Michael Schmidt-Salomon: „Wir müssen kritisch hinterfragen“


                                                                                                          Philosoph plädiert dafür, keine Rücksicht auf die Verletzung religiöser Gefühle zu nehmen Von eine großen Tradition des Abstandnehmens von Religionskritik spricht der Philosoph und Publizist Michael Schmidt-Salomon. Er kritisiert, dass viele Menschen aus Berufsgründen gezwungen werden, Mitglieder der Kirchen zu sein und fordert Gläubige auf, religiöse Konzepte anzuzweifeln.

Michael Schmidt-Salomon im Gespräch mit Britta BürgerDeutschlandradio

Britta Bürger: Ob Christentum, Judentum oder Islam: Dem Philosophen und Publizisten Michael Schmidt-Salomon geht es nicht um das Hinterfragen einzelner religiöser Standpunkte, ihm geht es um das große Ganze, um eine generelle Religionskritik, die Respektlosigkeit gegenüber religiösen Gefühlen mit einschließt. „Anleitung zum Seligsein“ heißt sein neues Buch, in dem Michael Schmidt-Salomon auf die vergangenen 20 Jahre zurückblickt, in denen er hartnäckig Religionskritik übt. Am Nikolaustag hat er für uns in einem Studio in Trier Platz genommen, schönen guten Tag, Herr Schmidt-Salomon!

Michael Schmidt-Salomon: Guten Tag!

Bürger: Wann haben Sie zuletzt einen Nikolausstiefel gefüllt bekommen? Oder gab es für den Religionskritiker schon immer nur eine Rute?

Schmidt-Salomon: Nein! Wir feiern das richtig ordentlich, bei uns gibt es dann viele Süßigkeiten und ich nasche da auch davon.

Bürger: Kein Widerspruch für Sie?

Schmidt-Salomon: Nein. Also, die ganzen Rituale, die heute gepflegt werden, sind weitgehend profanisiert. Die Deutungshoheit der Kirchen über diese Festtage sind weitgehend verschwunden. Und ich habe einen zehnjährigen Sohn, warum sollten konfessionsfreie Kinder darunter leiden, dass sie konfessionsfrei sind?

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