Argentiniens Fußball und das Pech der Jungfrau


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In Argentinien kann sich der Aberglaube ein katholisches Mäntelchen überziehen.

Von Camilla Landbökath.net

Mitten im Fußballstadion ragte das zweieinhalb Meter hohe Marienbildnis in die Höhe. Schützend schaute die Jungfrau Guadalupe auf das Feld und die Spieler des argentinischen Erstligaclubs Colon herab. Doch seit geraumer Zeit verlor der Verein aus der nördlich von Buenos Aires gelegenen Provinz Santa Fe ein Spiel nach dem anderen. Eines Tages fand man den Sockel, auf dem die Statue gestanden hatte, leer. Über Nacht war Guadalupe verschwunden – niemand wusste wohin. Kirchenvertreter zeigten sich entrüstet und besorgt.

Die Argentinier singen, tanzen und schreien, bis die Stimme versagt. Sie leiden und feiern mit ihrem Fußballclub. Er ist mehr als nur ein Club; er ist Leidenschaft, Liebe, Leben. Wenn Argentiniens Nationalmannschaft bei der WM ein Tor schießt, bebt Buenos Aires. Aus allen Häusern hört man Schreie, Gejauchze, Jubel. Wenn dagegen die Mannschaft ein Tor kassiert oder sogar verliert, ist Totenstille in der Hauptstadt. Eine bedrückende Stille – als ob jemand Bedeutendes gestorben, etwas Schlimmes passiert wäre. Für viele Argentinier ist der Fußball gar noch mehr als Leidenschaft und Liebe: etwas Übersinnliches. So wundert es nicht, dass Fußball und Aberglauben in dem südamerikanischen Land oft Hand in Hand gehen.

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