Organspende: Was sagen Muslime und Juden dazu


"Die Entnahme eines Organs aus dem Körper eines Menschen und seine Verpflanzung in den Körper eines anderen Menschen ist eine erlaubte lobenswerte Handlung und wohltätige Hilfeleistung." (Zentralrat der Muslime) Foto: iStockphoto/MaryLB

Dass die christlichen Kirchen für die Organspende sind, ist vielleicht bekannt. Wie aber stehen die Dinge in der jüdischen und islamischen Welt? Die Meinungen von Juden und Muslimen zum Thema Organspende sind gar nicht so verschieden: Grundsätzlich befürworten beide Glaubensrichtungen die Spende. Aber es gibt auch abweichende Haltungen.

Von Martin Rotheevangelisch.de

Für Christen ist eine Organspende ein Akt der Nächstenliebe. Wie aber stehen Muslime und Juden zum Thema? Dem Judentum zufolge hat der Mensch seinen Leib von Gott nur geliehen bekommen. Er darf den eigenen Körper also nicht willentlich verletzen oder freiwillig in Gefahr bringen. Auch müssen Juden die Integrität eines toten Körpers wahren. Doch dieses Prinzip kann nach jüdischer Auffassung relativiert werden, wenn es mit dem göttlichen Gebot kollidiert, wonach menschliches Leben zu erhalten und zu retten ist.

In diesem Sinne entschied Israels Oberrabbinat 1987, dass es nicht gegen die Halacha, das jüdische Religionsgesetz, verstößt, wenn einem freiwilligen Spender direkt nach dessen Tod Organe entnommen werden. Dies sei aber nur dann erlaubt, wenn keine Profite aus dem Körper entstehen und der Leichnam mit Respekt behandelt wird.

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