Vatikanische Katholiban zu liberal für Piusbrüder


Piusbrüder machen Front gegen Einigungspapier
Einflussreiche Prister der Pius-Bruderschaft wollen unter den aktuellen Bedingungen nicht zurück in den Schoß der Kirche – eine Einigung mit dem Vatikan droht zu scheitern.

Von Gernot FaciusWelt online

Die Verständigung zwischen dem Vatikan und den abtrünnigen Piusbrüdern droht zu scheitern. In der traditionalistischen Bruderschaft St. Pius X. halten einflussreiche Priester die Bedingungen für nicht akzeptierbar, die Rom für einen Rückkehr in den Schoß der Kirche gestellt hat.

Auf der Linie eines entschlossenen Nein zu den am 14. September von der Glaubenskongregation präsentierten Einigungsvorschlägen liegt die Erklärung des britischen Distrikoberen der Bruderschaft, Paul Morgan.

Zeit für Gespräche sei nicht reif

In seinem November-Rundschreiben spricht der Brite eine klare Warnung aus. Die den Piusbrüdern zur Annahme vorgelegte „Lehrmäßige Präambel“ enthalte alle Elemente, die seine Gemeinschaft stets abgelehnt habe. Morgan zählt auf, was in dem bislang geheim gehaltenen Text verlangt wird: die Akzeptanz der „neuen Messe“ und des Zweiten Vatikanischen Konzils, wie es im Katechismus der katholischen Kirche seinen Ausdruck findet.

Morgans Fazit: Die Zeit sei nicht reif, Gespräche mit vatikanischen Stellen über eine organisatorische Eingliederung der Bruderschaft in die Strukturen der Kirche fortzusetzen. Darüber herrsche Konsens unter den Pius-Oberen.

Diese Einlassungen irritieren offenbar andere Pius-Brüder, vorübergehend verschwanden sie sogar von der Internetseite des britischen Distrikts. Einige scheinen besorgt, dass eine verfrühte Festlegung auf eine Ablehnung der Bruderschaft nur Schaden hervorrufen, vielleicht sogar zu einer Spaltung des eigenen Lagers führen könnte.

Das im schweizerischen Menzingen beheimatete Generalhaus der Gemeinschaft, gleitet von Bischof Bernard Fellay, reklamiert ohnehin für sich das Recht auf offizielle Stellungnahmen.

„Wir werden die Tür nicht zustoßen“

In der Leitung des deutschen Distrikts spricht man denn auch von „britischen Indiskretionen“. Pater Franz Schmidberger, der deutsche Obere der Piusbrüder, sagt im Gespräch mit „Welt Online“ „Wir werden die Tür, die Rom geöffnet hat, nicht zustoßen.“ Und er fügt hinzu: „Was die Präambel betrifft, ist aber noch Klärungsbedarf.“ Darüber seien sich die Oberen bei ihrem letzten Treffen am 7. Oktober in Albano bei Rom einig gewesen.

weiterlesen