Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


Quelle: bruedergemeinde.de

Luxemburg: Die Schäfchen des Erzbischofs bekommen himmlische Gehälter
[…]Teuflische 8800 Euro pro Monat!: Die Schäfchen des Erzbischofs bekommen himmlische Gehälter!
…aber bei der Kommunion kennen sie keine Gnade. Es sind Gehälter, bei denen fast alle Luxemburger gnädig in die Knie sinken und Dankesgebete gen Himmel schicken würden. Die Mitarbeiter der Katholischen Kirche im Großherzogtum verdienen göttliche 8800 Euro im Monat! Das belegen die Zahlen, die im Haushalt des Staates Luxemburg stehen. Dort sind für die Löhne der etwa 100 Priester und 120 Mitarbeiter sagenhafte 23 425 030 Euro veranschlagt, inklusive Zuschläge, Prämien, Sozialabgaben und Essensgeld. Dazu stehen noch 6250 Euro für die Bibliothek, 2480 Euro für Weiterbildung und 41 150 Euro unter der Rubrik Sonstiges bereit. Und trotzdem langen die Geistlichen in die Taschen der Gläubigen.[…]

Aua …
[…]Während Erzbischof Zollitsch zum Weltbild-Skandal, der direkt die Glaubwürdigkeit der katholischen Kirche betrifft, nichts einzufallen scheint, nimmt der redefreudige Donauschwabe kunterbunt zu allen möglichen Themen Stellung. So gestern auch – denkbar überflüssig zum Neonazi-Aufreger, dem sich bereits die gesamte deutsche Presse und Politik widmet. Ein führender italienischer Journalist fragte allen Ernstes, ob Deutschland „verrückt“ geworden sei. Ganz Europa fiebere wegen der Finanzkrise und Deutschland gönne sich den „Luxus einer Phantomjagd“. Um mit einem verschmitzten Augenzwinkern hinzuzufügen: „Viel Rauch und wenig Substanz. Ein großes Ablenkungsmanöver.“ Will Erzbischof Zollitsch auch ablenken?[…]

Kirchliches Streikverbot wird Bundestag beschäftigen
[…]Das umstrittene Streikverbot in der Kirche und ihren Sozialunternehmen soll den Bundestag beschäftigen. Eine Woche nach dem Beschluss der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) in Magdeburg, in dem das Kirchenparlament mit überwältigender Mehrheit das Streikverbot bekräftigte, kündigten Abgeordnete von FDP, Grünen und Linken am Freitag in Kassel politische Initiativen gegen das kirchliche Arbeitsrecht an. Das Arbeitsrecht steht auch nach einer Niederlage der Kirche gegen die Gewerkschaft ver.di vor dem Landesarbeitsgericht Hamm unter Druck. Zum Streikverbot wird im Frühjahr ein Urteil des Bundesarbeitsgerichts in Erfurt erwartet. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Ottmar Schreiner sagte auf einer Fachtagung in Kassel, die jahrelange heftige Kontroverse über die Lohnfindung in der Kirche sei zu einem „politischen Problem geworden, vor dem sich die Parteien nicht verstecken können“. Er kündigte an, dass die SPD-Fraktion ihre Position im kirchlichen Arbeitsrecht formulieren werde: „Ich kann mir keinen Sozialdemokraten vorstellen, der das Streikrecht als Grundrecht aller Bürger infrage stellt.“ Auch die Grünen-Fraktion will ihre Haltung zum Arbeitsrecht der Kirche klären. Wie die Bundestagsabgeordnete Beate Müller-Gemmecke sagte, strebt sie einen Partei- und Fraktionsbeschluss an, in dem der kirchliche Sonderweg und das Streikverbot für unzulässig erklärt werden. Der Linken-Abgeordnete Raju Sharma kündigte für Anfang nächsten Jahres eine Anhörung im Bundestag zu dem Thema an. Schreiner appellierte an die Verantwortlichen in den Kirchen, ihre Revisionsklage beim Bundesarbeitsgericht zurückzuziehen. Statt dessen sollten sie versuchen, gemeinsam mit ver.di nach einer Vereinbarung zu suchen. Immerhin verhandelten bereits in zwei Landeskirchen Diakonie und ver.di seit Jahren erfolgreich über Löhne. Diese Modell tauge als Zwischenlösung auch auf Bundesebene, sagte Schreiner.[…]

