Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum

 

Quelle: bruedergemeinde.de

Ekelhafte Lobbyarbeit von Religioten trifft auf devoten Polit-Religiot
[…]Kardinal Marx: Staat muss kulturelle Freiheitsräume schützen
Der Staat muss nach Überzeugung des Münchner Kardinals Reinhard Marx „um der Demokratie willen“ kulturelle Freiheitsräume schützen. Zu diesen zählten „nicht nur, aber auch die Kirchen“, sagte Marx am Montagabend bei einer Podiumsdiskussion zum Verhältnis von Staat und Kirche im Münchner Literaturhaus. Der neue bayerische evangelische Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm betonte, es gebe viele gute Gründe, am bewährten System in Deutschland festzuhalten. Die Kirchen böten eine spirituelle und ethische Infrastruktur, die für viele Bereiche der Gesellschaft wichtig sei. So werde an kirchlichen Orten dezentral und flächendeckend vermittelt, vergeben zu lernen. Diese Fähigkeit sei hochbedeutsam für jede Partnerschaft, für die Politik und für alle anderen Beziehungen, „in denen Fehler gemacht werden“. Marx sprach sich für eine „konstruktive Weiterentwicklung“ des deutschen Staatskirchenrechts aus. Mit Blick auf den Islam lehnte er zugleich eine Überführung in ein allgemeines Religionsrecht ab, sollte dadurch das historisch gewachsene Verhältnis zwischen Staat und Kirchen relativiert werden. In dieser Hinsicht sorge er sich allerdings mehr um Tendenzen in der gegenwärtigen Rechtsprechung als in der Politik. Bedford-Strohm erklärte, er hoffe, dass sich der Islam in Deutschland „zu einer Kraft entwickelt, die zur Demokratie beiträgt anstatt ihr gegenüberzustehen“. Dabei setze er vor allem auf die Etablierung islamischer Theologie an den Universitäten. Der Bonner Juraprofessor Christian Waldhoff sagte, die Einbeziehung des Islam werde das in Deutschland gewachsene System der „wohlwollenden Neutralität“ zwischen Staat und Religionsgemeinschaften stabilisieren. Der deutsche Mittelweg jenseits von Staatskirchentum und Laizismus habe sich bewährt. Durch das Bröckeln der Volkskirche gerate das Modell jedoch zunehmend unter gesellschaftlichen Druck, wodurch der Begründungsaufwand zunehme. Bayerns Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) verwies angesichts der Debatte vor allem um die sogenannten Staatsleistungen auf historische und aktuelle Verdienste der Kirchen. So hätten diese nicht nur konzeptionell an der Gestaltung der sozialen Marktwirtschaft mitgewirkt und wichtige Beiträge zur Aussöhnung mit den deutschen Nachbarländern nach dem Zweiten Weltkrieg geleistet. Die Kirchen stellten trotz abnehmender Kirchenbindung der Bevölkerung weiterhin viele Bildungs- und Sozialeinrichtungen zur Verfügung und vermittelten vielen Menschen gerade auch in existenziellen Momenten Orientierung.[…]

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Privatschulen Bibeltreuer Christen und der leidige Kreationismus

Quelle: homepage.mac.com

Im Namen des Herrn
Bibeltreue Christen gründen Privatschulen. Was lehren sie im Biologieunterricht?

Von Bernd KramerZEIT

Nicht nur lesen und schreiben sollen Anne Seegers Kinder in der Schule lernen, sondern auch biblische Werte. »Aber wer soll die vermitteln, wenn es an staatlichen Schulen nur noch wenige Christen gibt?« Zusammen mit anderen Eltern aus freikirchlichen Gemeinden hat die 35-Jährige darum eine eigene Grundschule in Braunschweig gegründet, die ersten 15 Jungen und Mädchen besuchen sie seit diesem Sommer. Die Morgenandacht steht fest auf dem Stundenplan. Seeger schwärmt, wie inspiriert ihre zwei Söhne heimkämen. »Weil sie keinen Bruch erleben zwischen der Schule und dem, was wir ihnen zu Hause vermitteln.«

