Staatszeremoniell: Hut ab – zum Gebet


Über 100 Interessierte kamen, um über feierliche Staatsakte nachzudenken

Die Humanistische Akademie Berlin hat sich bei ihrer diesjährigen Tagung in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Ebert-Stiftung mit der Rolle von Religionen und Weltanschauungen bei Staatsakten befasst.

Von Thomas Hummitzschdiesseits.de

Eine Binse ist, dass ungeschriebene Gesetze unseren Alltag regeln. Dass aber auch inoffizielle Regeln den politischen Alltag wesentlich bestimmen, kann man als durchaus bemerkenswert einschätzen. Eine solche, nicht amtliche Regelung, auf die jedoch immer wieder zurückgegriffen wird betrifft die so genannte staatliche Rangfolge in der Bundesrepublik bei Staatsakten. Diese hat beträchtliche Auswirkungen auf die staatliche Einladungspolitik und damit auch darauf, welche Religions- und Weltanschauungsvertreter bei Staatsakten anwesend sind.

Demzufolge hat der Bundespräsident die wichtigste Stellung. Es folgen Staatsoberhäupter fremder Staaten, die Regierungschefs anderer Staaten, der Kanzler bzw. die Kanzlerin. Es folgen der/die Präsident/-in des Deutschen Bundestags, Bundesrates und des Bundesverfassungsgerichts. Und nun wird es spannend: Denn noch vor den Fraktionsvorsitzenden des Bundestags und des Europäischen Parlaments und den Vizepräsidenten dieser Parlamente stehen seltsamerweise der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, der Vorsitzende des Rates der Evangelischen Kirche Deutschlands und der Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland sowie die Kardinäle der katholischen Kirche. Zu finden ist diese Liste in Jürgen Hartmanns Grundlagenbuch Staatszeremoniell, Seite 126.

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