerns haben sich zum Auslaufen der diesjährigen Bäderregelung unzufrieden mit dem Geschäftsverlauf 2011 gezeigt. Wie Burkhard Rohde vom Handelsverband Ostseeküste am Freitag berichtete, habe die Neuordnung der Bäderverkaufsordnung Verluste von 10 bis 20 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gebracht. Grund sei unter anderem die um zwei Stunden kürzere Öffnungszeit im Vergleich zur Vorgängerregelung. An diesem Sonntag können Einheimische und Touristen abgesehen von örtlichen Ausnahmeregelungen letztmals in diesem Jahr in Ausflugsorten sowie in Kur- und Erholungsorten einkaufen gehen. Erst vom letzten Sonntag im März 2012 an können die Geschäfte sonntags wieder öffnen. Auch die Touristen seien unzufrieden, wenn sie sich beispielsweise am Sonntagvormittag nicht mehr mit Reiseproviant und Andenken eindecken könnten, betonte Rohde. Der Verband suche derzeit das Gespräch mit der Kirche und den Gewerkschaften, um auf die existenziellen Probleme der Händler entlang der Ostseeküste aufmerksam zu machen. Der anhaltende juristische Streit um die Bäderregelung liegt derzeit beim Oberverwaltungsgericht in Greifswald. Allerdings ruht das Verfahren. Dies wurde im Sommer vereinbart, um dem neuen Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki Gelegenheit geben, sich mit der Sache zu befassen. Nach Ansicht der Katholischen Kirche verletzt die geltende Verordnung das Verhältnis von Regel und Ausnahme. Sie erstrecke sich nicht nur auf einige wenige Orte, sondern auf Orte mit der Hälfte der Bevölkerung des Landes. Außerdem gelte sie für 35 Sonntage im Jahr, also für mehr als die Hälfte aller Sonntage.[…]

Junkermann erklärt ihre Spritschleuder, kaum zu glauben, dass andere Hersteller dazu keine Lösung angeboten hätten
[…]Unter den Kritisierten ist auch die Landesbischöfin der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands, Ilse Junkermann. Ihr BMW 730d gibt 178 Gramm des Ozonkiller-Gases pro Kilometer in die Umwelt ab. Die Bischöfin verteidigt gegenüber unserer Zeitung, dass der Dienstwagen auf ärztlichen Rat angeschafft worden sei, weil er eine Lehne auf dem Rücksitz habe, die „rückenfreundlich und verstellbar“ sei. So könne bei den vielen Dienstfahrten „der Gefahr eines Bandscheibenvorfalls“ vorgebeugt werden, hieß es. „Ich muss meine Gesundheit gegen die Umweltverträglichkeit des Autos abwägen, und da war mir wichtiger, arbeitsfähig zu bleiben“, erklärt die Bischöfin, dass sie auf das größere Auto umgestiegen ist. Zu den genannten Voraussetzungen sei nur dieser Wagentyp als Leasingfahrzeug möglich gewesen, hieß es. Allerdings habe der Fahrer die Anweisung erhalten, aus ökologischen Gründen nicht schneller als 130 Stundenkilometer zu fahren[…]

Mit „ChurchNights“ gegen Halloween
[…]Mit zahlreichen Aktionen will die Evangelische Kirche zum Reformationstag vor allem Jugendlichen einen Anlass geben, den Reformationstag anstatt Halloween zu feiern. So gibt es im ganzen Bundesgebiet „ChurchNights“, zu der 100.000 Teilnehmer erwartet werden. An 1.000 Orten werden in ganz Deutschland Gottesdienste und Luther-Partys gefeiert, außerdem wird es für Jugendliche Übernachtungen in der Kirche geben. „Junge Menschen erleben eine Kirche, die Spaß macht und begeistert“, sagte die Projektleiterin Angela Schwarz vom Evangelischen Jugendwerk in Württemberg. Die „ChurchNight“ wurde vor fünf Jahren vom Evangelischen Jugendwerk Württemberg ins Leben gerufen. Ziel war es, einen Akzent gegen das Halloween-Spektakel um Hexen, Dämonen und Vampire zu setzen. Im Lauf der Jahre haben sich weitere Kirchengemeinden, der „Christliche Verein Junger Menschen“ (CVJM) und freie Werke aus ganz Deutschland angeschlossen. Der württembergische Landesbischof Frank Otfried July lobte den Erfolg der Aktion. Es sei gelungen, „das Reformationsfest als evangelischen Feiertag auf breiter Linie in unseren Gemeinden wieder ins Bewusstsein zu bringen, vor allem auch bei jungen Menschen.“[…]

1 Comment

  1. Bischöfin Junkermann
    Da sieht man doch was so ein Wischiwaschi-Christentum verursacht. Von einem echten, missionsbesessenen Kirchenführer erwarte ich schon die Bereitschaft im Namen des Herrn zum Märtyrer zu werden. Außerdem könnte sie ja für einen gesunden Rücken beten und sich Ausreden, die vor Selbstmitleid triefen (und Sprit) sparen. Aber der Glaube scheint wohl zu schwächeln.

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