Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau schrumpft


Obwohl Fluglärm für die evangelische Kirche in Hessen und Nassau ein wichtiges Thema ist, waren die Kirchenbänke zuletzt bei einer ökumenischen Andacht gegen Fluglärm in Gustavsburg nur spärlich besetzt. Foto: Archiv / von MengdenVergrößern

Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau beklagt mehr Austritte als sie Neuzugänge verbucht

Von Angelika EderWiesbadener Kurier

Pro Jahr schrumpft die Mitgliederzahl der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) durchschnittlich um rund ein Prozent und damit in der Größenordnung einer (großen) Gemeinde, teilte Sigurd Rink, Propst für Süd-Nassau, in der Jahreskonferenz mit. Setzt sich diese Entwicklung in Zukunft fort, müsse sich die Kirche in den zwanziger Jahren mit ihrer Organisationsstruktur auf ein Fünftel bis ein Viertel weniger Mitglieder einstellen. Den Überhang von Aus- zu Eintritten führt Rink vor allem auf den demographischen Wandel zurück: So wurden im vergangenen Jahr 21 305 Bestattungen verzeichnet und 12 512 Kindstaufen. Die fast 11 000 Austritte erklären sich, so Rink, durch die Absicht, Kirchensteuer zu sparen, sowie durch „gewissen Entfremdungsprozesse“. Erfreulicherweise würden aber die meisten Kinder getauft, 90 Prozent der Getauften gingen zur Konfirmation. Ziel müsse es sein, Jugendliche für die Kirche zu gewinnen. Um den Herausforderungen jeder Gemeinde gerecht zu werden, finden Visitiationen einer Kommission aus anderen Gemeinden statt, die anschließend Erfahrungsberichte verfasst. 2012 sucht Propst Rink selbst alle 43 Kirchengemeinden im Dekanat Wiesbaden auf. Dort sollen Zielvereinbarungen für die kommenden zwei, drei Jahre getroffen werden – „von äußerlich bis spirituell, von Budget und Renovierungsbedarf bis Konfirmationsarbeit“.

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4 Comments

  1. Der Dummfug vom demographischen Wandel wird immer wieder durch die Presse gejagt. Diie Fruchtsbarkeitsziffer um 1,45 für Deutschland und die EU-27 ist seit Jahrzehnten so niedrig. In Frankreich mit fast 2,00 nimmt die Kirche sogar noch schneller ab, dort hat das durchschnittsalter der Priester bereits 80 Jahre erreicht. Die religiösen Analytiker sind blind, der Verdacht die Attraktivität des Angebotes „Religion“ ist saumäßig, den darf niemanden haben, sonst fliegt er raus wie ein homosexueller Pfarrer. Untersuchungen, deren Ergebnis vor Beginn der Arbeit bereits in etwa feststeht, die sind vollkommen wertlos

    In der BRD sind 35% der Bürger konfessionslos, 28% evangelisch, 29% katholisch und 8% Analphabeten ohne klare Zuordnung zu den 3 Gruppen. Bezogen auf die arbeitsfähige Bevölkerung von 44 Mill. sind 14% funktionale Analphabeten. Nur 6% evangelische und 9% katholische Bürger glauben das komplette christliche Bekenntnis, erstere stellen davon deutlich mehr Einzelheiten in Frage. Der Rest sind für die Amtskirchen Heiden.

    Pfarrer Klaus-Peter Jörns befragt 1996 Pfarrer nach Glaubensinhalten, die Resultate aus der Zeit noch ohne Sexskandale sind heute sicher viel schlechter:
    65% sehen Jesus Christus als Gott, erkennen also die Existenz eines Gottes an
    33% halten die Heilige Schrift für heilig
    43 % glauben an die Allmacht Gottes
    13 % glauben an die biblisch-theologische Aussage der Erbsünde
    33 % glauben an das jüngste Gericht und die Hölle

    Nach einer Umfrage von Omni Quest im Jahr 2010 glauben 20% der Deutschen an die Aufklärung der RKK-Skandale, 70% halten die RKK dagegen für unehrlich und verlogen. Die Verfügbarkeit des Internets entlarvt dogmatische und diktatorische Systeme schnell als verlogen und betrügerisch und sortiert sie aus. Die Systeme selber agieren dabei hilflos wie das „gelähmte Kaninchen“.

    Die Pfarrer kommen mir vor wie Hausieren, die von Tür zu Tür wandern und die grandiose Erfndung des „Teebeutels für Linkshändern“ teuer verkaufen müssen. Man muss schon total bescheuert sein, um dabei überzeugend zu wirken.

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  2. Ich glaube in rolandw’s Kommentar Sarkasmus zu lesen. Da fehlt am Ende des Kommentars das :ironie off: Zeichen. Stimmts? Zumindest würde es dann mit meiner Meinung direkt übereinstimmen.

    Diese schwarzen Haubentaucher (keine Beleidigung der Tiergattung 😉 ) merken nicht, oder wollen nicht merken, dass ihr Zug abgefahren ist. Warum wohl sonst werden eine Kirchengemeinde nach der Anderen zusammen gelegt. Aus dem Verhalten dieser Vogelart ;.) erkennt man die Falschheit oder aber die Dummheit der Gattung. Entweder sie sind dumm und merken nichts, oder sie lügen sich in die Tasche, dass sich die Balken biegen.

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  3. @rolandw
    Was ist unklug daran, dass die Leute ihr Geld nicht für Sch..ße ausgeben? (Übrigens, wenn man keinen Verkehr (mehr) hat, braucht man ja auch keinen Verkehrsverein 😉 )

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  4. Ja ne, is klar: Die Austritte erklären sich nur dadurch, dass die Leute Kirchensteuer sparen wollen, auf keinen Fall, weil sie sich das genau überlegt haben…

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Kommentare sind geschlossen.