Islamische Theologie in Deutschland


Vertreter der Islamstudien wollen die islamische Theologie erst einmal als wissenschaftliche Disziplin etablieren. (Bild: Deutschlandradio - Ulf Dammann)

Imame ausbilden, Fachdiskussionen anstoßen, Muslime an Hochschulen repräsentieren: Das haben die Graduiertenkollegs Islamische Theologie an sieben deutschen Universitäten zum Ziel. Während Vertreter der Islamstudien die islamische Theologie erst einmal als wissenschaftliche Disziplin etablieren, erwartet die Politik auch einen Beitrag zur Integration.

Von Jan KuhlmannDeutschlandfunk

An Konflikten zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen mangelt es in Deutschland nicht. Da ist die mangelnde Bereitschaft von Muslimen, sich auf die Gesellschaft einzulassen. Das erschwert das Zusammenleben ebenso wie anti-muslimische Ressentiments, die den Islam zu einem Feindbild aufbauen. Auch das neue Studienfach islamische Theologie bewegt sich in diesem Spannungsfeld. Geht es nach der Politik, dann soll das Fach maßgeblich dazu beitragen, den Islam in Deutschland besser zu integrieren. Das jedoch bereitet den Vertretern der Islamstudien an den Unis Bauchschmerzen. Sie wollen die islamische Theologie erst einmal als wissenschaftliche Disziplin etablieren und nicht darauf ausrichten, Muslime zu integrieren, sagt Ömer Özsoy, Professor für Islamische Religion in Frankfurt:

„Das kann sich nur als Nebeneffekt ergeben, und das wird sich ergeben, da will ich die Verantwortlichkeit der Wissenschaftler nicht kleinreden. Aber das würde ich nicht zum Ziel setzen und nach Vordergrund rücken, weil das dann drohen würde, dass die islamische Theologie schon in der Entstehungsphase ungerechterweise kritisiert wird und als bestellte Wissenschaft angesehen würde.“

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