Kirchliche Steuer­privi­legien sorgen für Unmut


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Italienische Regierung führt unpopuläre Immobiliensteuer ein, kirchliche Gebäude werden nicht belastet

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Die Regierung Monti gerät in Italien wegen Steuerprivilegien zugunsten der Kirche unter Druck. Die Italiener müssen tief in die Tasche greifen, um die unpopuläre Immobiliensteuer ICI zu zahlen, die vom Fachleutekabinett zur Sanierung der staatlichen Bilanzen eingeführt wurde. Die Immobiliensteuer war von der Vorgängerregierung Berlusconi 2008 abgeschafft worden und muss jetzt wieder auch von Besitzern von Erstwohnungen entrichtet werden, also von 72 Prozent der italienischen Familien. Die Kirche bleibt jedoch laut einem seit 2005 geltenden Gesetz von der Pflicht befreit, für die rund 100.000 Immobilien die Steuer zu zahlen, die sie in Italien besitzt.

Drei Milliarden Euro würden Schätzungen zufolge zusätzlich in Italiens leere Staatskassen fließen, wenn auch die Kirche im ganzen Land Immobiliensteuer zahlen würde, schätzen Experten. Allein in Rom besitzt die Kirche 23.000 Immobilien und Grundstücke, ihr Vermögen in der Hauptstadt wird auf neun Milliarden Euro geschätzt. „Wir haben uns mit dem Thema der Besteuerung der Kirchenimmobilien im Rahmen des Sparpakets nicht befasst“, antwortete Monti auf die Frage eines Journalisten, warum die Kirche zur Zahlung der neueingeführten Immobiliensteuer beitragen sollen.

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