Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

„Laun du Oaschloch“
[…]Am vergangenen Samstag, den 10. Dezember fanden sich über 150 Personen zur Lichterkette der Jugend für das Leben vor den Salzburger Landeskliniken ein. Dort gibt es seit 2005 auf Weisung von LH Gabi Burgstaller eine Abtreibungsambulanz, in der wöchentlich geschätzte zwanzig Kinder abgetrieben werden. Mit Liedern und Ansprachen machten die mehrheitlich jugendlichen Teilnehmer auf das große Unrecht der Abtreibung aufmerksam. Sie forderten den umfassenden Schutz des menschlichen Lebens ab der Empfängnis, sowie mehr Hilfsmöglichkeiten für schwangere Frauen … Aggressive Gegendemonstranten: Gegendemonstranten mit vermummten Gesichter auf der gegenüberliegenden Straßenseite versuchten die friedliche Kundgebung zu stören und schreckten auch nicht davor zurück, blasphemische Sprüche wie „Hätt‘ Maria abgetrieben, wärt ihr uns erspart geblieben“ zu verwenden. Aufgrund eines Zwischenfalls bei der Lichterkette im vergangenen Jahr, bei dem ein Lebensschützer von einem Gegendemonstranten niedergeschlagen worden war, gab es heuer ein großes Polizeiaufgebot um die Gegendemonstranten in Schach zu halten. Die Feuerwehr musste ein unerlaubt aufgehängtes Transparent mit der Aufschrift „Laun du Oaschloch“ entfernen. Die Teilnehmer der Lichterkette benötigten zudem weit über das offizielle Veranstaltungsende hinaus Polizeischutz, weil die Gegendemonstranten ihnen nach der Lichterkette bis zur Pfarrkirche Mülln folgten, wo im Anschluss eine Hl. Messe stattfand.[…]

Gröhes Besinnungs-Diktatur
[…]CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe hat sich in einem Gastbeitrag in der „Bild am Sonntag“ für eine bundesweite Abschaffung von verkaufsoffenen Sonntagen in der Adventszeit ausgesprochen. Der Einzelhandel wies diese Forderung zurück. „An den Adventssonntagen sollten die Geschäfte geschlossen bleiben“, schreibt Gröhe in dem vorab veröffentlichten Beitrag. Besinnung sei wichtiger als Konsum, doch gerade der Advent bedeute für viele Menschen Stress. „In den letzten Wochen des Jahres sollten wir deshalb innehalten“, findet Gröhe. Die Bundesländer, in denen der Advent bereits vor verkaufsoffenen Sonntagen geschützt sei, sollten als Vorbilder für andere dienen. Der Einzelhandelsverband HDE wies die Forderung nach einem Bericht des Nachrichtensenders n-tv zurück. „Geöffnete Geschäfte an den Adventssonntagen sind ein Publikumsmagnet für festlich geschmückte Innenstädte“, schrieb HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth, ebenfalls in einem Gastbeitrag für die „Bild am Sonntag“. Er sprach sich gegen kommunale Einzellösungen zum Ladenschluss aus und machte darauf Aufmerksam, dass die Haupt-Gottesdienstzeiten bei Ladenöffnungen an Sonntagen berücksichtigt werden: Die Öffnung der Geschäfte erfolge erst ab 13 Uhr.[…]

ZDF-Intendant Markus Schächter erhält Katholiban-Preis
[…]ZDF-Intendant Markus Schächter ist am Samstag mit dem päpstlichen Gregoriusorden geehrt worden. Die Auszeichnung überreichte ihm in Mainz Kardinal Karl Lehmann, wie die bischöfliche Pressestelle mitteilte. Papst Benedikt XVI. habe damit der Verdienste Schächters um die Kirche gewürdigt. Der 62-Jährige ist seit 2002 Intendant des Zweiten Deutschen Fernsehens. Der Orden ist eine der höchsten Auszeichnungen, die der Papst an Laien verleiht. Lehmann erinnerte daran, dass Schächter stets die Fernsehberichterstattung von kirchlichen Großereignissen in Deutschland wie auch in der Welt unterstützt habe. Der Gregoriusorden wurde 1831 von Papst Gregor XVI. gestiftet. Schächter erhielt bereits im Januar den französischen Orden des „Officier de l’Ordre National du Mérite“ für seine Verdienste um ein qualitativ hochwertiges Fernsehprogramm in Deutschland und Europa (DIGITALFERNSEHEN.de berichtete). Am Freitag hatte der 62-Jährige in einer Sitzung des ZDF-Rundfunkrates seine Vision von der Zukunft des öffentlich-rechtlichen Senders vorgestellt und ein Resümee seiner 10-jährigen Amtszeit gezogen. Schächter übergibt den Intendantenposten im März 2012 an den amtierenden Programmdirektor Thomas Bellut.[…]

Die Kirche und das liebe Geld …
[…]Der Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki hat sich für ein stärkeres finanzielles Engagement der katholischen Kirche in der Sozial- und Bildungsarbeit ausgesprochen. «Wir müssen uns die Caritas etwas kosten lassen und nicht nur dort präsent sein, wo wir unsere Hilfe auch refinanzieren können», sagte Woelki der Nachrichtenagentur dpa in Berlin. «Die Kirche darf sich nicht dem Vorwurf aussetzen, dass sie nur dort ist, wo das Geld fließt», sagte der 55-Jährige, der jüngst zum Vorsitzenden der Caritas-Kommission der Deutschen Bischofskonferenz gewählt wurde. Notfalls müsse die Kirche an anderen Stellen sparen. Der Caritas gehören bundesweit mehr als 25 000 Einrichtungen mit mehr als 500 000 Mitarbeiter an. Reformbedarf sieht Woelki auch in der Priesterausbildung. Angesichts rückläufiger Zahlen bei den Berufungen sollen Deutschlands Bischöfe über eine Neugestaltung der Ausbildung an den theologischen Fakultäten nachdenken, auch wenn dies mit Einschnitten verbunden sei.[…]

Sexualkundeunterricht und Menschenrechte
[…]«Der Unterricht über die menschliche Sexualität gehört zu den Aufgaben der Schule, sie soll darauf nicht verzichten», sagt Bischof Felix Gmür in einem Interview mit der «SonntagsZeitung». Die Eltern würden in der Erziehungsaufgabe von der Schule unterstützt und ergänzt. Der Bischof spricht sich gegen das Recht auf Dispensation vom Sexualkundeunterricht aus, wie es der Churer Bischof Huonder vor einer Woche gefordert hatte («suedostschweiz.ch» berichtete). «Wenn die Schule die verschiedenen Aspekte darlegt, dann sehe ich keinen Grund, die Kinder abzumelden.» Wichtig sei, dass unterschiedliche Meinungen in den Unterricht einflössen. Göttliches Recht und Menschenrechte: Kritik an Vitus Huonder kommt auch von evangelischer Seite. Thomas Wipf, Präsident der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und Ex-Präsident des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, zeigt sich beunruhigt über die Äusserungen des Churer Bischofs, wonach den Menschenrechten immer das göttliche Recht vorausgehe. In einem Interview mit der «SonntagsZeitung» sagt Wipf: «Für den Einzelnen können die religiösen Werte im Vordergrund stehen, aber für eine Gesellschaft als Ganzes müssen die Menschenrechte gelten, die unantastbar und universell sind. Wenn es um die Menschenrechte geht, leben Bischof Vitus Huonder und ich auf unterschiedlichen Sternen.»[…]