Ratze will in Afrika die Glaubenskonkurrenz bekämpfen
[…]Für das Wohl der Menschen Afrikas können „bloß gute Absichten“ und „große Worte“ nichts bewirken. Es habe schon so viele internationale Konferenzen und Friedensinitiativen gegeben, aber Worte und Absichten seien jeweils viel größer gewesen als nachfolgende Taten. Das sagte Papst Benedikt XVI. am Freitag während seines Fluges ins westafrikanische Benin vor Journalisten. Die Realität sei weit hinter den Ankündigungen zurückgeblieben, weil Egoismus und Machtstreben ihre Verwirklichung behinderten. Besorgt äußerte sich der Papst über ein teils aggressives Auftreten von Sekten und Pfingstkirchen in Afrika. Die neuen Gruppierungen träten zumeist mit einer simplen, knappen und konkreten Botschaft auf und gewännen ihre Mitglieder durch gefühlsbetonte liturgische Feiern. Ihr Reiz erweise sich jedoch oft als kurzlebig und fragil. Die katholische Kirche müsse diesem Phänomen entgegentreten und ihre Botschaft verständlicher und überzeugender vermitteln. Dies erfordere insbesondere eine Berücksichtigung der afrikanischen Kulturen. Die katholische Kirche dürfe nicht als „europäisches System“ wahrgenommen werden. Afrika ist nach den Worten Benedikts XVI. ungeachtet seiner Schwierigkeiten ein „Kontinent der Hoffnung“ für die Welt und die Kirche. Es verbreite Frische, Optimismus, Heiterkeit und religiöse Freude. Benin bezeichnete der Papst als „religiöses und politisches Vorbild“ für Afrika. Er habe das Land als Reiseziel ausgewählt, weil es über stabile und funktionierende demokratische Strukturen verfüge und Religionsfreiheit gewährleiste. Benedikt XVI. lobte das friedliche Zusammenleben der Religionen und den interreligiösen Dialog in Benin[…]

Kitsch: Gott auf dem iPhone
[…]«Ignio» heisst die Handy-App, mit der die katholische Kirche frische Schäfchen anlocken will. Dahinter steht die amerikanische Gruppe «WeDoBelieve». Sie hat es sich auf die Fahne geschrieben, unter Einsatz moderner Mittel das Evangelium in die Welt hinaus zu tragen. Der in Texas amtende Bischof Kebin J. Farrell hatte Ignio am 21. August offiziell den Segen erteilt, schreibt das christliche Medienmagazin Pro. Das Prinzip dahinter ist simpel: Von nichts kommt nichts! Die User müssen aktiv sein, um das eigene Flämmchen am Brennen zu halten. Und genau darum geht es. Die App zaubert auf das Handy-Display eine brennende Kerze. Helligkeit und Grösse der Flamme zeigen an, wie eifrig der User seinem Glauben nachgeht. Nach zwei Wochen Untätigkeit wird es zappendüster: Nahrung erhält die Flamme durch das Lesen von Bibelpassagen, den Besuch einer Messe, die Lektüre der täglich verschickten Bibelverse, sowie dem Teilen von Gebeten. Die frommen Nutzer können sich über die App mit bis zu elf weiteren Gläubigen vernetzen. An einer gemeinsame Pinnwand lassen sich Gedanken austauschen und Aktivitäten der anderen kommentieren. Bleibt man zwei Wochen lang untätig, erstickt die Flamme. Entzündet werden kann sie nur durch die Kerze eines anderen Users. Offiziell lanciert wurde die App vergangene Woche im US-Bundesstaat Indiana im Rahmen einer katholischen Jugendkonferenz. Eigenen Angaben zufolge soll sie schon über 8000 Mal installiert worden sein. Noch steht die App ausschliesslich für iPhones und iPads zur Verfügung. Künftig sollen aber auch eine Android-Version sowie eine Website angeboten werden. Das Ganze soll mit Spendengeldern in der Höhe von bis zu 120 000 US-Dolllar finanziert werden.[…]