Gorleben-Gebet: Seelsorge im Castor-Wald


Die Andacht unweit des Endlager-Erkundungsbergwerkes gehört seit 22 Jahren Sonntag für Sonntag zum festen Repertoire des Widerstandes im Wendland. Doch viele Demonstranten wissen gar nicht, dass und wo diese ökumenische Protestversammlung überhaupt stattfindet.

Von Thomas Klattevangelisch.de

Wo bitte geht’s zum Gorleben-Gebet? Fragt man danach auf der rund 20 km langen Strecke zwischen dem Verladebahnhof Dannenberg und dem Zwischenlager, so wissen viele Demonstranten gar nicht, dass und wo diese ökumenische Protestversammlung überhaupt stattfindet. Das ist verwunderlich, gehört die Andacht unweit des Endlager-Erkundungsbergwerkes seit 22 Jahren Sonntag für Sonntag zum festen Repertoire des Widerstandes im Wendland. Immerhin, einige heimische Polizisten wissen dann doch, wo gebetet wird.

Gottesdienst unter widrigsten Umständen

Nur von der Gorlebener Kirche aus muss man über eine halbe Stunde dorthin laufen, wenn man denn durchgelassen wird. Die Straße zum Zwischenlager ist für alle Fahrzeuge gesperrt. Letztlich bleibt nur der Fußmarsch durch den Wald. Ortskundige haben allerdings gleich die Straße hinten herum über Gedelitz oder Trebel genommen, wenn sie denn frei ist. Immer wieder kommt es zu spontanen Sitzblockaden der Castor-Gegner. Auch die Polizei hat überall Straßensperren aufgebaut und läßt die Menschen nur nach Prüfung ihrer Personalien durch, wenn überhaupt. Gottesdienst unter widrigsten Umständen also.

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