Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

 

Quelle: bruedergemeinde.de

Göring-Eckardt, Polit-Religiotin par excellence
[…]Als „fromm und politisch“ wertet die Präses der EKD-Synode, Bundestagsvizepräsidentin Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen), den Verlauf der Magdeburger Tagung des „Kirchenparlaments“, die am 9. November nach vier Tagen zu Ende geht. Die 126 Synodalen hätten sich mit zwei Schwerpunkten beschäftigt – der Mission und dem kirchlichen Arbeitsrecht. Die öffentliche Resonanz habe gezeigt, dass die Frage, wie christlicher Glaube heute Sprache und Gestalt gewinnen könne, mit großer Aufmerksamkeit wahrgenommen werde, erklärte sie vor Journalisten. Die an einer Stimmbandentzündung erkrankte Präses betonte in einer schriftlichen Erklärung, dass es bei Mission um mehr gehe als um die Bewältigung kirchlicher Mangelerscheinungen oder eine Strategie zur Mitgliedergewinnung: „Das Evangelium ist der Grund, der uns Krisen anders sehen und anders mit ihnen umgehen lehrt.“ In einer krisenhaften Welt voll Verunsicherung, sei Trost für verängstigte Seelen und die Überwindung von Angst nicht nur für Christen wichtig, sondern für die gesamte Gesellschaft. Den Synodalen liegt der Entwurf für eine „Kundgebung“ zum Thema Mission vor. Dabei handelt es sich um eine an die Öffentlichkeit gerichtete Erklärung, die mit Zweidrittelmehrheit verabschiedet werden muss[…]

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Was zu erwarten war: EKD beschließt Streikverbot

Quelle: agmav-wuerttemberg.de

Synode in Magdeburg
Evangelische Kirche beschließt Streikverbot

MDR

Die Evangelische Kirche in Deutschland ( EKD ) hält am Streikverbot in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen fest. Das Kirchenparlament verabschiedete zum Abschluss seiner Jahrestagung in Magdeburg am Mittwoch ein kirchliches Gesetz, in dem der Sonderweg im Arbeitsrecht festgeschrieben wird.

Bei dem sogenannten „Dritten Weg“ sollen von Arbeitgebern und Arbeitnehmern besetzte Kommissionen einvernehmlich über die Gehälter entscheiden. Hintergrund ist, dass vor allem in der Diakonie das festgelegte Lohnniveau in einigen Einrichtungen über Ausgründungen und Zeitarbeit unterlaufen wird. Gegen schwarze Schafe will die Kirche nun aber entschieden vorgehen. In einem Entschluss des Kirchenparlaments heißt es, Missstände wie ersetzende Leiharbeit und nicht hinnehmbare Niedriglöhne müssten zu ernsthaften Konsequenzen wie dem Ausschluss aus dem Diakonischen Werk führen.

Die Gewerkschaft Ver.di bezeichnete das EKD-Gesetz hingegen als skandalös und sprach von einem „vordemokratischen Akt“. Streikrecht sei ein Grundrecht. Die Kirche indes verwies auf ihr in der Verfassung verankertes Recht, ihre Angelegenheiten eigenständig zu regeln und warf der Gewerkschaft vor, im kirchlichen Bereich auf Mitgliederfang zu gehen. Ver.di macht sich bereits seit längerem für klassische Tarifverhandlungen bei der Kirche stark.

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Jesus war kein Vegetarier

Mit seinem Buch "Jesus war kein Vegetarier" ruft Sebastian Moll den Widerstand kirchlicher Kreise und den Protest seiner Mainzer Kollegen hervor. Foto: Berlin University Press / Universität Mainz

Vor wenigen Wochen veröffentlichte Sebastian Moll, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Evangelisch-Theologischen Fakultät der Universität Mainz, ein kleines Büchlein, das hohe Wellen schlägt. Dort übt er Kritik an der Kirche: Sie vereinnahme die biblischen Texte zu sehr für aktuelle gesellschaftliche Themen. Sowohl von kirchlicher Seite wie auch seitens der Mainzer Fakultät wächst nun der Widerstand.

pro Medienmagazin

Das Buch „Jesus war kein Vegetarier“ von Sebastian Moll hat für einige Aufregung gesorgt. In dem Buch kritisiert der Theologe die Gepflogenheit der Evangelischen Kirche, zeitgenössische gesellschaftliche Anliegen mit der Bibel zu begründen. Weder die fleischlose Ernährung noch der Kampf für die Rechte der Frauen etwa fänden sich als explizites Anliegen in den biblischen Texten.

Obwohl es der Name des Verlags „Berlin University Press“ nahelegt, handelt es sich dabei nicht um ein wissenschaftliches Werk. Das Buch richtet sich an eine breite Öffentlichkeit. Moll hat auch – aufgrund des bewusst provokanten Stil des Buches – mit einer gewissen Aufmerksamkeit und auch Widerstand gegen das Buch gerechnet. Überrascht habe ihn aber die Art und der Ort des Widerstandes, sagte er gegenüber pro.

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Päpste: Pornokratie, Mord an Konkurrenten, Prozess gegen Leichen

Quelle: buecher.de

Päpste, wie sie nicht sein sollten
Pornokratie, Mord an Konkurrenten, Prozess gegen Leichen: Die Oberhäupter der katholischen Kirche nahmen es mit den zehn Geboten nicht immer ganz genau. Stefan Kuzmany sucht in seinem Buch „Das können Sie glauben!“ nach der besten Religion – und findet üble Sünder auf dem Heiligen Stuhl.