Braunschweig ist die jüngste Schulneugründung evangelikaler Christen, also jenes Teils der Protestanten, der sich strikt an der Bibel orientiert und diese teils wörtlich auslegt. Die Zeitschrift ideaSpektrum, ein Organ der bibeltreuen Bewegung, zählt deutschlandweit 92 evangelikale Privatschulen – mit steigenden Anmeldezahlen. Allein im vergangenen Jahr ist die Schülerzahl um mehr als fünf Prozent gewachsen, auf über 33.000. Das ist zwar immer noch eine Minderheit aller Schüler, nicht einmal ein Prozent, aber eine, die wächst.

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Gorleben-Gebet: Seelsorge im Castor-Wald

Die Andacht unweit des Endlager-Erkundungsbergwerkes gehört seit 22 Jahren Sonntag für Sonntag zum festen Repertoire des Widerstandes im Wendland. Doch viele Demonstranten wissen gar nicht, dass und wo diese ökumenische Protestversammlung überhaupt stattfindet.

Von Thomas Klattevangelisch.de

Wo bitte geht’s zum Gorleben-Gebet? Fragt man danach auf der rund 20 km langen Strecke zwischen dem Verladebahnhof Dannenberg und dem Zwischenlager, so wissen viele Demonstranten gar nicht, dass und wo diese ökumenische Protestversammlung überhaupt stattfindet. Das ist verwunderlich, gehört die Andacht unweit des Endlager-Erkundungsbergwerkes seit 22 Jahren Sonntag für Sonntag zum festen Repertoire des Widerstandes im Wendland. Immerhin, einige heimische Polizisten wissen dann doch, wo gebetet wird.

Gottesdienst unter widrigsten Umständen

Nur von der Gorlebener Kirche aus muss man über eine halbe Stunde dorthin laufen, wenn man denn durchgelassen wird. Die Straße zum Zwischenlager ist für alle Fahrzeuge gesperrt. Letztlich bleibt nur der Fußmarsch durch den Wald. Ortskundige haben allerdings gleich die Straße hinten herum über Gedelitz oder Trebel genommen, wenn sie denn frei ist. Immer wieder kommt es zu spontanen Sitzblockaden der Castor-Gegner. Auch die Polizei hat überall Straßensperren aufgebaut und läßt die Menschen nur nach Prüfung ihrer Personalien durch, wenn überhaupt. Gottesdienst unter widrigsten Umständen also.

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Schmidt-Salomon: „Humanisten pflegen eine religionsfreie Spiritualität oder rationale Mystik“

Quelle: diesseits.de

Religionskritik Reloaded
Michael Schmidt-Salomon hat sich von der Religionskritik losgesagt. Ein Band lässt die Argumente von Deutschlands „Chef-Atheisten“ noch einmal Revue passieren.

Von Hugo Gephard Diesseits.de

Anleitung zum Seligsein – was auf den ersten Blick nach einem Ratgeber aus der esoterischen Ecke aussieht, offenbart sich dann im Klappentext allerdings als „Sammelsurium religionskritischer Denkanschläge“ des Autors, die seit 1994 vor allem in den Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) erschienen sind.

Im einleitenden persönlichen Rückblick auf zwei Jahrzehnte Religionskritik beschreibt Schmidt Salomon zunächst die Entwicklung der konfessionsfreien und kirchenkritischen Szene in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft und konstatiert zu Recht, dass die Arbeit, die Aktionen und die Mitgliederzunahme der säkularen Organisationen im deutschsprachigen Raum viel erfolgreicher waren, „als man realistischerweise hätte erwarten dürfen“. Im wiedervereinigten Deutschland ist es inzwischen in der öffentlichen Debatte und in den Medien kaum möglich über Religion und Weltanschauung zu sprechen, ohne dabei die Vertreter des konfessionsfreien Drittels der Gesellschaft zu hören. Und insofern reflektiert dann der letzte Beitrag des Sammelbandes auch „über die soziale Verankerung des Humanismus in Deutschland.“ Für den Autor Grund genug, sich in Zukunft nicht mehr vorrangig mit „Religionskritik in Reinkultur“ beschäftigen zu wollen, sondern sich mehr für die Verwirklichung einer „Leitkultur Humanismus und Aufklärung“ einzusetzen.

