Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

 

Quelle: bruedergemeinde.de

IBKA-Vertreter im Bundespräsidialamt
[…]Auf Einladung von Herrn Staatssekretär Prof. Dr. Lothar Hagebölling, dem Leiter des Bundespräsidialamtes, waren am 07.11.2011 Rainer Ponitka, Pressesprecher des IBKA e. V. und Hans-Jürgen Rosin, IBKA-Landessprecher Niedersachen – Bremen, zu einem informellen Gespräch im Bundespräsidialamt. Zusammen mit dem Rechtsreferenten Prof. Dr. Stephan Pieper wurden Themen rund um die Trennung von Staat und Kirche erörtert. Das Gespräch fand in einer freundlichen und offenen Atmosphäre statt. Im Vordergrund stand die Ablösung der Staatsleistungen an die Kirchen. In diesem Zusammenhang wurden die geschichtlichen Voraussetzungen erörtert und die IBKA-Vertreter machten deutlich, warum hier dringend etwas geändert werden muss. Aus Sicht des IBKA ist es überfällig, den § 140 des Grundgesetzes umzusetzen, indem der Bund die Grundsätze zur Ablösung der Staatsleistungen aufstellt, wie es die Verfassung fordert. Es wurde dargelegt, warum viele Menschen die Privilegien der Kirchen als ungerecht empfinden. Kritisiert wurde auch, dass die Religionsgemeinschaften in als kirchlich firmierenden Sozialeinrichtungen wie Krankenhäusern, Seniorenheimen und Kindergärten keinen bis lediglich einen geringen Beitrag aus dem eigenen Etat leisten. Auch von der Kirchensteuer werden weniger als 10% für kirchliche soziale Zwecke verwandt. Weiter wurden die Aufnahmepraktiken der Schulen in freier Trägerschaft besprochen. Hier werden junge Menschen entweder schon bei der Schulwahl ausgegrenzt, weil ihre Eltern keine Kirchensteuer bezahlen, oder aber sie müssen die Schule verlassen, weil sie sich im Jugenalter umorientieren und den Religionsunterricht nicht mehr besuchen wollen. Das Gespräch wurde in dem Bewusstsein beendet, den Standpunkt der Konfessionslosen und Atheisten einmal mehr in den politischen Diskurs gebracht zu haben. Von beiden Seiten vorgebrachte Argumente stiessen auf Offenheit und fanden gegenseitiges Interesse.[…]

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Nachhaltigkeit predigen, profitorientiert egoistisch handeln, das ist Kirche!

Quelle: tu-darmstadt.de

Kaum ein kirchlicher Träger kauft fair und ökologisch ein
Nur zehn Prozent der in kirchlichen Einrichtungen verwendeten Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau oder fairem Handel. Trotz gegenteiliger Beschlüsse kirchlicher Gremien spielten soziale und ökologische Kriterien beim Einkauf eine geringe Rolle, heißt es in einer von den Hilfswerken „Brot für die Welt“ und Evangelischer Entwicklungsdienst (EED) in Auftrag gegebene Studie, die am Dienstag veröffentlicht wurde.

Evangelisch.de

„Der Ruf der Kirchen nach einer gerechten Wirtschaftsweise und einem nachhaltigen Lebensstil richtet sich nicht nur an andere, sondern zunächst an sie selbst“, erklärte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Direktorin „Brot für die Welt“. „Es ist eine Frage der Glaubwürdigkeit und des klugen Einsatzes der eigenen Marktmacht.“ Einrichtungen wie evangelische Krankenhäuser, Akademien, Tagungsstätten oder Kindergärten bleiben in ihrem Einkaufsverhalten weit hinter dem zurück, was sozial und ökologisch für eine zukunftsfähige Kirche und eine gerechte Weltwirtschaft notwendig wäre, lautet das Fazit der Studie.

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Ein Verfassungsrichter, ein liebes Kreuz und die böse Burka

Man möchte meinen Verfassungsrichter hätten wichtiges zu tun. Wichtig im Sinne, von grundgesetzlicher Rechtssprechung, aber nein, scheint nicht so zu sein. Jedenfalls nicht beim Verfassungsrichter Udo Di Fabio. Es juckt den Mond nicht, welcher Konfession oder Weltanschauung bundesdeutsche Verfassungsrichter anhängen. Und uns ebenso wenig. Di Fabio posaunt nun sein christliches Credo in die Welt hinaus, wollte eigentlich niemand wissen, völlig uninteressant. Lassen wir ihn zu Wort kommen:

Udo Di Fabio

Die Bedeutung des Kreuzes muss erklärt werden. Ein Kreuz alleine kann nicht indoktrinieren.

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Igitt: Biblische „Wertvollworte“ für unterwegs

Neue Werbekampagne des Christlichen Plakatdienstes Hamburg: Biblische "Wertvollworte" für unterwegs (Bilder: S. Simic) Quelle: stadtteilreporter-eppendorf.abendblatt.de

Jeder hat sie schon gesehen: Bibelverse, die meist in altmodischer Schrift auf Litfaßsäulen plakatiert sind. Michael Stahl, Vorsitzender des Christlichen Plakatdienstes Hamburg, will Plakatmission vom altbackenem Image befreien. Gerade hat der Plaktdienst Hamburg eine Plakatserie mit Motiven geschaltet, die zum Nachdenken im Alltag anregen will. Ist Plakatmission noch zeitgemäß? Ja findet Michael Stahl, aber die Plakate müssen gut gemacht sein und dem Betrachter Freiräume zur Interpretation einräumen.

