US-Football: kurz niederknien und beten = „tebowing“


Tim Tebow betet Quelle: relevantmagazine.com

Die USA diskutieren über Gebete am Spielfeldrand
In den USA gibt es eine neue Wortschöpfung: tebowing. Das heißt: zwischendurch kurz niederknien und beten. Genau wie Football-Star Tim Tebow am Spielfeldrand. Evangelikale sind begeistert vom frommen Footballer, anderen geht er auf die Nerven.

Von Konrad Ege Evangelisch.de

Tim Tebow stellt seinen Glauben jeden Sonntag zur Schau. Dann nämlich, wenn der US-Football-Star mit seinen Denver Broncos aufläuft. Die Broncos gewinnen zurzeit ein Spiel nach dem anderen – vor allem dank Tebow. Nach besonders starken Spielzügen hält der Quarterback gerne inne. Ein Knie auf dem Rasen, den Kopf stark gebeugt. Tim Tebow betet. Seine Facebook-Seite ist voll von Bibelzitaten.

Tebow hat in den USA eine bemerkenswerte Diskussion angestoßen: Ist es in Ordnung, dass er seinen Glauben so demonstrativ zeigt? Tebow sei der „am meisten polarisierende Footballspieler“ der Nation, heißt es im Titel eines wohlwollenden Buches über den 24-Jährigen („The Tebow Mystique: The Faith and Fans of Football’s Most Polarizing Player“).

„Tebowing“ („bow“ bedeutet sich verbeugen) ist zu einer Redewendung geworden: Dabei unterbricht man seine Handlung, um kurz hinzuknieen. Der Fernsehsender Comedy Central hat eine Spott-Collage darüber zusammengestellt, wie es wäre, wenn Menschen im Alltagsleben dieser Praxis folgen würden.

Ein Lichtblick in der Sportwelt?
Manchen Football-Fans in den USA geht Tebow mit seinem demonstrativen Beten und Bibel-Zitieren auf die Nerven. Für viele ist der fromme Star der Denver Broncos aber ein Lichtblick. In der Welt des US-Profi-Football geht es sonst viel ums Geld, und Spieler geraten wegen unsportlichen Verhaltens auf dem Rasen und im Privatleben in die Schlagzeilen. Im Jahr 2010 wurden mehr als 50 Spieler der nationalen Football-Liga wegen Trunkenheit, Drogenkonsums oder Körperverletzung festgenommen.

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2 Comments

  1. nun Herr Argus: ich finde auch, wir sollten alle Formen von Bekreuzigungen ahnden. Wobei natürlich das Hinknien besonders bestrafen sollten, natürlich abhängig davon wielange es dauert und ob jemand ein Wiederholungstäter ist. Ich denke, man sollte auch darüber nachdenken, ob man nicht einen Wiederholungstäter zwingt, auf dem Shirt ein Symbol seines Fehlverhaltens, abhängig davon, welcher Religion er angehört, zu tragen. In Deutschland würde sich bei Juden zum Beispiel ein Stern anbieten. Das hat sich bewährt. Ich sehe Herr Argus, Sie denken politisch ähnlich wie ich . Echt freiheitlich eben.

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  2. Der liebe Gott – wenn es ihn denn gäbe – hätte verdammt viel zu tun, wenn er sich darum kümmern müßte, jedem betenden oder sich bekreuzigenden Sportler zum Sieg zu verhelfen. Mir jedenfalls sind Sportler, die sich vor Beginn eines Spieles oder Wettkampfes bekreuzigen oder gar beten ein Greuel. (Hinweis: Gräuel ist in der Schweiz die Bezeichnung für ein Grautier = ein Esel. Ich ignoriere daher in Teilen die nicht konsequent durchdachte Rechtschreibreform.)

    Religiotische Kulthandlungen und Verirrungen haben meines Erachtens im Sport nichts zu suchen.

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