Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Dortmunder und Anwalt aus Unna zeigen Papst wegen Anschnallpflicht an
[…]Auch auf dem Heiligen Stuhl gilt die Anschnallpflicht. Das sagt Rechtsanwalt Johannes Christian Sundermann auns Unna. Er hat daher im Auftrag eines Dortmunder Mandanten Papst Benedikt XVI. angezeigt, da er „wiederholt“ im Papamobil ohne Anschnallgurt unterwegs war. Die Anzeige ging in Freiburg ein. Gilt auf dem Heiligen Stuhl die Anschnallpflicht? Benedikt XVI. hätte sie in seinem Papamobil glatt ignoriert. Das sagt zumindest der Rechtsanwalt Johannes Christian Sundermann aus Unna. Er hat deshalb im Auftrag eines Dortmunder Mandanten den deutschen Papst Benedikt XVI. angezeigt, weil er „wiederholt“ im Papamobil ohne Anschnallgurt unterwegs war … Sundermann, Parteimitglied der Linken, fiel bislang nicht durch spektakuläre Prozesse auf. Der Papst-Fall, den vor ihm andere Kollegen abgelehnt hätten, reizte ihn extrem. Der Jurist hat’s nicht so mit „der Firma“, wie er die Kirche nennt. Mit 18 Jahren sagte er sich von der katholischen Kirche los, auch sein Mandant zahlt nichts mehr an „das Unternehmen“. Dass der Papst in Freiburg nur Gott und nicht den Gurt an seiner Seite hatte, hält er für Unrecht. Jetzt müsse geklärt werden, ob das Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche von der Stadt Freiburg von der Gurtpflicht entbunden wurde. Die deutsche Staatsangehörigkeit habe der Papst sicherlich noch, ist Sundermann überzeugt. Sollte der Heilige Vater indes diplomatische Immunität genießen, kann Sundermann nicht einmal ein Wunder helfen.[…]

„Seelsorgegeheimnis(vertuschungs?)gesetz“ …
[…]Ein Pfarrer muss das Beichtgeheimnis wahren und darf bei Ermittlungen die Aussage verweigern. Um hier mehr Rechtssicherheit zu schaffen, verabschiedete die bayerische Landessynode am Donnerstag in Rosenheim ein Seelsorgegeheimnisgesetz. Kirchengesetz, das die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) bereits 2010 verabschiedet hat und von den 22 Landeskirchen übernommen werden soll, regelt den Umgang mit vertraulichen Gesprächen und Seelsorge und klärt, wem ein Zeugnisverweigerungsrecht zusteht. Pfarrer mit einem Seelsorgeauftrag sind dem Gesetz zufolge «unabhängig» und keinen Weisungen unterworfen. Sie sind zur «uneingeschränkten Wahrung des Seelsorgeheimnisses verpflichtet». Wie es in dem Gesetz heißt, gilt eine «förmliche Beichte» als Seelsorge. Jeder Mensch, der sich in einem Seelsorgegespräch einem Pfarrer anvertraue, müsse demnach darauf vertrauen können, dass diese Inhalte nicht an Dritte weitergegeben werden. «Das Beichtgeheimnis ist unverbrüchlich zu wahren», heißt es im Gesetzestext.[…]

Ratze, Ratze, was für ein Mist: „Geographie der Seele“
[…]Um Gott zu begegnen, sei es notwendig, auf jemanden zu treffen, der ihm begegnet ist. Das Geheimnis des Glaubens bestehe in dieser Aufeinanderfolge, die unvermeidlich sei. Dabei handle es sich um keine Frage, die an äußere, geographische oder kulturelle Faktoren gebunden sei. Vielmehr gehe es um eine „Geographie der Seele“, den Ort, an dem die reife Begegnung mit Christus geschehe. Die Laiengläubigen stünden in der großen Verantwortung, die Voraussetzungen für diese Begegnung zu suchen, die bedeutende Auswirkungen für das gesellschaftliche Leben haben könne. Gewiss sei es so, dass es zunächst eine öffentliche Gottesfrage gebe, insofern der heute verbreitete Verzicht auf jede Bezugnahme auf die Transzendenz zur Sinn- und Wertekrise geführt habe, die der wirtschaftlichen und sozialen Krise vorangehe. Der Mensch, der versuche, allein in einem Positivismus des Berechenbaren und Messbaren zu leben, werde am Ende erstickt. In diesem Zusammenhang „ist die Gottesfrage in einem gewissen Sinn die ‚Frage aller Fragen’. Die bringt uns zu den Grundfragen des Menschen, zum Streben nach Wahrheit, Glück und Freiheit zurück, die im Herzen des Menschen verwurzelt sind und nach einer Verwirklichung trachten“. Der Mensch, der in sich die Frage nach Gott erwecke, öffne sich der Hoffnung, einer verlässlichen Hoffnung, von der her es sich lohne, die Mühen des Wegs in der Gegenwart zu bewältigen. Wie aber sei es möglich, die Gottesfrage neu zu erwecken, damit sie die Grundfrage sei, fragte sich der Papst. Die Gottesfrage werde durch die Begegnung mit dem neu erweckt, der das Geschenk des Glaubens und eine lebendige Beziehung mit dem Herrn habe. „Gott wird durch die Männer und Frauen erkannt, die ihn kennen“, betonte Benedikt XVI: „Der Weg zu ihm geht konkret über den, der ihn erkannt hat. Hier ist eure Rolle als Laiengläubige besonders wichtig“[…]

