Religions-Verbraucher-Test

Stefan Kuzmany testet Religionen - überzeugen lässt er sich von keiner. Foto: Matthias Luedecke, Berlin

„Ich weiß es schon, dieses Buch ist eine Unverschämtheit“, schreibt „Spiegel Online“-Redakteur Stefan Kuzmany im Nachwort von „Das können Sie glauben!“. Und er hat Recht. Sein religionskritisches Buch ist frech, stößt Gläubige vor den Kopf und lässt so manchen Leser sicher verärgert zurück. Doch es zeigt Christen, Muslimen oder Juden auch, wie sie von außen wahrgenommen werden – und bringt damit wertvolle Erkenntnisse.

pro Medienmagazin

„Das können Sie glauben!“ ist ein Selbstversuch. Und eine Persiflage. Beides muss der Leser wissen, bevor er sich an die Lektüre dieses Werks begibt, das von dem ehemaligen „taz“- und heutigen „Spiegel Online“-Redakteur Stefan Kuzmany verfasst wurde. Auszüge aus dem Buch sind derzeit auch auf der Internetseite seines jetzigen Arbeitgebers zu lesen. Besser ist es, mit dem Buch zu beginnen, hier schickt der Journalist dem Lesen im Vorwort nämlich eine Warnung voraus, die es zu beherzigen gilt: „Insbesondere beabsichtigt der Autor nicht, Ihre religiösen Empfindungen zu verletzen. Sollten Sie in dieser Hinsicht empfindlich sein, stellen Sie die Lektüre bitte sofort ein und verwahren sie dieses Buch an einem Ort, an dem sie es nie wiederfinden werden.“

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Wird die Piratenpartei von Rechten und Scientologen geentert?

Piraten fahren in schweren Gewässern: Nach dem überraschenden Wahlerfolg der Partei in Berlin und anhaltend guten Umfragewerten versuchen offenbar verstärkt politische Extremisten und religiöse Sektierer bei den Piraten Fuß zu fassen. Besonders der nordrhein-westfälische Landesverband scheint Ziel der NPD und der Scientology-Sekte zu sein.

Münsterländische Volkszeitung

Beim Düsseldorfer Forum der Piraten hat sich nach Angaben des Vorsitzenden des nordrhein-westfälischen Landesverbandes der Piraten, Michele Marsching, ein Mitglied als Scientologe zu erkennen gegeben. „Er hat zudem Ängste geschürt, dass er mit weiteren Scientologen Einfluss ausüben wollte.“ Ein Gespräch mit dem NRW-Verfassungsschutz habe auch klargemacht, dass dieses Mitglied offensichtlich aus der Sekte heraus gesteuert werde.

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»Kinder-Ficker-Sekte« sagt man nicht?

Quelle: jW

Zur katholischen Kirche darf man nicht »Kinderficker-Sekte« sagen. Meint die Staatsanwaltschaft. Gespräch mit Rainer Ponitka

Von Gitta DüperthaljW

Rainer Ponitka ist Sprecher des Internationalen Bundes der Konfessionslosen und Atheisten (IBKA)

Der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten kritisiert die Berliner Staatsanwaltschaft, weil sie den Blogger Jörg Kantel wegen Äußerungen über die katholische Kirche anklagt. Warum darf man nicht sagen, daß sie eine »Kinder-ficker-Sekte« ist?

Paragraph 166 des Strafgesetzbuches ist das Problem. Denn er stellt unter anderem unter Strafe, wenn jemand »eine im Inland bestehende Kirche oder andere Religionsgesellschaft oder Weltanschauungsvereinigung, ihre Einrichtungen oder Gebräuche in einer Weise beschimpft, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören«. Das heißt, der Friede muß nicht wirklich gestört worden sein, sondern die Mutmaßung der Möglichkeit einer Störung reicht zur Ermittlung aus.

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Erzbischof gegen Asylknäste

Baustelle Flughafen: Hier soll es auch ein Gefängnis für Flüchtlinge geben. Bild: dpa

Am neuen Berliner Flughafen sollen Asylsuchende in einem Gebäude festgehalten werden während ihre Anträge bearbeitet werden. Flüchtingsräte und religiöse Autoritäten lehnen den Plan ab.

taz.de

Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki fordert, auf die geplanten Asylschnellverfahren am Hauptstadtflughafen zu verzichten. Dort versuchen die Behörden in wenigen Tagen entscheiden, ob sie Flüchtlinge nach der Ankunft wieder abschieben. In dieser Zeit sollen die Betroffenen in einem Neubau auf dem Flughafengelände wohnen – ein „Asylgefängnis“, wie es die Kritiker nennen.

„Menschen, die bei uns Schutz suchen, müssen Zugang zu einem regulären Asylverfahren bekommen, wie es beispielsweise in Berlin-Tegel praktiziert wird“, verlangte Woelki, das geistliche Oberhaupt der Katholiken in der Region, in seiner Kolumne in der Zeitung „B.Z.“. Auch die evangelische Kirche lehnt Asylschnellverfahren auf dem neuen Berliner Flughafen ab.

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Islam: Früher wurde Homosexualität toleriert

Foto: picture-alliance/ dpa/EPA Heute gilt Homosexualität in der islamischen Welt als Ausweis westlichen Lebensstils und provoziert homophobe Demonstrationen, zum Beispiel in Indien (Foto)

Der Arabist Thomas Bauer sieht die Homophobie im Islam als Import aus dem Westen. Der habe im 19. Jahrhundert den „Kampf gegen unordentlichen Sex“ eingeführt.

WELT ONLINE

Die vielverbreitete Schwulenfeindlichkeit in islamischen Ländern ist nach Ansicht des Arabistikforschers Thomas Bauer ein Import aus der westlichen Welt.

Erst im 19. Jahrhundert habe der Westen den „Kampf gegen den unordentlichen Sex“ im Nahen Osten eingeführt, schreibt der Wissenschaftler vom Exzellenzcluster „Religion und Politik“ der Universität Münster.

Der Islam sei mehr als 1000 Jahre lang tolerant mit Homosexuellen umgegangen. „Dass es heute in muslimischen Ländern handfeste Schwulen-Verfolgungen bis hin zu Hinrichtungen gibt, lässt sich nicht auf eine lange religiöse oder kulturelle Tradition zurückführen“, schreibt Bauer in einer Mitteilung der Hochschule.

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