Parteispitze bekennt sich zum C


Merkel beim CDU-Parteitag - im Vordeld hat der Vorstand eine Broschüre zur christlichen Basis der Unions-Politik verfasst. Foto: http://www.bilder.cdu.de

Pünktlich zum Auftakt des CDU-Parteitages in dieser Woche hat sich der Unions-Vorstand in einer Publikation zur Bedeutung des C geäußert. Das zeigt manchen Politiker von einer ungeahnt persönlichen Seite – und der eine oder andere verfällt gar ins Predigen.

pro Medienmagazin

Kanzlerin Merkel hatte den Politikern die Aufgabe gestellt, in kurzen Aufsätzen zu erklären, worin das christliche Bekenntnis der Partei für sie besteht. Sie selbst macht, unpersönlich aber klar, den Anfang: „Ich kann und mag meine politische Tätigkeit nicht von meiner christlichen Grundhaltung trennen“, schreibt Angela Merkel im Büchlein „Was das ‚C‘ für mich bedeutet“. Der Glaube helfe, die Sorgen der Menschen zu erkennen und die Verpflichtung zum Handeln zu fühlen. Für sie leitet sich aus dem christlichen Grundgerüst ein Bekenntnis zur Sozialen Marktwirtschaft, die Verpflichtung zum Schutz von Umwelt und Klima und die Verteidigung der Gedanken-, Gewissens-, und Religionsfreiheit ab. CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe beschreibt, wie sein Arbeitstag für gewöhnlich beginnt: Mit dem Lesen der Losungen auf dem iPad. „Eine christlich geprägte Politik muss stets beides sein: orientiert an der Ethik der biblischen Botschaft und nah bei den Menschen. Denn Gottes gute Gebote und seine Menschenliebe gehören für Christen untrennbar zusammen“, findet er.

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2 Comments

  1. Volker Stamm, Redakteur des Zürcher „Tages-Anzeiger“ schrieb am 6. Oktober 2011 zum Thema Staat und Religion:

    Ein Staat braucht keinen Gott

    Für Völker gibt es Wichtigeres, als sich bei der Frage nach der Existenz Gottes aufzureiben: Ein Atheist demonstriert vor dem Vatikan.
    Für das Individuum ist die Frage nach Gott von zentraler Bedeutung. Der Glaube prägt das Bewusstsein und das Weltbild entscheidend. Es macht einen Unterschied, ob ich an einen personalen Gott, an ein polytheistisches Konzept oder an eine gottlose Realität glaube.

    Für Völker ist diese Frage untergeordnet. Kollektive Systeme funktionieren besser, wenn sie sich vom Einfluss religiöser Systeme befreien. Völker tun gut daran, sich nach klaren Kriterien zu orientieren. Es wäre nur belastend, sich mit einer Frage zu befassen, die niemand beantworten kann: Gibt es einen Gott? Und wenn ja: Wie sieht das Verhältnis Mensch – Gott aus? Nimmt Gott Einfluss auf den Lauf der Welt?

    Für Völker gibt es Wichtigeres, als sich bei der Frage nach der Existenz Gottes aufzureiben. Religiöse Konflikte führen immer wieder zu Spannungen zwischen verschiedenen Glaubensgemeinschaften eines Staates. Für das Zusammenleben braucht es keinen Glauben an einen Gott. Deshalb haben moderne Staaten die Glaubens- und Kultusfreiheit eingeführt. Für die Bildung einer Demokratie ist es meist von Vorteil, wenn religiöse Prämissen die staatlichen Strukturen nicht belasten. Prägt beispielsweise die Scharia das juristische System, sind demokratische Prozesse nur schwer voranzutreiben.

    Völker brauchen auch keine moralischen und ethischen Werte von Religionen und Glaubensgemeinschaften. Staaten sollten sich von moralischen Ansprüchen emanzipieren. Verfassungen, Gesetze und Verordnungen sollten das Zusammenleben auf pragmatische Weise regeln. Es droht kein Wertezerfall, wenn wir die religiöse Moral in die Schranken der Kirchen verweisen. Respekt, Rücksicht und Einfühlungsvermögen vermag eine Gesellschaft aus sich heraus zu erzeugen.

    Moral braucht es für das Zusammenleben durchaus, wir dürfen sie aber nicht abhängig machen vom Glauben an einen Gott, den niemand beweisen kann. Religionen sind eine unsichere und relative Basis für die Bildung einer stabilen Gesellschaft und eines gesunden Staates. Verschiedene arabische Länder führen uns vor Augen, wie unheilvoll der religiöse Einfluss auf die staatliche Entwicklung sein kann. (Zitatende)

    Irgendjemand müßte diesen Text mal der CDU und der Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Tisch legen !

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  2. Diese Aufgabe, dürfte für unsere subkuttanan Polidioten keine große Schwierigkeit sein. Die geübten Hosiannasinger erledigen das mit Bravour.

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