Norbert Hoerster bricht mit Giordano-Bruno-Stiftung und tritt aus


Norbert Hoerster, Quelle: wikibooks

Norbert Hoerster (74), emeritierter Professor für Rechts- und Sozialphilosophie der Universität Mainz, ist aus dem Beirat der antireligiösen Giordano-Bruno-Stiftung ausgetreten.

kath.net

Zur Begründung führte er in einem Beitrag für die «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (Samstag) das von der Stiftung vertretene Verständnis von «Aufklärung» und «Philosophie» an. Unter anderem wertete er die Äußerung der Organisation im Zusammenhang mit dem Deutschlandbesuch Papst Benedikt XVI. «als geradezu abwegig», dass dieser «Abermillionen von Menschen weltweit zu ungeschütztem Geschlechtsverkehr mit Todesfolge anstiftet».

Auch der von der Stiftung propagierte «Neue Atheismus» in Anlehnung an den Biologen Richard Dawkins sei «wenig überzeugend», so Hoerster. «Ich sehe nicht, wieso ausgerechnet die Evolutionstheorie den Gottesglauben widerlegen, ja ersetzen kann», betonte der Philosoph, der selbst immer eine skeptische religionsphilosophische Position vertreten hat. Über den Sprecher der Stiftung meinte Hoerster: «Ein sich als Philosoph ausgebender Denker wie Schmidt-Salomon, von der Presse als ‚Deutschlands Chef-Atheist‘ bezeichnet, sollte jedoch im Sinne der Aufklärung die Religionsphilosophie etwas gründlicher in Angriff nehmen.»

7 Comments

  1. Mir ist es vollkommen egsl, ob Norbert Hoerster die faschistoide Giordano-Bruno-Stiftung verlässt oder nicht. Gefreut habe ich mich nur, als Hoerster die Universität Mainz verlassen musste. So oder so ist und bleibt seine Propagierung der „Euthanasie“ Behinderter und seine Aberkennung des Lebensrechtes frühgeborener und behinderter Kinder verabscheuungswürdig und hochgradig gefährlich für jede zivilisierte Gesellschaft.
    Eckhard Heesch

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  2. Hoerster ist wohl ein entschiedener Gegner für besonderen Schutz von Menschenaffen mit ähnlichen Begründungen mit denen man zumindest theoretisch auch geistig behinderten Menschen ihre Rechte aberkennen könnte würde man die Wörter austauschen. Dann muss man auch keine Träne nachweinen.

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  3. So bedauerlich es auch scheinen mag, dass Norbert Hoerster die gbs verlässt: er wird der Religions- und Kirchenkritik nicht verloren gehen. Es würde der gemeinsamen Sache wenig nützen, jetzt in einen Kleinkrieg einzutreten. Hoerster ist einer scharfsinnigsten und klarsten Denker in Sachen säkularer Ethik. Dank seiner verständlichen Sprache hat er eine Menge nicht philosphisch vorgebildeter Leser erreicht. Ob er einer bestimmten Stiftung angehört oder nicht, ist unter diesem Aspekt wirklich zweitrangig.

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  4. «Ich sehe nicht, wieso ausgerechnet die Evolutionstheorie den Gottesglauben widerlegen, ja ersetzen kann»

    Die ET zeigt auf, dass es seit allen Zeiten mit „rechten Dingen“ zugegangen ist und sich Entwicklungen dann ereignen und ereigneten, wenn die Umstände gegeben sind/waren.
    Umstände beinhalten auch Massensterben, Krankheiten und Verdrängung bisheriger Lebensformen und Zugang zu abgeschlossenen Orten, sowie die Ausnutzung neuer Wege und Gegebenheiten in kleinen Trippelschritten.

    Eröffnete sich eine Nische wie die Sperre eines Tales kamen Räuber und infiltrierten und dezimierten den Inhalt des Tales, schloss sich die Sperre wieder degenerierten selbst die Räuber da es schlicht nicht mehr nötig war so effektiv zu jagen wie außerhalb der Sperre, öffnete sie sich wieder und kam neues Getier von Außen waren die ursprünglichen Invasoren selbst Gejagte geworden usw. usf.
    Sterben heute in Afrika viele Menschen an Sichelzellenanämie so bleibt die Krankheit dennoch bestehen und verbreitet sich sogar noch, weil man dadurch immun gegen die Malaria ist, an der rein statistisch gesehen noch viel mehr Afrikaner verenden.

    Der „Gottglauben“, wie es der werte Herr Hoerster ganz flach schreibt, ist mit der Frage der Intention und der Theodizee verbunden, an sich schon nicht lösbar muss ein Gottgläubiger die Frage beantworten weshalb die Welt so „verdrängungsreich“ und „aufs gerade wohl“ funktioniert – Das Leben lebt „den Umständen entsprechend“ nicht mehr und auch nicht weniger. Der Herr Professor zeigt selbst wie das Leben funktioniert. Wenn man älter wird reagiert man „den Umständen entsprechend“ die das Alter mit sich bringt. Er ist ein Paradebeispiel für einen „Gegenstand“ der durch äußere Umstände geschliffen und verformt und letztlich dahin gebracht wurde.

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  5. Blaise Pascal läßt grüßen. (Sogar Rechts- und Sozialphilosophen ab dem 74. Lebensjahr).
    Es scheint menschlich zu sein, dass ab einem bestimmten Lebensalter der Mut zur Realität schwindet und die Angst vor dem, jedermann bevorstehenden Unbekannten, wächst.

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  6. «Ich sehe nicht, wieso ausgerechnet die Evolutionstheorie den Gottesglauben widerlegen, ja ersetzen kann»

    Ich auch nicht. Aber geht es darum? Mir nicht.

    «Religionsphilosophie etwas gründlicher in Angriff nehmen.»

    Warum sollte man Religionsphilosophie überhaupt in Angriff nehmen?

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