Hunoder: Göttliches Recht geht immer dem menschlichen voraus


Quelle: ONZ.CH

Der Churer Bischof schreibt in einem Hirtenbrief, das göttliche Recht gehe den Menschenrechten immer voraus. Juristen und Theologen sind beunruhigt.

Von Simone Rau Tages Anzeiger

Pünktlich zum Internationalen Tag der Menschenrechte am 10. Dezember legt der Churer Bischof Vitus Huonder einen Hirtenbrief vor. Dieser soll am Sonntag in sämtlichen Kirchen des Bistums, zu dem auch der Kanton Zürich gehört, verlesen werden. Schon vorab ist klar: Huonders Worte werden zu reden geben. Sie lauten unter anderem: «Die Kirche nimmt die Menschenrechtserklärung zur Kenntnis.» Gleichzeitig, so schreibt Huonder, messe die Kirche deren Aussagen und Forderungen an der «Wahrheit der göttlichen Offenbarung». Den Menschenrechten voraus gehe «immer das göttliche Recht», und sie stünden und fielen letztlich mit dem Respekt vor dem Gottesrecht.

weiterlesen

3 Comments

  1. Schon der Heilige Sankt Augustine (354–430 n.C.) war von Gott erleuchtet wie eine 100 Watt Birne, konnte somit den Evangelienphantasten beim Diktat der Bibel durch den Heiligen Geist Licht spenden und so vor Irrtümern bewahren.

    Das das lange vor der Niederschrift des bürgerlichen Gesetzbuches geschah, hat die Phantasie eines all-unfähigen Gottes immer Vorrang. Im Gegenteil, die Firma Osram und der Erfinder Thomas Edison schulden dem Vatikan noch die Lizenzgebühren für den Missbrauch der ersten Glühbirne

    Gefällt mir

  2. Der Churer Bischof spricht interessanter Weise das aus, was sein Chef (= „Gott“) vorgelebt hat. Nach staatsschutzpolizeilicher Betrachtung (da spreche ich ausschließlich für meine fachbezogene Einzelmeinung) zeigt „Gott“ ein Verhaltensmuster, das ihn und seine „Engel“ – wären sie denn eine greifbare Organisation – zu einem Beobachtungsobjekt des Verfassungsschutzes machen würden, zum Beispiel

    – die Beanspruchung des Erkenntnis- und Handlungsmonopols
    – das Freund-Feind-Denken mit tödlichen Bestrafungen
    – Gesetzgebung, Rechtsprechung und ausführende Gewalt in einer Person
    – Heilsversprechen nur denen, die ihre Freiheit der Weltanschauung aufgeben

    Vitus Huonder ist nur konsequent. Hut ab!

    Gefällt mir

  3. Die Katholen haben doch die Menschenrechte schon zu allen Zeiten ihrer Historie außen vor gelassen. Der Churer Bischof hat jetzt den „Fehler“ begangen, dies öffentlich zuzugeben. Absicht war das sicher nicht, sondern nur grenzenlose Dummheit.

    Gefällt mir

Kommentare sind geschlossen.