USA: „Neue Evangelikale“ – Vielstimmigkeit?


Marcia Pally - hier auf dem Kirchentag 2011 in Dresden. Foto: pro

Seit Jahren beschäftigt sich die New Yorker Wissenschaftlerin Marcia Pally mit den „neuen Evangelikalen“, die zum politisch linken Spektrum tendieren und mehr Heterogenität in die christliche Szene Amerikas bringen. „Die Zeit“ druckt in ihrer aktuellen Ausgabe einen ganzseitigen Beitrag der Autorin.

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„Sie traten auf als Kreationisten und eifernde Schwulenfeinde. Kurz: Es schien sich beim evangelikalen Christentum um eine Mischung aus Fundamentalismus und Dummheit zu handeln“, heißt es zu Beginn von Pallys Text, der in der aktuellen Ausgabe der „Zeit“ abgedruckt ist. In den letzten sechs Jahren habe es jedoch einen gigantischen Umbruch der religiös-politischen Landschaft in den USA gegeben: Die „Neuen Evangelikalen“ hätten sich von der „Religiösen Rechten“ abgewandt und sich für antimilitaristische, konsumkritische Thesen sowie für Armenhilfe und Umweltschutz geöffnet. „Zwar ist die religiöse Rechte nicht von der Bildfläche verschwunden“, bedauert Pally, „Doch wo zuvor eine einstimmige Bewegung zu sein schien, herrscht nun Vielstimmigkeit.“

Die Wissenschaftlerin gibt in ihrem Text einen kurzen Überblick über die Geschichte der evangelikalen Bewegung in den USA, die zweimal eine „konservative Wende“ vollzogen habe – eine davon in den 1960er Jahren als Reaktion auf die „von ihnen so empfundene moralische Feigheit in der Außenpolitik“. Die Evangelikalen hätten sich von „linken Antikriegsprotesten und der mangelnden Bereitschaft, den Kommunismus zu bekämpfen“ provoziert gefühlt. Als dann auch noch die „grellen Hippies“ dazukamen, hätten sich die Evangelikalen vollends den Republikanern angeschlossen.

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