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Spirituelle Verbrecher und päpstliche Geschichtsfälschung

Trotz Audienz beim Papst: Pater Maciel führte laut Vatikan ein "gewissenloses Leben ohne echte religiöse Gesinnung" - festgestellt allerdings erst nach seinem Tod.

Ist es Hohn? Oder der Beginn einer allmählichen Geschichtsfälschung? Der Papst erklärte nämlich vergangene Woche beim Ad-Limina-Besuch der amerikanischen Bischöfe, die Kirche sei in Sachen Missbrauchsbekämpfung ein Vorbild für die Gesellschaft.

Von Wolfgang BergmannderStandard.at

Noch wenige Tage zuvor hatte der römische Pontifex den vorzeitigen Rücktritt des nordirischen Bischofs Seamus Hegarty angenommen. Seit 2010 steht dieser wegen des Umgangs mit Verdachtsfällen in Sachen Missbrauch unter Druck. Als Rücktrittsgrund wurden aber ausschließlich eine „unheilbare und fortgeschrittene“ Krankheit geltend gemacht (23.11.2011). Das kennen wir doch: Auch Kardinal Groers Rücktritt erfolgte offiziell aus Altersgründen. (So viel zum Thema ehrlicher Umgang!)

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Arbeitsrecht: Evangelische Kirche kritisiert Grünen-Beschluss

Mit Enttäuschung und scharfer Kritik hat die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) auf den Beschluss des Grünen-Parteitags reagiert, dass die Partei das kirchliche Arbeitsrecht des sogenannten Dritten Weges mit seinem Streikverbot in Diakonie und Caritas außerhalb vom «engeren Bereich der Verkündigung» abschaffen und hierüber «einen Dialog mit den Kirchen führen» will.

jesus.de

Ich finde es interessant, dass die Grünen einen Dialog mit den Kirchen erst dann führen wollen, wenn sie einen eindeutigen Beschluss schon gefasst haben», sagte der EKD-Beauftragte bei der Bundesregierung, Prälat Bernhard Felmberg, der in Berlin erscheinenden Tageszeitung «Die Welt» (Montagsausgabe).

Felmberg kritisierte auch, dass der Grünen-Vorstand die Kirchen über den Beschluss-Plan nicht vorab informiert hatte und zudem den Chef der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, auf dem Grünen-Parteitag in Kiel am Samstag eine Gastrede halten ließ, in der Bsirske den Dritten Weg scharf kritisierte.

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Die Ewiggestrigkeit des A. Laun: Oder, wie fälscht man Geschichte

Bücherverbrennung 1938: Die Nazis hatten offenbar verstanden, dass Juden und Christen „eine Brut“ sind.

Von Andreas Launkath.net

Am 30. April 1938, also nicht einmal 2 Monate nach dem Anschluss Österreichs an das Hitlerreich, verbrannten die Nazis in Salzburg jüdische Bücher, aber auch solche katholischer Autoren, und Bücher von politischen Feinden wie Otto von Habsburg! Offenbar verstanden sie, in solchen Fragen hellsichtig wie der Teufel, dass Juden und Christen „eine Brut“ sind, wie sie diese unlösbare Verwandtschaft in Wien nannten, als sie über den Kardinal spottend skandierten: „Innitzer und Jud, eine Brut!“ Sie meinten, damit einen Schritt zu tun in Richtung Freiheit „durch Adolf Hitler“, wie damals ein SS-Mann schrie.

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