Schmidt-Salomon: „Humanisten pflegen eine religionsfreie Spiritualität oder rationale Mystik“


Quelle: diesseits.de

Religionskritik Reloaded
Michael Schmidt-Salomon hat sich von der Religionskritik losgesagt. Ein Band lässt die Argumente von Deutschlands „Chef-Atheisten“ noch einmal Revue passieren.

Von Hugo Gephard Diesseits.de

Anleitung zum Seligsein – was auf den ersten Blick nach einem Ratgeber aus der esoterischen Ecke aussieht, offenbart sich dann im Klappentext allerdings als „Sammelsurium religionskritischer Denkanschläge“ des Autors, die seit 1994 vor allem in den Materialien und Informationen zur Zeit (MIZ) erschienen sind.

Im einleitenden persönlichen Rückblick auf zwei Jahrzehnte Religionskritik beschreibt Schmidt Salomon zunächst die Entwicklung der konfessionsfreien und kirchenkritischen Szene in einer immer säkularer werdenden Gesellschaft und konstatiert zu Recht, dass die Arbeit, die Aktionen und die Mitgliederzunahme der säkularen Organisationen im deutschsprachigen Raum viel erfolgreicher waren, „als man realistischerweise hätte erwarten dürfen“. Im wiedervereinigten Deutschland ist es inzwischen in der öffentlichen Debatte und in den Medien kaum möglich über Religion und Weltanschauung zu sprechen, ohne dabei die Vertreter des konfessionsfreien Drittels der Gesellschaft zu hören. Und insofern reflektiert dann der letzte Beitrag des Sammelbandes auch „über die soziale Verankerung des Humanismus in Deutschland.“ Für den Autor Grund genug, sich in Zukunft nicht mehr vorrangig mit „Religionskritik in Reinkultur“ beschäftigen zu wollen, sondern sich mehr für die Verwirklichung einer „Leitkultur Humanismus und Aufklärung“ einzusetzen.

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