Missbrauchsfälle: Sammelklage gegen die Bundesrepublik Deutschland
[…]Weil er die staatliche Justiz und Regierung bei der Aufklärung des Missbrauchs von Kindern außer Stande sieht, will Norbert Denef nun den deutschen Staat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) an den Pranger stellen. Das Ziel einer angekündigten Sammelklage gegen die Bundesrepublik Deutschland sind die Verjährungsfristen für Opfer von Verletzungen des Rechts auf sexuelle Selbstbestimmung – oft Missbrauch genannt. Die Fristen sollen endlich weg. Gegenüber der ZEIT sagte Denef gestern außerdem, er wolle von der Politik eine „Wahrheitskommission“. Die Klageanträge aus Anlass von Straftaten der Vertreter der katholischen Kirche bei den internationalen Gerichtshöfen in Europa häufen sich allmählich. Nachdem Opferanwälte von Missbrauchsbetroffenen im vergangenen Februar eine 59 Seiten umfassende Strafanzeige gegen den Papst persönlich beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingereicht hatten, wird als nächstes eine Sammelklage gegen die Bundesrepublik Deutschland beim EGMR in Straßburg eingehen[…]

Die irren UFO-Sekten
[…]Aetherius Society 1955 von dem britischen Taxifahrer George King gegründet. King sah sich als Sprecher eines interplanetaren Rates, dessen Sitz sich auf dem Saturn befindet. Seine Botschaften empfing er von kosmischen Meistern der Venus. Zu bekämpfen galt es den Materialismus. Irdischer Sitz der Ufo-Kirche ist heute Los Angeles. Raëlismus Die von Claude Vorilhon alias Raël 1973 gegründete Bewegung verbindet wissenschaftliche Vorstellungen mit biblischen Überlieferungen. Die Raëlianer behaupten, sie hätten bereits mehrere Menschen geklont. In der Ideologie der Ufo-Sekte spielt Jesus eine wichtige Rolle. Universe People Tschechische Bewegung um den Ingenieur Ivo Benda. Dieser behauptet, seit 1997 auf telepathischen Wegen mit außerirdischen Lebensformen zu kommunizieren. Sie glauben an die Unterdrückung durch Massenmedien, wollen Geld als Zahlungsmittel und das Urheberrecht abschaffen. Unarius Academy of Science 1954 in Los Angeles von dem Ingenieur Ernest Norman und seiner Frau Ruth gegründet. Sie verstanden sich als Medium einer höher gearteten Intelligenz, die durch sie kommuniziert. In über hundert Büchern schrieben sie und ihre Nachfolger ihren Glauben nieder.[…]

