GBS-Beirat: Hamed Abdel-Samad kommt!

Quelle: schda.files.wordpress.com

OBERWESEL. (hpd/gbs) Während der deutscharabische Islam- und Nahostexperte Hamed Abdel-Samad neu in den Beirat der Giordano-Bruno-Stiftung aufgenommen wurde, hat der Sozialphilosoph Norbert Hoerster die Stiftung verlassen. Die Gründe für seinen Austritt hatte Hoerster am vergangenen Samstag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung dargelegt. Nun äußerte sich gbs-Sprecher Michael Schmidt-Salomon zu den personellen Änderungen im Stiftungsbeirat.

Humanistischer Pressedienst

„Wir freuen uns sehr, mit Hamed Abdel-Samad einen der profiliertesten Islamkritiker und Nahost-Experten der Gegenwart in unseren Reihen begrüßen zu dürfen“, erklärte Stiftungssprecher Michael Schmidt-Salomon am heutigen Montagmorgen am Stiftungssitz in Oberwesel. Abdel-Samad habe durch seine Bücher „Abschied vom Himmel“, „Der Untergang der islamischen Welt“ und „Krieg oder Frieden – Die arabische Revolution und die Zukunft des Westens“ nicht nur wegweisende Analysen vorgelegt, sondern auch großen Mut bewiesen.
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Norbert Hoerster bricht mit Giordano-Bruno-Stiftung und tritt aus

Norbert Hoerster, Quelle: wikibooks

Norbert Hoerster (74), emeritierter Professor für Rechts- und Sozialphilosophie der Universität Mainz, ist aus dem Beirat der antireligiösen Giordano-Bruno-Stiftung ausgetreten.

kath.net

Zur Begründung führte er in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Samstag) das von der Stiftung vertretene Verständnis von «Aufklärung» und «Philosophie» an. Unter anderem wertete er die Äußerung der Organisation im Zusammenhang mit dem Deutschlandbesuch Papst Benedikt XVI. «als geradezu abwegig», dass dieser «Abermillionen von Menschen weltweit zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Todesfolge anstiftet».

Auch der von der Stiftung propagierte «Neue Atheismus» in Anlehnung an den Biologen Richard Dawkins sei «wenig überzeugend», so Hoerster. «Ich sehe nicht, wieso ausgerechnet die Evolutionstheorie den Gottesglauben widerlegen, ja ersetzen kann», betonte der Philosoph, der selbst immer eine skeptische religionsphilosophische Position vertreten hat. Über den Sprecher der Stiftung meinte Hoerster: «Ein sich als Philosoph ausgebender Denker wie Schmidt-Salomon, von der Presse als ‚Deutschlands Chef-Atheist‘ bezeichnet, sollte jedoch im Sinne der Aufklärung die Religionsphilosophie etwas gründlicher in Angriff nehmen.»

Entsetzen im HVD-Präsidium über „Africae munus“

Scharfe Kritik an Benedikts XVI. Leitfaden für die Mission in Afrika.

In einer Erklärung hat das Präsidium des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) heute sein Entsetzen über ein vor wenigen Tagen von Benedikt XVI. im westafrikanischen Benin veröffentlichtes Schreiben zum Ausdruck gebracht.

HVD

Der Papst hatte in Benin während einer von Zehntausenden Schaulustigen und vielen Gläubigen besuchten Messe unter anderem die weitere Evangelisierung des Kontinents angekündigt und ein für die christlichen Priester und Missionare als Leitfaden erdachtes Dokument mit dem Titel „Africae munus“ unterzeichnet. Er nahm damit zu zahlreichen Fragen gegenüber der Lage in Afrika, u.a. der Geburtenkontrolle sowie der reproduktiven Gesundheit von Frauen, sozialen und politischen Verhältnissen in den Regionen und zum Kontakt der verschiedenen Religionen, Stellung.

