„Der Zölibat – Eine Geschichte von Sex, Moral und Politik“


Quelle: stift-heiligenkreuz.org

Gomorrha und Glück in der Kirche
Seit 1000 Jahren wird über den Zölibat diskutiert. Eine „Kreuz & Quer“-Doku erklärt Entstehung und Geschichte.

Von Isabella WallnöferDie Presse

Von manchen Themen meint man schon oft genug gehört zu haben. Die Zölibats-Debatte gehört dazu – samt den eingefahrenen Positionen auf beiden Seiten. Der Karren scheint festgefahren. Und doch musste Fritz Kalteis das Rad nicht neu erfinden, um eine sehenswerte Dokumentation zum Thema zu drehen. Er hat sich etwas einfallen lassen, um dem Zuschauer eine Fülle an Facetten und Informationen komprimiert und doch mit Leichtigkeit zu vermitteln. „Der Zölibat – Eine Geschichte von Sex, Moral und Politik“ („Kreuz & Quer“: 22. 11., 22. 30 h, ORF2) ist eine mit Spielfilmsequenzen aufwendig ausgepolsterte Doku, die trotz der inhaltlichen Dichte und des weiten geschichtlichen Bogens, der vom 11. Jahrhundert bis heute reicht, nicht überladen wirkt. Und vor allem kann sie eines: Sie weckt Verständnis für die Entstehung dieses Kirchengesetzes, das seit seiner Einführung immer wieder auf Widerstand stieß. Kalteis geht der Frage nach, wie es zu dieser Vorschrift überhaupt gekommen ist. Er beleuchtet den Kampf Papst gegen König. Er sucht nach biblischen Hinweisen: Hat Jesus den Zölibat als Pflicht definiert? Und er fragt jene, die diese auf sich genommen haben, wie es ihnen damit ergeht.

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Doku: „Der Zölibat – Eine Geschichte von Sex, Moral und Politik“ in der Mediathek von ORF2