Der Vatikan toleriert die Knaus-Ogino-Methode


Empfängnisverhütung gehört für die katholische Kirche zu den ewigen Unwörtern. Der Geschlechtssakt hat nach vatikanischem Dogma allein der Fortpflanzung zu dienen. Hilfsmittel zur Vermeidung ungewollter Schwangerschaften gelten dem Vatikan bis heute als widernatürlich und verwerflich.

WDR

Nur einer einzigen Methode zur Empfängnis-„Regelung“ hat je ein Papst seinen Segen erteilt. Am 29. Oktober 1951 spricht  Pius XII. vor einer Versammlung katholischer Hebammen. Dabei erklärt er die gezielte Feststellung der unfruchtbaren Tage der Frau zum Zwecke folgenlosen ehelichen Verkehrs für tolerierbar. Bekannt geworden ist die päpstlich genehmigte Verhütung als Knaus-Ogino-Methode oder, in Folge ihrer Unzuverlässigkeit, als „Römisches Roulette“.

Sensation für die Fachwelt

Benannt ist die Verhütungsmethode nach zwei Gynäkologen, dem Grazer Hermann Knaus und seinem japanischen Kollegen Kiusako Ogino. Unabhängig voneinander erforschen beide Mitte der 1920er-Jahre die Fruchtbarkeit von Frauen. Knaus stellt bei Kaninchen fest, dass die gebärfreudigen Nager auch unfruchtbare Tage haben. Diese Beobachtung überprüft er am Menschen – mit demselben Ergebnis. Für die Fachwelt eine Sensation, denn bislang galten Frauen als jederzeit empfängnisfähig.

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2 Comments

  1. Wenn man sich im Vatikan gegen eine kontrollierte Familienplanung wendet, müßte der Vatikan auch dafür sorgen, dass allen neuen Erdenbürger – unabhängig von ihrer Zahl – ein menschenwürdiges Leben (ohne Hunger und wirtschafliche Not) garantiert wird. Aus rein finanzieller Sicht wäre diese Familienbetreuung für den Vatikan durchaus zu leisten. In der Praxis hingegen, ist es um diese Lebensgarantie leider schlecht gestellt.

    Welche Probleme sich beim unkontrollierten Bevölkerungswachstum für unseren Planeten ergeben, scheint die Pfaffen nicht zu interessieren. Selbst im Tierreich exisiert eine natürliche Regelung der Population. Nur im Vatikan werden die Gesetze der Natur konsequent missachtet.

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