Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Anschlag auf „Charlie Hebdo“-Redaktion
[…]Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch die Redaktionsräume der französischen Satirezeitschrift „Charlie Hebdo“ mit einem Brandsatz angegriffen und schwere Schäden angerichtet. Das Blatt hatte den Propheten Mohammed zu seinem Chefredakteur ernannt und eine Zeichnung von ihm auf dem Cover abgebildet. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Molotow-Cocktail gegen ein Uhr Nachts in eines der Fenster der Redaktionsräume in Paris geworfen. Verletzt wurde niemand, allerdings sei das Computersystem der Redaktion schwer beschädigt worden. „Alles ist zerstört“, sagte der Redakteur Patrick Pelloux der Zeitung „Libération“. Die Räume seien voller Ruß. Das Satireblatt hatte einige Tage zuvor den Propheten Mohammed für eine Sonderausgabe zur „Feier“ des Sieges der islamistischen Partei „Ennahda“ in Tunesien zu seinem Chefredakteur ernannt. Auf der Titelseite der aktuellen Ausgabe ist eine Zeichnung von ihm abgebildet. Pelloux vermutet, dass der Anschlag damit zusammenhängt. Die Redaktion habe bereits im Vorfeld Drohungen und Beleidigungen erhalten.[…]

Was für ein Dreck, abartigst …
[…]Ein Sprecher der US-Bischofskonferenz schreibt in einem Artikel für die offizielle Zeitung der Erzdiözese Boston, dass Homosexualität eine Erfindung des Teufels ist. Im „Boston Pilot“ („America’s Oldest Catholic Newspaper“) beruft sich der katholische Autor Daniel Avila auf den Hirnforscher Simon LeVay, der als einen der Gründe für Homosexualität Hormonschwankungen im Mutterleib ausgemacht haben will. Avila interpretiert das als Eingriff „böser“ Mächte: „Ungleichgewichte in der Natur, die vorgesehene Prozesse behindern, deuten auf übernatürliche Beteiligte, denen – anders als Gott – nicht das Wohlergehen der Menschen am Herzen liegt“, schreibt Avila. „In anderen Worten, die wissenschaftlichen Erkenntnisse darüber, wie gleichgeschlechtliche Reize entstehen, bieten eine glaubwürdige Grundlage für die spirituelle Erklärung, die den Teufel als Täter nennt.“ Avila glaubt, das Ziel der teuflischen Kräfte sei es, „Seelen zu ruinieren“. Die Homosexualisierung habe zum Ziel, „Gottes Werke“ zu vernichten. Avila will mit seinem Text Theologen entgegentreten, die Homosexualität als gottgegeben und damit nicht generell als Sünde ansehen. Er argumentiert, dass nur verschiedengeschlechtliche Anziehung ein Geschenk Gottes sei – Homosexualität stamme dagegen immer vom Teufel[…]

London: Homo-Segnungen in Kirchen theoretisch erlaubt
[…]Homosexuelle Paare in Großbritannien sollen zivile Partnerschaften künftig auch in Kirchen schließen dürfen. Wie die Tageszeitung „Daily Telegraph“ (Mittwoch) berichtet, soll das bisherige Verbot, die Zeremonie in Kirchen und anderen religiösen Stätten abzuhalten, am 5. Dezember aufgehoben werden. Allerdings gelte die Regelung auf freiwilliger Basis, sodass keine Kirche gezwungen sei, gleichgeschlechtliche Paare zu segnen. Schätzungen zufolge könnten rund 1.500 Paare die Gelegenheit zu einer Zeremonie in religiösem Umfeld nutzen, schreibt die Zeitung. Insgesamt werden demnach jährlich rund 5.500 zivile Partnerschaften geschlossen. Laut dem Bericht hatten sich vor allem liberale Juden, Quäker und die christlichen Unitarier für eine Aufhebung des Verbots eingesetzt. Die anglikanische Kirche von England kündigte an, keine gleichgeschlechtlichen Paare segnen zu wollen. Auch die katholische Kirche in England und Wales ist den Angaben zufolge gegen die Aufhebung des Verbotes.[…]

