Libyen: Religion hat in der Politik nichts zu suchen


Vizepräsident Ghoga: "Keine Entschuldigung für ungesetzliche Tötungen - ohne Ausnahme", AFP

Der Diktator ist tot, doch was kommt jetzt im befreiten Libyen? Im SPIEGEL-ONLINE-Interview erklärt der Vizepräsident des Nationalen Übergangsrats, Abdul Hakim Ghoga, welche Chancen er der Demokratie und der Scharia einräumt.

SpON

SPIEGEL ONLINE: Das alte Regime ist weggefegt, doch schon kratzt die wahrscheinliche Hinrichtung des flüchtenden Diktators Gaddafi am Image der Revolutionäre. Amnesty International ist empört, Regierungschef Mahmud Dschibril kritisiert die Täter…

Ghoga: …ich verurteile jeden Verstoß gegen die Menschenrechte, für ungesetzliche Tötungen gibt es keine Entschuldigung – ohne Ausnahme. Wir haben acht Monate gegen eine brutale Diktatur, gegen die Gaddafi-Tyrannei gekämpft, eben weil uns die Menschenrechte vorenthalten worden waren.

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1 Comment

  1. Auf die Menschenrechte berufen sich einige nur dann, wenn ihnen selbst Unrecht widerfährt. Ob sie diese Rechte aber auch anderen zugestehen, ist doch sehr fraglich. Wenn dann – wie derzeit in Lybien – noch die Religion ins Spiel kommt und sogar die Einführung der Scharia droht, könnte es mit der Verwirklichung eines demokratischen Staates doch erhebliche Probleme geben. Religion hat in der Politik noch nie Gutes bewirkt.

    Aber auch im Falle von Lybien gilt die Weisheit, dass jedes Volk die Regierung bekommt, die es verdient ! Eine Weisheit, die mir schon mein längst verstorbener Vater vermittelt hat.

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