Europa: Auf Religionsrecht kommen viele Neuerungen zu


Wiener Religionsrechtlerin Schinkele verweist auf starken religiösen Wandel in der Gesellschaft und die „dynamische“ Rechtssprechung des Europäischen Gerichtshofes

kathweb

Auf das Religionsrecht, die Religionspolitik und die Europäische Rechtssprechung kommen neue Herausforderungen zu. Davon gibt sich die Wiener Religionsrechtlerin Hon.Prof. Brigitte Schinkele überzeugt. Europa erlebe derzeit einen gravierenden Strukturwandel im Bereich des Religiösen, gekennzeichnet durch teilweise widersprüchliche Tendenzen wie Individualisierung, Pluralisierung und weitere Säkularisierung. So ergäben sich immer wieder Probleme im Zusammenhang mit der Rechtsstellung von Kirchen und Religionsgemeinschaften, insbesondere auch unter gleichheitsrechtlichen Aspekten, erläuterte Schinkele gegenüber „Kathpress“.

Dem in Artikel 14 der Europäische Menschenrechtskonvention (EMRK) verankerten Diskriminierungsverbot komme auch im religionsrechtlichen Kontext große Bedeutung zu. Eine Ungleichbehandlung sei stets dahingehend zu prüfen, ob es dafür einen objektiven und angemessenen Rechtfertigungsgrund gibt. „Diesem Aspekt kommt gerade auch im Zusammenhang mit der Registrierung bzw. Anerkennung von Religionsgemeinschaften Bedeutung zu“, so die Professorin am Wiener Institut für Religions- und Kulturrecht, besonders dann, wenn in einem Staat unterschiedlich rechtliche Kategorien von Religionsgemeinschaften vorgesehen sind, wie etwa in Österreich.

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