Shut up, Broad – in den Brüdergemeinden


Religion und Mysogynie – immer noch ein starkes Bündnis
Der Fortschritt ist eine Schnecke, und eine sehr langsame dazu. Beleg gefällig? Freikirchliche Glaubenslehren stützen sich wie eh und je auf die wortgetreue Auslegung der Bibel zur ideologischen Unterfütterung ihres Frauenhasses.

Von Marcus HammerschmittTelepolis

Und einfach zu sagen: „Vergib ihnen, Frau, denn sie wissen nicht, was sie tun!“ ist in diesem Fall genauso verfehlt wie in vielen anderen – sie wissen ganz genau was sie tun, und finden das auch noch besonders gottgefällig. Die Rede ist von einem Text auf dem Internetportal bibelkommentare.de, der die Frage beantwortet: „Darf eine Frau in den Gemeindestunden beten, lesen, lehren oder weissagen?“ Schon der seltsame Sprachgebrauch weist darauf hin, dass wir es hier mit einer besonderen Form des christlichen Bekenntnisses zu tun haben, und wer ein bisschen nachforscht, findet über das Impressum des Portals schnell zu „Verbreitung des christlichen Glaubens e.V.“ Dieser Verein ist der sogenannten Brüderbewegung zuzurechnen, einem Sammelsurium von religiösen Gemeinden, das es in Deutschland seit 150 Jahren gibt, und dessen wechselvolle Geschichte, inklusive Spaltungen und Wiedervereinigungen, leider niemals in Richtung Rationalität geführt hat, sondern zu allen Zeiten und in allen Schattierungen einem evangelikalen Fundamentalismus verpflichtet blieb. Die Bibelkommentierer von bibelkommentare.de gehören zu den „geschlossenen Brüdern“ (sic), einer besonders recht- und enggläubigen Fraktion.

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