Entsetzen im HVD-Präsidium über „Africae munus“


Scharfe Kritik an Benedikts XVI. Leitfaden für die Mission in Afrika.

In einer Erklärung hat das Präsidium des Humanistischen Verbandes Deutschlands (HVD) heute sein Entsetzen über ein vor wenigen Tagen von Benedikt XVI. im westafrikanischen Benin veröffentlichtes Schreiben zum Ausdruck gebracht.

HVD

Der Papst hatte in Benin während einer von Zehntausenden Schaulustigen und vielen Gläubigen besuchten Messe unter anderem die weitere Evangelisierung des Kontinents angekündigt und ein für die christlichen Priester und Missionare als Leitfaden erdachtes Dokument mit dem Titel „Africae munus“ unterzeichnet. Er nahm damit zu zahlreichen Fragen gegenüber der Lage in Afrika, u.a. der Geburtenkontrolle sowie der reproduktiven Gesundheit von Frauen, sozialen und politischen Verhältnissen in den Regionen und zum Kontakt der verschiedenen Religionen, Stellung.

„Besonders die Aussagen zum Schutz des Lebens zeigen, dass der Papst die Entwicklungen und das Handeln von Menschenrechts- und säkularen Hilfsorganisationen sowie die wissenschaftliche Forschung vollständig ignoriert und weiter im Gestern lebt“, stellte Ines Scheibe aus dem Bundespräsidium dazu fest. Unter anderem diffamierte Benedikt XVI. die Abbrüche von ungewollten Schwangerschaften als „Kultur des Todes“. Die Regierungen in Afrika ermutigte er zu dementsprechenden Verboten. Scheibe: „Es ist sehr traurig, dass er und die Synodenväter einerseits den Wert und die Würde des menschlichen Lebens so hoch zu wertschätzen bekunden, andererseits aber sehr wenig Respekt und Mitgefühl gegenüber dem realen Leben der Menschen auf dem afrikanischen Kontinent und gegenüber der Gesundheit der dort heimischen Menschen, vor allem mit Blick auf die reproduktive Gesundheit von Frauen, zeigen.“

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„Africae munus“ über: AIDS, Abtreibung, Islam, Familie, traditionelle afrikanische Religionen