Verdi will Sonderarbeitsrechte der Kirche kippen


Streiks sind nicht vorgesehen Getty Images/Tancredi J. Bavosi

Die Gewerkschaft Verdi verschärft ihren Protest gegen das Sonderarbeitsrecht der Kirchen. Notfalls will sie bis vor das Bundesverfassungsgericht ziehen.

Von Daniel Schönwitz Financial Times Deutschland

Jetzt eben mit Druck. Die Gewerkschaft Verdi will bis Ende Januar ein umfangreiches Register der schwarzen und zumindest dunkelgrauen Schafe innerhalb der Diakonie erstellen. Darin wollen die Arbeitnehmervertreter auflisten, wo der Wohlfahrtsverband der Evangelischen Kirche Dumpinglöhne zahlt oder Mitarbeiter gängelt.

Die Aktion ist zentrales Element der Offensive gegen das Streikverbot für Angestellte, an dem die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) verbissen festhält. Vor zwei Wochen hatte die EKD-Synode das umstrittene Verbot sogar in einem neuen Kirchengesetz verankert. Es gilt für die 450.000 Mitarbeiter von Kirchen oder diakonischen Einrichtungen wie Krankenhäusern oder Pflegeheimen.

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2 Comments

  1. Tausende konfessionslose oder nichtchristliche Arbeitnehmer, die verzweifelt einen Job suchen, werden durch das kirchliche Arbeitsrecht in die Kirchenmitgliedschaft und zu Kirchensteuerzahlung gezwungen. In anderen Zusammenhängen spricht man da von Schutzgeldzahlung. In Italien geht solches Geld direkt an die Mafia.

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