David Berger: „Der nächste Papst wird noch härter“


Quelle: faghags.de

Am Freitag, 4. November, wird der Bestseller-Autor David Berger auf Einladung des Aktionskreises Regensburg, der KirchenVolksBewegung Initiative Wir sind Kirche Regensburg e.V. und der Laienverantwortung Regensburg e.V. zu Gast sein und über seine Erfahrungen vor und nach dem Erscheinen seines Buches Rede und Antwort stehen. Als Gesprächspartner begleitet ihn BR-Redakteur Siegfried Höhne. Das Wochenblatt sprach mit dem Theologen vorab.

Von Christian Eckl Wochenblatt

Wochenblatt: Herr Berger, Sie widmen sich in Ihrem Buch auch der Piusbruderschaft, die im Landkreis Regensburg ein Priesterseminar betreibt. Wie gefährlich finden Sie solche Bewegungen außerhalb – aber auch innerhalb, wie etwa bei Opus Dei – der Kirche?

Berger: Im Hinblick auf die Gesamtgesellschaft in Deutschland stellen diese Gruppen rein zahlenmäßig keine Gefahr dar. Innerhalb der katholischen Kirche ist deren Einfluss jedoch unter dem jetzigen Papst erheblich angestiegen. Wer heute in der Kirche Benedikts Karriere machen will, muss erzkonservativ sein. Dadurch bahnt sich innerhalb der Kirche ein Wandel an hin zu deutlich fundamentalistischen Positionen: man setzt sich als Gemeinschaft der Heiligen im Kontrast zur „bösen Welt“. Statt den frischen Wind durch die Fenster der Kirche einzulassen, verrammelt man alle Öffnungsmöglichkeiten, die längst gefallenen Bastionen des Antimodernismus baut man voll Angst und in mühsamer Hilflosigkeit wieder auf. Durch das warme päpstliche Umwerben der Piusbrüder sowie der konversationswilligen Anglikaner werden die Gräben vertieft und erweitert hin zu den evangelischen Mitchristen und auch zu unseren älteren Brüdern im Glauben, den Juden.

WB: Lange haben Sie Ihre Homosexualität verborgen und haben Karriere im Kirchenapparat gemacht. Als Sie sich outeten, haben Sie sich nicht überlegt, zu konvertieren, beispielsweise altkatholisch zu werden? Dort spielt das Thema Homosexualität kaum eine Rolle, wird also akzeptiert.

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1 Comment

  1. Bei aller Sympathie, die ich dem schwulen Katholen-Pfarrer entgegen bringe, muß ich doch feststellen, daß er sich nicht über seine Situation beklagen darf, wenn er weiterhin der intoleranten Katholen-Kirche treu bleibt. Ein gebranntes Kind – so sagt man – lernt aus seinen Erfahrungen. Herr Berger aber hat offenbar aus der Haltung der kath. Kirche rein gar nichts gelernt. Gott – wenn es ihn denn gäbe – braucht die Kirche unter Garantie nicht. Wenn Herr Berger aber meint, nicht auf die Kirche verzichten zu können und diese Institution gar über seinen Gott stellt, dann ist ihm nicht mehr zu helfen.

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