Piratöser Laizismus?


Parteitag der Piraten: Sie stimmten für ein Grundeinkommen und wolen Kirche und Staat trennen Foto: AFP

Auf dem Parteitag stimmten sie für eine strikte Trennung von Kirche und Staat. Die Religion soll außerdem nicht von Behörden erfasst werden.

Hamburger Abendblatt

Die Piratenpartei will Kirche und Staat strikt voneinander trennen. Auf ihrem Bundesparteitag in Offenbach sprachen sich die anwesenden rund 1.300 Mitglieder dafür aus, „finanzielle und strukturelle Privilegien für einzelne Glaubensgemeinschaften“ abzuschaffen. Die Piraten wandten sich außerdem gegen eine behördliche Erfassung der Religionszugehörigkeit und gegen den Einzug von Kirchensteuern durch den Staat.

Der Leiter des katholischen Büros bei der Bundesregierung, Karl Jüsten, reagierte auf Anfrage gelassen auf die Vorstöße. Er halte es für notwendig, ungeachtet aller möglichen Differenzen mit der Piratenpartei ins Gespräch zu kommen, so Jüsten. Dabei gehe es auch darum zu zeigen, dass sich das bisherige Verhältnis zwischen Staat und Kirchen bewährt habe und die konkreten rechtlichen Bestimmungen letzten Endes nicht nur den Kirchen, sondern allen Menschen im Land zugute kämen. Als Beispiele nannte er die Arbeit der Kirchen im sozialen Bereich wie etwa der Jugendhilfe.

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1 Comment

  1. Aktivitäten, wie sie die Piratenpartei hinsichtlich der verstärkten Trennung von Kirchen und Staat entwickeln, hätte ich mir eigentlich von der SPD und den Grünen gewünscht. Aber diese Hoffnungen dürften leider nicht erfüllt werden, denn der Einfluß der Religioten in der SPD und den Grünen ist einfach zu dominierend. Die Allianz der Religioten Thierse, Nahles, Gabriel, Göring-Eckhardt und Konsorten blockt alles, was in Richtung Laizismus geht, konsequent ab.

    Andererseits ist für mich die Piratenpartei alles andere als wählbar. Wer einfach mal – nur so zum Spaß – die Politik als Spielfeld entdeckt und z.B. die Freigabe von Drogen fordert, dem möchte ich keine politische Verantwortung übertragen. Zudem: Wer – wie die Piraten – Veränderungen im Urheberrecht fordert, würde z.B. Schriftsteller, Komponisten, Texter usw. brotlos machen. Aber das kümmert die Piraten offenbar nicht. Würde das Urheberrecht im Sinne der Piraten verändert, hätte z.B. der Plagiateur Guttenberg nämlich seinen falschen Doktortitel behalten dürfen. Abschreiben und kopieren wäre dann kein Delikt, sondern erlaubt. Wer hätte dann noch Lust, kreativ zu arbeiten, wenn er um den verdienten Lohn geprellt wird !?

    Ich meine: Vorsicht vor Leuten, die sich der Piraterie verschrieben haben. Es sind dies – wie der Parteiname es schon verrät – verantwortungslose politische Freibeuter, die sich wenig Gedanken um die Konsequenzen ihres Handelns machen. Denen geht es offenbar nur um eine billige, nicht durchdachte Polit-Show, die lediglich von einem politisch unbedarften, unkritischen Publikum mit Applaus bedacht und mit Wählerstimmen belohnt wird.

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