Spiegel online

Stephan VI., der ab Mai 896 für nur etwa ein Jahr regierte, ließ seinen verhassten Vorvorgänger Formosus exhumieren, um dessen Leichnam den Prozess zu machen. Die Gründe für diesen als Leichensynode bekannten Prozess sind einigermaßen verworren. Kurz gesagt ging es darum, dass Stephan VI. sich gegen den Vorwurf wehren wollte, nicht rechtmäßig Papst, also Bischof von Rom, geworden zu sein, weil er vorher schon Bischof von Anagni gewesen sei. Der Wechsel von einem Bischofsamt (die sogenannte Translation) zum anderen aus Ehrgeiz war jedoch verboten.

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Mississippi: Evangelikale scheitern

Missisippi: Abstimmung gegen Abtreibung gescheitert (©yeson26.net)

Im US-Bundesstaat Mississippi ist ein radikales Abtreibungsverbot gescheitert. Nach Medienberichten stimmten bei einem Volksentscheid am Dienstag rund 60 Prozent der Wähler gegen einen Zusatz zur Verfassung des Bundesstaates, demzufolge „jeder Mensch vom Augenblick der Befruchtung an“ als Person gelten sollte.

domradio.de

Der Passus in der Verfassung hätte zur Folge gehabt, dass Embryonen und Föten ein unbedingtes Recht auf Leben gehabt hätten. Auch bestimmte Verhütungsmittel wie die „Pille danach“ wären nicht mehr erlaubt gewesen.

Befürworter legaler Abtreibungen hatten die Vorlage als „extrem“ bezeichnet. Die Polizei solle laut Entwurf sogar ermitteln dürfen, wenn eine Frau eine „verdächtige“ Fehlgeburt erleide, warnte das „Zentrum für reproduktive Rechte“. Die Initiative war allerdings auch bei moderaten Abtreibungsgegnern umstritten. So zeigte sich auch der römisch-katholische Bischof von Jackson (Mississippi), Joseph Latino, skeptisch: Die Vorlage schade Bemühungen gegen Abtreibungen auf nationaler Ebene.

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Slowakische Republik: Menschenunwürdige Roma-Sterilisation

Diskriminierung von Minderheiten: Slowakische Nationalisten machen Wahlwerbung gegen Sinti und Roma im Mai 2010. Bild: dpa

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Sterilisation einer jungen Roma in der Slowakei gerügt. Einer Studie zufolge teilen viele Roma-Frauen dieses Schicksal.

taz

Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte hat die Sterilisierung einer jungen Roma in der Slowakischen Republik als menschenunwürdige Behandlung gerügt. Die damals 20-Jährige sei in einem staatlichen Krankenhaus während der Geburt ihres zweiten Kindes unter Druck gesetzt worden, stellten die Straßburger Richter am Dienstag fest.

Das Pflegepersonal habe die junge Frau gewarnt, bei einer dritten Schwangerschaft werde entweder sie oder das Baby sterben. Dem Urteil zufolge unterzeichnete die junge Frau daraufhin eine Einwilligung in die Sterilisierung. Nach eigenem Bekunden hatte sie nicht verstanden, dass sie durch den Eingriff für immer unfruchtbar werden würde.

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To train up a child: Kill your Baby, in the name of Jesus

Quelle: alternet.org

The Shady World of Right-Wing ‚Discipline‘ Guides
There is a brutal movement in America that legitimizes child abuse in the name of God.

Von Frank SchaefferAlternet.org

There is a brutal movement in America that legitimizes child abuse in the name of God. Two stories recently converged to make us pay attention. Last week, a video went viral of a Texas judge brutally whipping his disabled daughter. And on Monday, the New York Times published a story about child deaths in homes that have embraced the teachings of To Train Up a Child, a book by Christian preacher Michael Pearl that advocates using a switch on children as young as six months old.

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Der Elternratgeber „To train up a child“ ist ein Bestseller unter Amerikas Evangelikalen. Er empfiehlt den Einsatz von Rute und Schlagstock zur Erziehung, selbst bei Babys – und stand bei mehreren Eltern zu Tode geprügelter Kinder im Bücherschrank.

Von Nadja Erb Frankfurter Rundschau

Mehr als 670.000 Exemplare ihres Buches haben Pfarrer Michael Pearl und seine Frau Debi bereits verkauft. Das im Selbstverlag produzierte Machwerk wird auf Internetseiten christlicher Fundamentalisten empfohlen – doch die darin angepriesenen Erziehungsmethoden haben inzwischen Behörden und Medien in den USA auf den Plan gerufen. Der Grund: Das Buch wird mit mehreren Fällen zu Tode gequälter Kinder in Zusammenhang gebracht.

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Urheberrechtsextremist prügelte behindertes Kind für Filesharing mit Gürtel

Der texanische Richter rechtfertigt sich damit, dass die auf Video festgehaltene siebeneinhalbminütige Gewaltorgie „nicht so schlimm war, wie es aussieht“

Von Peter MühlbauerTelepolis

Richter, so sollte man meinen, müssten bei der Erziehung eigentlich weniger Problem mit der Beurteilung der Verhältnismäßigkeit bei der Verhängung von Strafen haben als andere Eltern. Auf den texanischen Familienrichter William Adams trifft das offensichtlich nicht zu: Er erregt seit ein paar Tagen Aufmerksamkeit mit einem 2004 aufgenommenen Video, das seine jetzt 23-jährige Tochter Hillary ins Netz stellte, um zu verhindern, dass er weiter Recht sprechen darf.

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Süddeutsche.de Oktober 2010:  „Liebe geht durch den Stock“