Mädchenangst im Vatikan


Zu vielen Fragen finden sich Weisheiten in Goscinnys und Uderzos „Asterix“, so auch in Band XXIX (Asterix und Maestria):

Asterix: Ich hätte nicht gedacht, dass es weibliche Barden gibt!

Miraculix: Wir treten in das moderne Zeitalter der Antike ein, wo sich vieles verändern können wird, Asterix! So wird die Frau mit Fug und Recht dem Manne gleichberechtigt werden, mit Bedürfnissen und Ansprüchen, die ihr bisher ungerechterweise versagt waren!

Asterix: Dann könnte es also auch weibliche Druiden geben?

Miraculix: Na, na, na, Asterix! Mach keine Witze!

Von Wolfgang BergmannderStandard.at

Im außerordentlichen Messritus der katholischen Kirche können keine weiblichen Messdiener eingesetzt werden„, berichtete durch das Sommerloch weitgehend unbeachtet, die deutschsprachige Ausgabe von L’Osservatore Romano (Nr 24/2011). Vier Jahre nachdem der derzeitige Papst die vorkonziliare Messe wieder – eben als außerordentlichen Ritus – zugelassen hat, versuchen nun vatikanische Behörden das Reformrädchen noch weiter zurück zu drehen.

Lapidare Begründung: Weil 1962, als dieser Ritus der allgemein gebräuchliche war, noch keine Ministrantinnen erlaubt waren, so sind sie auch jetzt ausgeschlossen. Damit wird nebenbei in Erinnerung gerufen, dass sich Rom erst 1996 durchrang, auch Mädchen Brot und Wein zum Altar tragen zu lassen. Vorher war es hierzulande allerdings schon weit verbreitet. Womit sich einmal mehr zeigt, dass manches im Ungehorsam geschehen muss, bis der Vatikan zu Reformschritten kommt.

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