Witzfigur Fliege: „Fluch wirkt! Segen eben auch! und selbst Jesus war Unternehmer“


Quelle: sonntagsblatt-bayern.de

„Bei mir kostet Segen kein Geld“
Jürgen Fliege ist in die Kritik geraten – und muss sich einem Disziplinarverfahren stellen. Im Gespräch mit Joachim Frank äußert sich der TV-bekannte Pfarrer über Wunderglauben, Weihwasser – und die angebliche Kampagne der Landeskirche gegen ihn.

Von Joachim FrankKölner Stadt-Anzeiger

Herr Fliege, was kostet eigentlich Segen?


Pfarrer Fliege: Eine ganze Menge. Zum Beispiel Überwindung, zum Vater oder zur Mutter zu gehen und sich überhaupt segnen zu lassen. Das ist die ursprünglichste Form des Segens – sich seiner Ursprünge zu vergewissern.

Warum kostet Segen dann bei Ihnen auch noch Geld?

Fliege: Bei mir kostet Segen kein Geld.

Die von Ihnen gesegneten Wässerchen aber schon.

Fliege: Erstens: Das war kein Wasser, sondern eine aus vielen Pflanzen und anderen wertvollen Stoffen hergestellte Essenz. Zweitens: Es gibt sie nicht mehr.

Warum nicht, wenn Sie es für so wertvoll halten?

Fliege: Weil ich gesehen habe, dass meine Botschaft nicht angekommen ist. Ich wollte, dass Menschen – wie früher – bei der Einnahme von Essen oder auch von Medizin beten. Ich wollte auch, dass wir das Leben spendende Wasser, das quasi immer schon heilig ist, viel, viel ernster nehmen und ehren. Das ist doch kein esoterischer Mist, sondern Jahrhunderte altes Erfahrungswissen. Das zu einer täglichen Übung zu machen, ist mir nicht gelungen. Also habe ich mich verhalten wie beim Radio: Wenn die Übermittlung gestört ist, musst du die Frequenz wechseln.

Sie reiten immer darauf herum, dass die von Ihnen gesegneten Produkte wirken – Erfolgsgarantie durch Segen sozusagen. Das klingt magisch – und unterscheidet sich etwa von der Symbolik des Weihwassers in der katholischen Kirche.

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3 Comments

  1. Was ist den an dem Fliege so ungewöhnlich? Der Mann ist Pfaffe! Sagt das nicht alles? Der tut nur das, was sie alle machen. Mit der Angst und der Dummheit von Menschen wird Geld gescheffelt ! Gelobt sei (der „Unternehmer im Fliege´schen Sinne“) Jesus Christus. In Ewigkeit ? Amen.

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  2. Grandios ist sein, wie ich es nennen möchte, „Radio-Frequenzen-Gleichnis“ – damit offenbart er ja nun wirklich die ganze Bandbreite (SCNR) seiner Geisteswelt. Wie erbärmlich ist eine „heilige Schrift“, wenn deren professionelle Anhänger schon auf solche Metaphern zurückgreifen müssen… selbiges gilt für seine verwässerte Spiritualität.

    Solche Phrasen und Ideen gab’s vor 20 Jahren im Eso-Bereich bei „Laien“, wenn heute Kleriker so was raushauen…

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  3. Das Beispiel Fliege zeigt einmal mehr, wohin religiös motivierte Geistesverwirrung führen kann. Dieser Mann hat doch für alles eine (scheinbar) passende Antwort bzw. Ausrede zur Hand. Ich vermute mal, dass ihm irgendwann der zweifelos schon immer stark esoterisch verbrämte christliche Glaube zu wenig esoterische Substanz bot, weshalb er inzwischen voll auf die Esoterik umgestiegen ist.

    Mit anderen Worten: Fliege vertritt vermutlich die Ansicht, dass der christliche Glaube den Menschen von heute offenbar zu wenig Hilfen zur Bewältigung von Lebenskrisen anbietet. Aus diesem Grunde hat er lediglich die Esoterik-Dosis in seiner seelsorgerischen Tätigkeit erhöht. Damit tritt er in Konkurrenz zur offiziellen Kirche, die zwar ebenfalls esoterischen Zauber verkauft, aber eben nicht so offensichtlich, wie Fliege es tut. Die Katholen hingegen operieren übrigens schon immer mit einem traditionell höheren Anteil an esoterischem Hokuspokus. Die bieten ihren Gläubigen nämlich schon seit Jahrhunderten geweihtes Wasser an.

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