Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Ratze und die und Evangelikalen, Topf und Deckel!
[…]Nach Ansicht Schirrmachers vollzieht sich derzeit eine «Evangelikalisierung der katholischen Kirche». Dort seien zwar Traditionalismus und liberale Theologie weiterhin stark, jedoch nähmen die missionarischen Bemühungen «Roms» zu. Probleme sieht Schirrmacher bei ökumenischen Gesprächen vor allem mit liberalen Vertretern der europäischen Kirchen. Bei diesen stehe Mission tendenziell unter Fundamentalismus-Verdacht. Die beiden Volkskirchen in Deutschland täten sich auch schwer mit dem Einsatz gegen Christenverfolgung. Schirrmacher: «Den Kirchen ist das Thema peinlich.» Bundespolitiker seien hingegen «stinkesauer» auf die Volkskirchen, weil diese sich zu wenig für verfolgte Christen engagierten. Schirrmacher beobachtet derzeit einen «weltweiten Aufschwung» der Evangelikalen. Ihre Zahl liege derzeit bei etwa 600 Millionen. Ausserdem sei es zu bemerkenswerten Verschiebungen in der weltweiten Christenheit gekommen. Schirrmacher: «Es gibt heute im brasilianischen Regenwald mehr Anhänger Luthers als in Deutschland.»[…]

Off-topic: Unglaublich: Guttenberg kommt mit Geldzahlung davon
[…]Für den früheren Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg hat die Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit keine strafrechtlichen Konsequenzen. Die Staatsanwaltschaft Hof hat das Verfahren gegen den CSU-Politiker gegen die Zahlung einer Geldauflage eingestellt. Wie die Anklagebehörde am Mittwoch mitteilte, musste Guttenberg in Abstimmung mit dem Amtsgericht Hof 20.000 Euro an die Deutsche Kinderkrebshilfe zahlen. Zu einer gerichtlichen Hauptverhandlung kommt es deshalb nicht. In seiner Doktorarbeit seien 23 Passagen strafrechtlich relevante Urheberrechtsverstöße, erklärte die Behörde. Der wirtschaftliche Schaden der Urheber sei aber marginal. Wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Urheberrecht waren 199 Strafanzeigen in Hof eingegangen. Guttenberg war in Folge der Affäre im März als Verteidigungsminister zurückgetreten, nachdem bekannt geworden war, dass zahlreiche Zitate in seiner Doktorarbeit nicht gekennzeichnet waren. Die Universität Bayreuth hatte ihm Vorsatz bescheinigt und den Doktortitel aberkannt. Die Staatsanwaltschaft überprüfte auch, „ob eine Untreue oder ein Betrug zum Nachteil der Bundesrepublik Deutschland durch Inanspruchnahme der Wissenschaftlichen Dienste des Deutschen Bundestages“ vorlag. Ein strafbares Verhalten habe man hier nicht feststellen können, hieß es weiter. Immer wieder waren Vorwürfe laut geworden, Guttenberg habe beim Verfassen seiner Doktorarbeit die Hilfe der Bundestagswissenschaftler in Anspruch genommen.[…]

Gähn …
[…]Die katholischen Bischöfe in Deutschland haben Klartext gesprochen. So schnell wie möglich wollen sie den kircheneigenen Weltbild-Verlag nach Erotik-Schlagzeilen loswerden … Am Montagabend beschlossen sie in Würzburg den Verkauf des Konzerns. Gleichzeitig tagte in der Stadt der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz. Die Gesellschafter enthoben drei Aufsichtsräte ihres Amtes und legten die Geschäftsführer an die kurze Leine. „Wir haben uns immer bemüht, den Anforderungen der Gesellschafter gerecht zu werden“, sagte Weltbild-Chef Carel Halff nach der Entscheidung am Dienstag laut Mitteilung. Allerdings lasse sich das Angebot bei der Fülle der Titel im Internet nicht mehr „in vollem Umfang kontrollieren“, betonte er … Ob überhaupt und wenn ja welchen Käufer die 14 Weltbild-Gesellschafter finden werden, ist ungewiss. Bereits vor drei Jahren hatten sie schon einmal einen Anlauf gewagt – und waren unter anderem an der Wirtschaftskrise gescheitert. Damals waren die Medienkonzerne Holtzbrinck und Bertelsmann als Interessenten im Gespräch.[…]

