Das Geld der Toten – kirchliche Friedhöfe


Neue Bestattungsformen liegen im Trend. Foto: HAn-Online
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Die Samtgemeinde Tostedt diskutiert über einen „Ruh-Wald“, in dem Verstorbene unter Bäumen bestattet werden können. Der Samtgemeinderat berät morgen über den Antrag von Thilo von Rogister, auf dem Gut seiner Familie in Bötersheim einen Bestattungswald einzurichten. Die Kirche sieht dies mit Sorge.

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Bestattungswälder werden immer beliebter. Es gibt sie in Buxtehude und Bispingen und bald auch in Jesteburg. Die sterblichen Überreste werden in kompostierbaren Urnen unter Bäumen beigesetzt. Nur ein Schild am Baum weist auf den Verstorbenen hin. Grabschmuck und Bepflanzungen sind nicht erlaubt.

Der Ausschuss für Umwelt, Bauen und Planung im Rat steht dem Projekt überwiegend positiv gegenüber. Bedenken kamen von der Verwaltung, die auf freie Kapazitäten der Friedhöfe Handeloh und Heidenau verweist und das Projekt im Landschaftsschutzgebiet für fragwürdig hält. Der Kirchenvorstand der Johannesgemeinde als Betreiber des Tostedter Friedhofs gibt zu bedenken, dass die Kirche schon jetzt nur 44 Prozent ihrer Friedhofskosten decken könne. Höhere Gebühren seien angesichts der Konkurrenz „durch große Hamburger Urnenfriedhöfe, See- und eben Waldbestattungen“ nicht durchsetzbar, teilt Klaus-Dieter Feindt vom Kirchenvorstand mit. „Wir sehen die ohnehin nur schwer erreichbare Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen durch die Planung und deren Umsetzungen in Bötersheim in hohem Maße gefährdet.“ Persönlich stehe er dem Bestattungswald aber positiv gegenüber, betonte Feindt – auch SPD-Ratsherr – im Ausschuss.

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2 Comments

  1. ja, das war doch lange Zeit so eine prima Wirtschaftsmasche. Jeder MUSSTE auf den Friedhof, (nicht wie in England, wo die urne privates Eigentum ist, und auch als solches behandelt wird) und das Monopol lag bei den Religionen.
    Nun bröckelt das Monopol ENDLICH, und was machen sie? Jammern über verlorene Einkommen…
    Noch deutlicher könnt ihr es kaum rüberbringen, also nur weiter so!
    An ihren Taten soll man sie erkennen.

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  2. „Wir sehen die ohnehin nur schwer erreichbare Wirtschaftlichkeit unserer Einrichtungen durch die Planung und deren Umsetzungen in Bötersheim in hohem Maße gefährdet.“

    Wie? Geldgeiles Gesindel?

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