Nagib Machfus: Ablehnung einer religiös dominierten ägyptischen Gesellschaft


Nagib Machfus, ägyptischer Schrifsteller und Nobelpreisträger für Literatur (1911-2006) (Bild: AP)

Nagib Machfus ist der einzige arabische Schriftsteller, der mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet wurde. In seinem Werk beschreibt er die gesellschaftlichen Auseinandersetzungen im Ägypten des 20. Jahrhunderts. Politisch ergriff er immer wieder Partei für die kleinen Leute. Am 11. Dezember 1911 wurde er geboren.

Von Christoph BurgmerDeutschlandradio Kultur

„Extremistischen Gedanken hat es in unserer Gesellschaft schon immer gegeben. Ich habe sie als Kind schon in Zeitschriften gelesen und von Islamisten gehört. Damals wollten sie die Musik verbieten, die Mädchen vom Studium auf der Universität ausschließen und viele Freiheiten einschränken. Alle diese Ansichten, die wir auch heute wieder hören, hat es schon damals gegeben.“

Wer in den 90er-Jahren in die Wohnung von Nagib Machfus eingeladen wurde, musste sich geehrt fühlen. Denn der bis heute einzige arabische Literaturnobelpreisträger war aufgrund seines Alters nicht nur stark seh- und hörbehindert. Er litt außerdem massiv unter den Folgen eines Mordanschlags islamischer Fundamentalisten. So wurde man im populären Kairiner Stadtteil Agouza von einer Krankenschwester empfangen, die einen zu dem unter Polizeischutz stehenden Machfus geleitete.

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1 Comment

  1. Es ist die Tragödie des 21. Jahrhunderts, dass die Menschheit nach wie vor von religiösem Dogmatismus und den Machtansprüchen sich religös gebärdender Politiker dominiert wird. Es ist nicht zu übersehen, dass unter diesen Gegebenheiten die solchermaßen gegängelte Menschheit sich nicht zu einer rein an humanistischen Grundsätzen orientierten Gesellschaft hin entwickeln kann. Der über viele Jahrhunderte aufgehäufte Religionsballast ist nach wie vor viel zu dominierend und verhindert die philosophische Fort- und Weiterentwicklung der Menschheit.

    Nagib Machfus ist leider nicht mehr als ein einsamer Rufer in der Wüste, der aber gleichzeitig auch ein Hoffnungsträger für eine bessere zukünftige Welt ohne religiös motivierten Fanatismus ist.

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