Ratzesche Märchenstunde
[…]Todesangst entstehe des weiteren am Ende eines Lebens, wenn der Mensch wahrnehme, dass es ein Gericht über sein Handeln und seine Lebensführung gebe. Gerade die Frage des Gerichts sei bei der Sorge der Menschen aller Zeiten für ihre Verstorbenen mitgemeint. In einem gewissen Sinn handle es sich bei den Gesten der Liebe und Sorge um die Verstorbenen um eine Weise, sie zu schützen, in der Überzeugung, dass dies hinsichtlich des Gerichts nicht ohne Wirkung bleibe. Heute sei die Welt dem Anschein nach „viel rationaler“ geworden. Es habe sich die Tendenz verbreitet zu denken, dass alles mit Kriterien der experimentellen Wissenschaft zu betrachten sei. Dabei müsse auch auf die große Frage des Todes dann nicht so sehr mit dem Glauben als vielmehr ausgehend von empirischen Erkenntnissen geantwortet werden. Man werde sich jedoch nicht bewusst, gerade so einer Form des Spiritismus zu verfallen. [???] Die Feste Allerheiligen und Allerseelen sagten dagegen, dass allein der, der im Tod eine große Hoffnung zu erkennen vermag, auch ein Leben von der Hoffnung her leben könne. „Wenn wir den Menschen ausschließlich auf seine horizontale Dimension reduzieren“, so Benedikt XVI., „verliert das Leben seinen tiefen Sinn“. Der Mensch sei nur erklärbar, wenn es eine Liebe gebe, die jede Form der Isolierung überwindet, „auch jene des Todes, in einer Ganzheit, die auch über Raum und Zeit hinausgeht“. Der Mensch finde seinen tiefen Sinn allein, wenn es Gott gebe, einen Gott, der aus seiner Ferne herausgetreten und in das Leben der Menschen eingetreten sei. Abschließend erinnerte der Papst an die Szene auf dem Kalvarienberg und an die Worte Jesu am Kreuz an den zusammen mit ihm Gekreuzigten zu seiner Rechten. Wie bei den Emmausjüngern werde so in Erinnerung gerufen, dass der Gläubige keine Angst haben solle, da es, wie Christus gesagt habe, im Haus des Vaters viele Wohnstätten gebe. Gott habe sich wahrhaft gezeigt und die Welt so sehr geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn hingegeben habe, damit jeder, der glaubt, nicht verloren sei, sondern das ewige Leben habe. Im höchsten Akt der Liebe des Kreuzes sei Jesus in den Abgrund des Todes eingetaucht und habe ihn besiegt, „er ist auferstanden und hat auch für uns die Tore der Ewigkeit geöffnet“. „Christus stützt uns durch die Nacht des Todes, die er selbst durchschritten hat. Er ist der Gute Hirt, dessen Führung man sich ohne Angst anvertrauen kann, da er gut den Weg kennt, auch durch die Finsternis“.[…]

Experten: Antisemitismus in „erheblichem Umfang“ in Deutschland
[…]Judenfeindliche Einstellungen sind nach Einschätzung von Experten in „erheblichem Umfang“ in der deutschen Gesellschaft verankert. Rechtsextreme, Holocaustleugner und extremistische Islamisten nutzten das Internet demnach mit großer Selbstverständlichkeit als Plattform für ihre Propaganda, schreibt der unabhängige „Expertenkreis Antisemitismus“ in seinem ersten Bericht … Bei der Verbreitung antisemitischer Einstellung unter der Bevölkerung nehme Deutschland im europaweiten Vergleich einen Mittelplatz ein. „Dabei ist zu betonen, dass Deutschland trotz einer beständigen Auseinandersetzung mit seiner nationalsozialistischen Vergangenheit und trotz einer weitgehenden öffentlichen Tabuisierung des Antisemitismus im Allgemeinen höhere Werte erreicht, als die westeuropäischen Länder Italien, Großbritannien, Niederlande und Frankreich“, heißt es in dem Bericht. Zum Teil extrem hohe Antisemitismuswerte gebe es in Polen, Ungarn und Portugal. Diskriminierung von Juden auch im Sport: Nach Angaben der Experten sind rassistische, rechtsextreme und antisemitische Parolen auch auf deutschen Fußballplätzen an der Tagesordnung. „Beschimpfungen gegnerischer Mannschaften als ‚Juden‘ sowie insbesondere Beleidigungen jüdischer Spieler und Angehöriger jüdischer Mannschaften gehören zum deutschen Fußballalltag“, schreiben die Experten. Gegenmaßnahmen würden auch deshalb erschwert, weil sich diese Vorgänge weniger in den Vereinen, sondern eher im Umfeld der Fangemeinden abspielten. Der bedeutendste politische Akteur beim Antisemitismus sei nach wie vor das rechtsextremistische Lager. „Gleichzeitig ist der Antisemitismus ein bedeutendes ideologisches Bindeglied in der Ideologie des keineswegs homogenen Rechtsextremismus“, heißt es in dem Bericht. Er habe deshalb eine besondere Bedeutung für die Integration der Anhänger des Rechtsextremismus und deren Identität.[…]