Ratze, der Chef-Hüter des Irrationalismus
[…]Und was sagt Joseph Ratzinger, der wieder und wieder eine «Diktatur des Relativismus» vor allem in der westlichen Welt geißelt und der weiß, dass es in seiner Weltkirche doch viele gibt, «die innerlich nicht mit dabei sind»? In seinem Gesprächsbuch «Licht der Welt» mit Peter Seewald nimmt er etwa so Stellung: «Wenn man beispielsweise im Namen der Nichtdiskriminierung die katholische Kirche zwingen will, ihre Position zur Homosexualität oder zur Frauenordination zu ändern, dann heißt das, dass sie nicht mehr ihre eigene Identität leben darf.» Dazu passt der Schluss des Vatikanisten Marco Politi: «Auch die Persönlichkeit Ratzingers ist von der tiefen Angst vor einem Verlust der katholischen Identität geprägt.» Die Säkularisierung scheint der gefährlichste Gegner in den Augen dieses Papstes, der im «gottlosen» Westen neu evangelisieren will und seine Hoffnung – kürzlich bei dem Besuch in Benin bekräftigt – auf andere Kontinente wie Afrika oder Asien setzt. Klar ist, Benedikt kann nur so nah oder so fern von der Realität sein wie jemand, der in einem Präsidentenpalast 30 Jahre lang Politik macht. Er setzt auf die Jugend. Gerade der diesjährige katholische Weltjugendtag in Madrid hat jedoch offenbart, dass die jungen Gläubigen ihn zwar frenetisch feiern – viele von ihnen den konservativen Werten des Bewahrers im Alltag aber wohl kaum folgen.[…]

Keine Macht der Kirche!
[…]Polen nimmt einen neuen Anlauf für ein Gesetz zur künstlichen Befruchtung. Die oppositionellen Sozialisten kündigten nach Medienberichten vom Mittwoch an, einen Entwurf in das neu gewählte Parlament einzubringen. Bislang ist die sogenannte In-vitro-Fertilisation in Polen gesetzlich nicht geregelt, wird aber angewandt. In der vergangenen Legislaturperiode hatten sich die Abgeordneten auf keines von sechs Gesetzesprojekten einigen können. Vor allem die katholische Kirche und viele konservative Abgeordnete auch in den Reihen der rechtsliberalen Regierungskoalition lehnen die künstliche Befruchtung aus ethischen Gründen ab.[…]

Ist das pervers, kaum zu glauben, dass die Amis im 21.Jahrhundert leben
[…]Amerika muss wieder neu auf Gott vertrauen, um als Nation bestehen zu können. Das sagten sechs Kandidaten der Republikaner für das US-Präsidentenamt bei einem gemeinsamen Treffen am 19. November. Die Kandidaten sind Rick Santorum, Ron Paul, Herman Cain, Rick Perry, Michele Bachmann und Newt Gingrich. Zwei Kandidaten, Mitt Romney und John Huntsman, blieben dem Treffen der „First Federated Church“ in Des Moines, Iowa, für das „Thanksgiving Family Forum“ fern. Das berichten die CNA und EWTN News. Die Kandidaten wurden gebeten, nicht über politische Themen, sondern über Religion und Werte in ihrem eigenen Leben und in der amerikanischen Gesellschaft zu sprechen. „Unsere Rechte kommen von unserem Schöpfer“, sagte Rick Santorum. Dieses Prinzip laufe Gefahr, vergessen zu werden. “ Das bürgerliche Recht müsse mit dem “höheren Recht” übereinstimmen, die Gesellschaft müsse nach Gottes Prinzipien leben. Solange Dinge wie Abtreibung legal seien, „werden wir niemals Ruhe haben“. Newt Gingrich wäre “erschrocken” über einen atheistischen Präsidenten, da ein solcher “völlig missverstehen würde, wie schwach und begrenzt jeder Mensch ist”. Wer vergesse, dass alle Rechte von einem Schöpfer kommen und Gott aus dem öffentlichen Leben hinausdrängen wolle, schaffe einen „Alptraum“ in der Gesellschaft. Michele Bachmann sagte, ohne die Hilfe Gottes habe Amerika keine Hoffnung, wieder „in die richtige Spur“ zu kommen. Jeder Kandidat sollte auch erklären, was die Eidesformel “so help me God” (sowahr mir Gott helfe) für ihn bedeute. Herman Cain sagte, der Satz bedeute eine Letztverantwortung vor dem allmächtigen Gott und eine Bitte um Hilfe für das Amt. Auch persönliche Glaubensgeschichten erzählten die Kandidaten: Bachmann über ihre Jahre als Pflegemutter (sie hat fünf eigene und 23 Pflegekinder), Rick Santorum über seine behinderte Tochter, Cain über seinen Kampf gegen den Krebs.[…]

Kirchenarbeitsrecht:
[…]Kirchliche Arbeitgeber dürfen die Einstellung von Mitarbeitern davon abhängig machen, dass diese einer bestimmten Religion zugehörig sind. Wenn er einen Mitarbeiter allerdings in Kenntnis seiner fehlenden Religionszugehörigkeit einstellt, darf er ihn deswegen später nicht kündigen. Das hat das Arbeitsgericht Ludwigshafen in der oben zitierten Entscheidung noch einmal festgestellt. Eine christliche Sozialstation hatte ihrer Arbeitnehmerin gekündigt, weil diese als Muslimin keiner christlichen Kirche angehörte. Problematisch für den Arbeitgeber: Dieser Umstand war dem Arbeitgeber bereits bei der Einstellung bekannt.[…]