Kapitalanlagebetrug in der evangelischen Kirche, bravo!


Quelle: kirchensumpf.to

Riskante Geldanlage kostet Kirche 20 Millionen Euro
Die evangelische Kirche hat ihren eigenen Skandal: Beim Beihilfe- und Bezüge-Zentrum, das die Abrechnung für Kirchenpersonal abwickelt, ermittelt der Staatsanwalt wegen Kapitalanlagebetrug. Die Kirche muss mit Millionen einspringen.

Von Joachim FrankFrankfurter Rundschau

Ein Finanzskandal bei einer kircheneigenen Firma kostet die Evangelische Kirche im Rheinland mindestens 20 Millionen Euro. Hochriskante und möglicherweise betrügerische Anlagegeschäfte brachten das „Beihilfe- und Bezüge-Zentrum“ (bbz) in Bad Dürkheim an den Rand der Insolvenz. Die Kirche als Alleingesellschafterin musste mit eigenem Kapital und weitreichenden Bürgschaften einspringen, wie der leitende Kirchenjurist Christian Drägert in Düsseldorf mitteilte. Ausbleibende Erträge aus Anlagegeschäften hätten zur Überschuldung und zu Liquiditätsproblemen geführt. Der Finanzbedarf hat sich in den vergangenen Wochen von 16 Millionen Euro um weitere vier Millionen erhöht.

Die Aufsicht über das Unternehmen hat offenbar über Jahre versagt. So wurden die Jahresabschlüsse des bbz nach Drägerts Worten seit 2007 „entweder nur eingeschränkt testiert, gar nicht testiert, nicht korrekt aufgestellt und nicht rechtskonform veröffentlicht“. Dennoch habe die zuständige Gesellschafterversammlung die Geschäftsführung teilweise entlastet. Zudem sei mindestens eine Buchung manipuliert worden, um Zahlungseingänge vorzutäuschen.

Inzwischen hat die Kirche dem früheren Management gekündigt und das dreiköpfige Aufsichtsgremium ausgewechselt, an dessen Spitze nun Drägert selbst als Vizepräsident der rheinischen Kirche steht. Nach einer Strafanzeige der Kirche ermittelt die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern wegen des Verdachts des Kapitalanlagebetrugs. Die Kirche geht zudem zivilrechtlich gegen frühere Aufseher vor, denen sie „offenkundige Versäumnisse“ vorwirft.

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