Helmut Schüller als Bischof, das dürfte wohl ein Traum bleiben
[…]Göstinger Kreis – ein Zusammenschluss von Mitgliedern der Pfarrer-Initiative, der Plattform „Wir sind Kirche“ oder der Vereinigung „Priester ohne Amt“ fordert einen Bischof, der von den steirischen Katholiken gewählt wird. Die Zeit drängt: Ende 2012 läuft die Amtszeit von Bischof Egon Kapellari ab. „Wir wünschen uns einen mutigen, volksnahen Bischof, einen Brückenbauer, jemanden, der die Zeichen der Zeit erkennt und Erfahrung in der Pastoral hat“, formuliert etwa Pfarrer Karl Niederer vom Göstinger Kreis. Der erste konkrete Vorschlag: Pfarrer Helmut Schüller „als Synonym für eine offene Kirche“. Auf http://www.wir-sind-kirche.at können weitere wünschenswerte Eigenschaften und Vorschläge abgegeben werden. Die Vorschläge zu den Themen Laien als Pfarrleiter, Laienpredigt und geschiedene Wiederverheiratete will der Vorstand der Pfarrer-Initiative in der Steiermark ebenfalls noch heuer mit Bischof Kapellari besprechen. „Es geht dabei um Punkte, die schon kirchenrechtlich möglich sind“, betont Niederer.[…]

Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich singen muss, was sonst …
[…]„Bischöfe sollten wissen, für wen sie arbeiten, also für den Herrn und für die Kirche, nicht für sich selbst“. Dies sagte der Kurienkardinal Marc Ouellet (Foto), Präfekt der Bischofskongregation, in einem Interview mit der italienischen Tageszeitung „L´Avvenire“. Arbeiteten Bischöfe für sich selbst, so merke man dies an der Art ihres Persönlichkeitsausdrucks, dann überwiege das Interesse am Erklimmen der Karriereleiter. Von jedem Bischof werde erwartet, dass er der modernen Gesellschaft die Lehre der Kirche verkünde, erläuterte Ouellet. Sie sollten „fähig sein, den Glauben öffentlich zu verteidigen“, diese Fähigkeit „ist heutzutage besonders wichtig“. Der Kurienkardinal äußerte sich in dem Interview auch darüber, wie neue Bischöfe ausgewählt werden. Diese Suche schließe ein, dass bestimmte Kandidaten ausgesondert würden, andere aber akzeptiert und vorgeschlagen würden. Manche Priester möchten sehr gern Bischof werden, auch übten möglicherweise Gruppen Druck für oder gegen einen Kandidaten aus. „Deshalb ist es wichtig, nicht nur die menschliche und emotionale Reife, sondern auch die spirituelle Reife der Bischofskandidaten zu erwägen.“ Manchmal werde das Angebot auch vom Kandidaten ausgeschlagen, „etwas häufiger als ich erwartet habe“. Dies habe damit zu tun, dass in den vergangenen Jahren die Rolle eines Bischofs oder allgemein die Rolle von Autoritäten, seien sie religiös oder politisch, überhaupt nicht leicht wäre. Angesichts von „Skandalen, Medienkampagnen, Missbrauchsvorwürfen bei Priestern und Ordensleuten“ nannte es der Kurienkardinal „verständlich, dass sich nicht jeder solchen Situationen“ stellen wolle.[…]

Sauerei: Französisches Gericht weist Klage gegen Opus-Dei Schule ab
[…]Paris (kath.net/KNA) Ein Pariser Gericht hat die Klage einer Angestellten wegen Ausbeutung in einer dem Opus Dei nahestehenden Hotelfachschule abgewiesen. Die Klägerin habe ihre Anschuldigungen gegen den katholischen Laienorden und die Schule nicht untermauern können, urteilten die Richter am Donnerstag laut französischen Medienberichten. Die Frau hatte erklärt, in der Hotelfachschule 13 Jahre hindurch praktisch ohne Entgelt gearbeitet zu haben, kath.net hat berichtet. Sie habe Blankoschecks unterzeichnen müssen, mit denen dann andere über ihr Gehalt verfügt hätten. Das Gericht erklärte dagegen, zwar übten viele Beschäftigte der Hotelfachschule auch unbezahlte Tätigkeiten aus. Solche ehrenamtlichen Arbeiten seien aber ohne Zwang erfolgt. Die französische Sektion des Opus Dei begrüßte das Urteil. Es zeige, dass die Anklage sich über zehn Jahre hinweg vergeblich darum bemüht habe, eine Verbindung der Hotelschule zum Opus Dei zu konstruieren. Kein einziger der Vorwürfe sei vom Gericht bestätigt worden. Laut französischen Medienberichten will die Anwältin der Klägerin in Berufung gehen. Die Hotelfachschule bestritt während des Prozesses durchgängig eine Zugehörigkeit zum Opus Dei, das seinerseits am Donnerstag von einer «spiritueller Zusammenarbeit» mit der Einrichtung sprach.[…]