Der uferlose Fliege-Dreck und Bad Wörishofen mutiert doch noch zum Eso-Misthaufen
[…]Pfarrer Jürgen Fliege zeigt sich am Montagnachmittag tief ge- und betroffen. “Schreiben Sie, ich komme nicht wieder!“ Noch bevor er sich setzte, um eine Bilanz des 3. Bad Wörishofener Herbstes zu ziehen, diese Worte. Ein kleines Hintertürchen lässt er dann dennoch offen: „Sollte die Stadt auf mich zukommen und Mitverantwortung tragen, können wir darüber reden.“ „Wo man Dich nicht aufnehmen will, schüttele Deinen Staub von Deinen Schuhen und gehe!“ Selbstverständlich zieht Jürgen Fliege ein seiner Meinung nach passendes Bibelzitat und spielt auf die Sonntagsrede von Pfarrer Rudolf Gaißmayer in St. Justina an. „Dass gläubige Christen, Gäste meines Kongresses, von der Kanzel herunter beschimpft werden, ist keine geistige Atmosphäre, in der ich weiter meinen Dialog führen möchte“, so Fliege. Da müsse sich nach seinem urchristlichen Verständnis „liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ noch eine Menge tun. Auf eine Fortsetzung seines Kongresses in einer anderen Stadt angesprochen antwortete er: „Ich habe 40 Jahre mitgeholfen in dieser Kirche etwas zu bewegen, jetzt bin ich im Ruhestand. Von meinem Weg, die Spiritualität wieder in die Kirche miteinzubeziehen, lasse ich mich aber sicher nicht abbringen. Auch hier in Bad Wörishofen habe ich wieder Heilung erlebt, ohne sie erklären zu können. Eric Pearl hat zum Beispiel einen Wörishofer Tontechniker von seinen Lähmungserscheinungen befreit!“ … Bürgermeister und Kurdirektoren wollen weitere Veranstaltung … „Wir stellen uns in Bad Wörishofen weiterhin dieser Verantwortung“, so Holetschek und die Kurdirektoren. „Unsere Wurzeln sind das ganzheitliche Naturheilverfahren von Pfarrer Sebastian Kneipp. Sicher ist, dass dies in Bad Wörishofen im Mittelpunkt steht“, so weiter der Wortlaut der Presseerklärung. In einer Zeit, in der Erkrankungen der Seele (zum Beispiel Burnout) sich immer mehr häuften, könnte sich Bad Wörishofen in diesem Bereich noch deutlicher positionieren. Insofern sei die Kurstadt auch ein Heilbad für die Seele oder ein „Seelenheilbad“ – gemäß der bekannten Zitate von Pfarrer Kneipp „Vergesst mir die Seele nicht“ und „Erst als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen, hatte ich vollen Erfolg“.[…]

Katholische Kirche in Brasilien schrumpft
[…]Brasilien war und ist das größte katholische Land der Welt, zumindest zahlenmäßig. Aktuell veröffentlichte Daten belegen jedoch einen deutlich fallenden Katholikenanteil in der Bevölkerung des südamerikanischen Landes. Dieser Anteil ist von 2003 auf 2009 von 73,8 auf 68,4 Prozent gesunken. Ein Negativ-Rekord[…]

Die Fundis vereint gegen die moderne Welt
[…]Der russisch-orthodoxe Patriarch Kyrill I. (siehe Foto) und Moskaus katholischer Erzbischof Paolo Pezzi sehen die Beziehungen zwischen beiden Kirchen in Russland auf einem guten Weg. Kyrill I. betonte nach Angaben russischer Medien am Dienstag bei einer Begegnung mit Pezzi, dank gemeinsamer Anstrengungen hätten beide Konfessionen die Spannungen aus den 1990er Jahren überwunden. Heute arbeiteten die Kirchen in Russland «gelassen» zusammen. Orthodoxe und Katholiken bildeten eine «Front» zur Verteidigung der christlichen Werte in der modernen Gesellschaft, sagte der Patriarch. Die gemeinsame Haltung in vielen Fragen sei sehr wichtig für die «Konsolidierung der russischen Gesellschaft»[…]