Dodo-Eso-Fliege, die tragische Figur!


Quelle: welt.de

Jürgen Fliege: mutig oder tragisch?
Bei seiner Veranstaltung in Bad Wörishofen zeigt sich der einstige Fernseh-Pfarrer selbstbewusst. Doch die Kritik bleibt nicht aus.

Von Barbara KnollAugsburger Allgemeine

Eine Frau ist gerade gestorben, die Familie trauert im Wohnzimmer. Der Pfarrer wird gerufen, bekommt viel zu starken Kaffee angeboten und soll Trost spenden. Da fährt das kleine Enkelkind auf einem Bobbycar durchs Zimmer und singt: „Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei!“

Jürgen Flieges Anhänger bejubeln ihn beim dritten „Wörishofener Herbst“ für genau solche Moderationen. Sie empfinden es als mutig, das Thema Sterben zu Beginn eines dreitägigen Kongresses so zu thematisieren. Für einen Gast ist das Ganze dann wohl doch zu schwermütig. Er bricht zusammen und muss ins Krankenhaus gebracht werden.

Fliege frotzelt: „Viel Esoterik auf der Bühne“

Das Kurhaus ist schon zur Begrüßung voll, der Heimat- und Volkstrachtenverein „Alpenblick“ tritt auf. „Viel Esoterik auf der Bühne“, frotzelt Fliege und bedankt sich bei jeder Tänzerin mit einer Blume, die er kurz vorher aus der Dekoration gezogen hat: „Wenn man Blumen klaut, ist mehr Gefühl drin für die Liebsten. Schon wieder ein Gebot gebrochen!“ Wenn er nächstes Jahr wiederkomme, könnten sie ihm ja die Blumen als Strohblumen zurückschenken, sagt der 64-Jährige – er baut selbstbewusst auf eine Fortsetzung der Veranstaltung. Jürgen Fliege zeigt sich an diesem Wochenende in Bestform, begrüßt die Gäste launig einzeln nach Bundesländern. Als weitest Angereisten auch den Kanadier Dr. Zhi Gang Sha, der Heilung durch Seelenkraft anbietet. Über 1000 Kursteilnehmer hätten seine Heilsitzung bereits gebucht, heißt es.

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2 Comments

  1. Dem Zitat von Hirschhausen, kann man nicht widersprechen. Das sind selbst erfahrene Weisheiten, denen vermutlich die meisten Menschen beipflichten werden. Man kennt sicher noch nicht alle Auswirkungen der Spiegelneutonen, die offensichtlich auch für das Mitleiden verantwortlich sein sollen.
    Deswegen aber einen „Fliege“ ernst zu nehmen finde ich schon grenzwertig. Ich wünschte mir, dass Hirschhausen dazu Stellung nehmen würde.

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  2. Wenn man bedenkt, dass selbst ein Promi, wie Dr. Eckart von Hirschhausen ein Fliege-Freund ist, kann man schon mal ins Grübeln kommen. So meint von Hirschhausen in der Zeitschrift Fliege: „Wer wirklich etwas für sich tun will, tue etwas für andere. Geben gibt. Andere glücklich zu machen, ist der sicherste Weg zum eigenen Glück.“ (Zitatende)
    Es ist ja keine Botschaft, die man kritisieren müßte, wenn sie nicht gerade in einer Fliege-Publikation erscheinen würde. Die Botschaft erhält damit nämlich eine völlig andere Note, wenn man weiß, welcher Art die Geschäfte sind, die der Ex-Pfaffe und Esoterik-Vermarkter Fliege betreibt. Man muß sich nur wundern, dass Fliege Prominente wie Peter Horton, Katja Epstein, Barbara Rütting, Konstantin Wecker und eben Dr. von Hirschhausen zu seinem Freundeskreis zählt. Um exakt diesen Personenkreis habe ich nämlich meine Boykottliste dieser Tage erweitern müssen. Von esoterisch verseuchten Idioten möchte ich mich nicht auf meinem Bildschirm unterhalten lassen.

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