Nazis aus Zwickau planten auch Mordanschläge auf Politiker


Quelle: haz.de

Neonazis sollen Politiker-Morde erwogen haben
„Ich bin regelrecht geschockt“: 88 Namen finden sich auf einer Liste, die die mutmaßlichen rechtsextremen Mörder aus Zwickau angefertigt haben. Aufgezählt werden Vertreter türkischer und islamischer Organisationen – sowie die Bundestagsabgeordneten Montag von den Grünen und Uhl von der CSU.

Von Oliver Das GuptaSüddeutsche.de

Die mutmaßlichen rechtextremen Terroristen aus Zwickau haben wohl auch Mordanschläge auf Politiker geplant. Die Ermittler fanden eine Liste der Gruppe Nationalsozialistischer Untergrund (NSU), von der vermutet wird, dass sie mögliche Zielpersonen für Mordanschläge enthält. Auf der Liste fanden sich unter anderem die Namen der Bundestagsabgeordneten Jerzy Montag (Grüne) und Hans-Peter Uhl (CSU). Das bestätigten beide Politiker auf Anfrage von sueddeutsche.de.

Beide Abgeordnete sind Rechts- und Innenpolitiker, Montag ist Experte für den Kampf gegen Rechtsextremismus. Montag hatte Anfang der Woche erfahren, dass sein Name sich auf der Todesliste befindet – zuerst über Parteifreunde, die mit der Nachricht in Bundestagsgremien konfrontiert wurden, dann ließ er sich die Causa vom Bundeskriminalamt in Wiesbaden bestätigen. „Ich bin regelrecht geschockt gewesen“, sagte der Parlamentarier im Gespräch zu sueddeutsche.de, „und noch immer habe ich ein beklemmendes Gefühl.“

CSU-Politiker Uhl rätselt, wie sein Name auf die Liste kommt: „Ich vermute, dass das etwas mit seiner früheren Tätigkeit als Münchner Kreisverwaltungsreferent zu tun hat“, sagte er zu sueddeutsche.de. Er fühle sich nicht bedroht.

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3 Comments

  1. Ich finde den journalistischen Salto klasse der hier vorgeführt wird.

    Es wird eine Liste mit Namen von Politikern usw. gefunden. Es wird vermutet, dass es sich um potenzielle Opfer potenziell eventuell geplanter Mordanschläge handeln soll.
    Vermutet.
    Es stand also nicht drüber „die bringen wir alle um“ oder „das sind Wichser“. Nein. Nur eine Liste mit Namen.

    Drei Sätze später werden Politiker, deren Namen auf der „Todesliste“ stehen, zitiert. Ich hab‘ echt keinen Bock mehr auf dieses Theater.

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