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Feindbild Islam: Zehn Thesen gegen den Hass

Wer ist Jürgen Todenhöfer? Einer, der siebzehn Jahre für die CDU im Bundestag war. Der zeitweilig als rechte Hand des ziemlich unsäglichen Generalsekretärs der CDU, Bruno Heck, fungierte. Jemand, der im ausgeprägt konservativen Burda-Konzern als stellvertretender Vorsitzender arbeitete.

Von Uli GellermannReaders Edition

Ein Autor, den der Herrenschreiber von der ZEIT, Josef Joffe, als “Vulgärpazifisten” bezeichnet. Was kann Todenhöfer? Lesen und rechnen. Anders als andere hat er Koran und Bibel gelesen. Und wenn er die Toten im “Anti-Terror-Kampf” zählt, fällt ihm auf, dass die Verluste bei den Muslimen um vieles höher sind als bei denen, die diesen propagieren. Was macht Jürgen Todenhöfer? Nach Lesen und Rechnen schreibt er auf. Heraus kommt das Buch “Feindbild Islam – Zehn Thesen gegen den Hass”.

Der Westen ist gewalttätig

In seiner ersten These erinnert der Autor an die Millionen arabischer Zivilisten, die der Westen in den letzten 200 Jahren auf dem Gewissen hat. An die Algerier, die von der französischen Kolonialarmee hingeschlachtet wurden. An die Iraker, die Winston Churchill 1920 wegen eines Aufstandes gegen die Kolonialmacht mit Giftgas bekämpfte. An die mehr als hunderttausend Libyer, die von italienischen Truppen zum Sterben in die Wüste getrieben worden sind. Und er zählt konsequent bis in die Jetztzeit: In Folge der Sanktionen gegen Saddam Hussein kamen über eine Millionen Iraker bereits vor dem letzten Irak-Krieg um, unter ihnen 500.000 Kinder. Der Westen, verkörpert von Madeleine Albright, kommentierte: “We think the price is worth it”.

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Oh Gott, lass mein Land Großmacht sein!

Chlodwig I., Quelle: mgb-home.de

Heute vor 1500 Jahren starb Chlodwig, Herrscher der Franken. Eine neue Biografie erzählt, wie ein skrupelloser Kleinkönig innerhalb von nur drei Jahrzehnten ein Riesenreich schmiedete, aus dem schließlich Deutschland und Frankreich hervorgingen

Von Berthold SeewaldWELT ONLINE

Die Geschichte vom „Kelch von Soissons“ zählt zu den großen Mythen Frankreichs. Bei einem Feldzug im Jahr 486 hatte ein fränkischer Krieger ein prachtvolles Gefäß erbeutet. Sein König, obgleich Heide, wollte es dem Eigentümer, dem Bischof von Reims, zurückgeben und erbat das gute Stück. Doch der wütende Soldat zerschlug den Kelch. Ein Jahr später erkannte der König den Mann bei einer Truppeninspektion wieder. Er rügte den Zustand von dessen Waffen und warf sie ihm vor die Füße. Als dieser sie aufheben wollte, hieb Chlodwig „ihn mit der Axt in den Kopf“.

Die Sage, die der Bischof Gregor von Tours in seinen „Zehn Bücher Geschichten“ überliefert, bündelt die zentralen Probleme Galliens am Ende der Antike: „Plünderungen, das Aufeinandertreffen von Heiden und Christen, das Verhältnis der Bischöfe zu andersgläubigen Herrschern, die Hierarchie innerhalb eines ,barbarischen‘ Heeres, insbesondere die Stellung des Königs“, so deutet der Mediävist Matthias Becher die berühmte Stelle. 1500 Jahre nach dem Tod Chlodwigs, für den gemeinhin der 27. November 511 angenommen wird, hat der Bonner Historiker jetzt die erste deutschsprachige Biografie des Königs vorgelegt („Chlodwig I.“, siehe Interview). Denn anders als in Frankreich hielten sich Deutsche in der Beschäftigung mit dem brutalen Machtmenschen zurück.

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