Von Michael StahlEvangelisch.de

„Stehplatz, Schwarzfahrer, Warteschlange, Coffee to go…“ Wer in diesen Wochen in der Hamburger U-Bahn unterwegs ist, reibt sich verwundert die Augen. Die Hamburger Künstlerin Eva Jung hat alltägliche Begriffe aus der Welt des öffentlichen Nahverkehrs in großen Lettern auf bunt leuchtende Plakate gebracht. Wer sie von Nahem betrachtet, entdeckt im Kleingedruckten einen Bibelvers, auf den das Schlagwort hinweist. Jung, die gerade in Cannes den Design-Preis „Goldenen Löwen“ für ihre Gestaltung der Basis-Bibel erhalten hat, hat bereits viele solche „Wertvollworte“ entwickelt. Viele Menschen kennen sie aus dem Internet oder als Karten-Set.

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Mädchenangst im Vatikan

Zu vielen Fragen finden sich Weisheiten in Goscinnys und Uderzos „Asterix“, so auch in Band XXIX (Asterix und Maestria):

Asterix: Ich hätte nicht gedacht, dass es weibliche Barden gibt!

Miraculix: Wir treten in das moderne Zeitalter der Antike ein, wo sich vieles verändern können wird, Asterix! So wird die Frau mit Fug und Recht dem Manne gleichberechtigt werden, mit Bedürfnissen und Ansprüchen, die ihr bisher ungerechterweise versagt waren!

Asterix: Dann könnte es also auch weibliche Druiden geben?

Miraculix: Na, na, na, Asterix! Mach keine Witze!

Von Wolfgang BergmannderStandard.at

Im außerordentlichen Messritus der katholischen Kirche können keine weiblichen Messdiener eingesetzt werden„, berichtete durch das Sommerloch weitgehend unbeachtet, die deutschsprachige Ausgabe von L’Osservatore Romano (Nr 24/2011). Vier Jahre nachdem der derzeitige Papst die vorkonziliare Messe wieder – eben als außerordentlichen Ritus – zugelassen hat, versuchen nun vatikanische Behörden das Reformrädchen noch weiter zurück zu drehen.

Lapidare Begründung: Weil 1962, als dieser Ritus der allgemein gebräuchliche war, noch keine Ministrantinnen erlaubt waren, so sind sie auch jetzt ausgeschlossen. Damit wird nebenbei in Erinnerung gerufen, dass sich Rom erst 1996 durchrang, auch Mädchen Brot und Wein zum Altar tragen zu lassen. Vorher war es hierzulande allerdings schon weit verbreitet. Womit sich einmal mehr zeigt, dass manches im Ungehorsam geschehen muss, bis der Vatikan zu Reformschritten kommt.

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Düsseldorfer „Halb-Hexen“ – sexuell ungeordnet

Die Düsseldorfer Stadtregierung musste sich im Laufe der letzten Woche mit der Rehabilitierung von Hexen befassen. Foto: Perfecto Insecto CC BY 2.0

Die Stadt Düsseldorf hat sich am Wochenende mit der Rehabilitierung von zwei im Jahre 1738 als Hexen hingerichteten Frauen befasst. 273 Jahre nach ihrer Verbrennung auf dem Scheiterhaufen behandelte der städtische Beschwerdeausschuss eine Eingabe von Andreas Vogt. Darin hatte sich Vogt für die öffentliche Rehabilitierung der beiden Frauen eingesetzt.

pro Medienmagazin

Vogt selbst ist Mitglied des Kostümvereins „Düsselhexen“: Dieser kümmert sich zum einen um die Aufarbeitung der Hexenprozesse, zum anderen ist er maßgeblich an der Durchführung der Walpurgisnacht beteiligt, die jedes Jahr in der Stadt Wernigerode im Harz veranstaltet wird, und den Hexenkult salonfähig macht.

Zur Historie des Düsseldorfer Falls: Das damalige Schöffengericht hatte 1738 die 16-jährige Helena Curtens und die 47-jährige Agnes Olmans aus dem Stadtteil Gerresheim zum Tode verurteilt. Sie wurden auf dem Düsseldorfer Galgenberg bei lebendigem Leibe verbrannt.

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Argentiniens Fußball und das Pech der Jungfrau

babykleidung24.org

In Argentinien kann sich der Aberglaube ein katholisches Mäntelchen überziehen.

Von Camilla Landbökath.net

Mitten im Fußballstadion ragte das zweieinhalb Meter hohe Marienbildnis in die Höhe. Schützend schaute die Jungfrau Guadalupe auf das Feld und die Spieler des argentinischen Erstligaclubs Colon herab. Doch seit geraumer Zeit verlor der Verein aus der nördlich von Buenos Aires gelegenen Provinz Santa Fe ein Spiel nach dem anderen. Eines Tages fand man den Sockel, auf dem die Statue gestanden hatte, leer. Über Nacht war Guadalupe verschwunden – niemand wusste wohin. Kirchenvertreter zeigten sich entrüstet und besorgt.

Die Argentinier singen, tanzen und schreien, bis die Stimme versagt. Sie leiden und feiern mit ihrem Fußballclub. Er ist mehr als nur ein Club; er ist Leidenschaft, Liebe, Leben. Wenn Argentiniens Nationalmannschaft bei der WM ein Tor schießt, bebt Buenos Aires. Aus allen Häusern hört man Schreie, Gejauchze, Jubel. Wenn dagegen die Mannschaft ein Tor kassiert oder sogar verliert, ist Totenstille in der Hauptstadt. Eine bedrückende Stille – als ob jemand Bedeutendes gestorben, etwas Schlimmes passiert wäre. Für viele Argentinier ist der Fußball gar noch mehr als Leidenschaft und Liebe: etwas Übersinnliches. So wundert es nicht, dass Fußball und Aberglauben in dem südamerikanischen Land oft Hand in Hand gehen.

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