Neuigkeiten aus dem religiösen Paralleluniversum


 

Quelle: bruedergemeinde.de

Zollitsch: Luther war doch ein Katholiban, daran sollte man sich erinnern
[…]Der Vorsitzende der katholischen Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, lädt die Katholiken ein, den Kirchenreformator Martin Luther (1483-1546) neu zu sehen. Das 500-jährige Jubiläum der Reformation 2017 biete auch für katholische Christen eine Gelegenheit, sich mit Luther zu beschäftigen und in ihm einen „zutiefst gläubigen Menschen zu entdecken“, sagte er dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Die von Luther nie gewollte Spaltung der Christen habe „zu viel Unglück in Deutschland geführt“, fügte der Freiburger Erzbischof hinzu. Der Papst habe bei seinem Deutschlandbesuch keinen Zweifel daran gelassen, „dass es Martin Luther mit seiner immensen geistigen Kraft um den Glauben an Jesus Christus, um einen Gott der Gnade, Barmherzigkeit und Liebe zu tun war“.[…]

Missbrauchsopfer verhöhnt und gedemütigt, typisch Katholiban!
[…]Was sich Helga Jontza im Leben an Würde zurück erkämpft hat – sie hat einen Beruf erlernt, ist Mutter von zwei Kindern und war bis vor fünf Jahren berufstätig – ist ihr in den vergangenen fünf Jahren Stück für Stück wieder geraubt worden. So lange schleppt sich das Verfahren um Opferentschädigung nun schon dahin. „Wir werden weiter verhöhnt und gedemütigt. Der Bischof hat sich zwar entschuldigt, mir aber gleich-zeitig eine Spendenaufforderung geschickt. Das war wie ein Schlag ins Gesicht“, erzählt Jontza. Ihre Odyssee begann 1961 im Bischöflichen Kinderheim Maberzell. Da war die Stadtallendorferin neun Jahre alt. Disziplin und Gehorsam, harte Arbeit, körperliche Züchtigung und seelische Grausamkeiten – Helga Jontza hat nichts vergessen. Nicht die Bestrafungen mit dem Kleiderbügel im Refektorium, das schmale Essen, Kinder, die sich einnässten und in der nassen Wäsche schlafen mussten, die Medikamente, die man ihnen zur Ruhigstellung verabreichte. Vieles ist dokumentiert in den so genannten „Entwicklungsberichten“. Sie füllen, obwohl noch lückenhaft, schon einen dicken Ordner.Bis 1966 war Helga Jontza in Maberzell untergebracht, nach und nach wurden die Geschwister getrennt. Ihre Brüder starben später an den Folgen der psychischen und physischen Gewalt. „Viele Kinder wurden im Heim zusehends aggressiv, woraufhin man sie mit Fesseln fixierte“[…]

EKD-Schneider hält am Sklavenhaltertum fest
[…]Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat für ein Festhalten am kircheneigenen Arbeits- und Tarifrecht des „Dritten Weges“ plädiert. Es sei nicht Sache eines Arbeitsgerichts, den Verkündigungsauftrag der Kirche zu definieren, sagte Schneider dem Deutschlandsfunks am Sonntag. Zwar schließe der „Dritte Weg“ Arbeitskampfmaßnahmen wie Streiks aus, doch gebe es stattdessen verbindliche Schlichtungsverfahren. Nach dem sogenannten Dritten Weg werden die Entgelte von Arbeitnehmern und Arbeitgebern in paritätisch besetzten Kommissionen ausgehandelt. Sowohl Streits als auch Aussperrungen sind nicht erlaubt. Vorwürfen, einige diakonische Einrichtungen hätten sich mittels Lohndumping und Outsourcing Wettbewerbsvorteile verschafft, entgegnete Schneider, es gebe zwar „schwarze Schafe“, doch deren Verhalten sei unseriös und dürfe nicht geduldet werde, da es nicht dem Verständnis der kirchlichen Dienstgemeinschaft entspreche. Zugleich erinnerte der Präses daran, dass die Politik die diakonischen Unternehmen bewusst in den Wettbewerb hineingestellt habe. Es sei deshalb nachvollziehbar, wenn die Einrichtungen – allerdings an Tarifen orientiert – eine Wettbewerbsgleichheit anstrebten.[…]

Ratze im Gefängnis, da wo er hingehört
[…]Gianni ist ein Häftling im römischen Gefängnis Rebibbia, Abteilung „G8“. Er gehörte zu den „Erwählten“, die Benedikt XVI. bei seinem Besuch in der Justizvollzugsanstalt am vierten Adventssonntag eine Frage stellen durften. Weshalb er einsitzt, ist nicht bekanntgegeben worden. Wie er mit seinem Gott ins Reine kommen kann, das interessierte den jungen Mann: „Heiligkeit, man lehrte mich, dass der Herr in uns sieht und liest. Ich frage mich: warum ist die Absolution an die Priester delegiert worden? Wenn ich um sie auf Knien bitten würde, allein, in einem Zimmer, und mich an den Herrn wenden würde, würde er mich lossprechen? Oder wäre das eine Absolution, die einen anderen Wert hätte? Was wäre der Unterschied?“

Und Benedikt XVI. antwortete in freier Rede. In Zeiten der „Krise des Bußsakraments“ eine wichtige Frage. Der Papst nahm sie sehr ernst: … Doch da ist ein zweites Element. Die Sünde ist keine rein ‚persönliche‘, individuelle Angelegenheit zwischen mir und Gott. Die Sünde hat immer auch eine soziale, horizontale Dimension. Mit meiner persönlichen Sünde – selbst wenn es niemand weiß – habe ich auch die Gemeinschaft der Kirche beschädigt, die Gemeinschaft der Kirche beschmutzt, die Menschheit beschmutzt. Und deshalb macht es diese soziale, horizontale Dimension der Sünde erforderlich, auch auf der Ebene der menschlichen Gemeinschaft, der Gemeinschaft der Kirche die Absolution zu erlangen, gleichsam leiblich. Diese zweite Dimension der Sünde, die nicht nur gegen Gott ist, sondern auch die Gemeinschaft betrifft, macht das Sakrament erforderlich, das das große Geschenk ist, in dem ich mich in der Beichte von dieser Sache befreien und wirklich die Vergebung im Sinn einer vollen Wiederzulassung zur Gemeinschaft der lebendigen Kirche, zum Leib Christi empfangen kann. Und so ist in diesem Sinn die seitens eines Priesters notwendige Absolution, das Sakrament, nichts Auferlegtes, was die Güte Gottes begrenzen würde, sondern im Gegenteil ein Ausdruck der Güte Gottes, da sie mir zeigt, dass ich auch konkret, in der Gemeinschaft der Kirche, die Vergebung empfangen habe und wieder neu anfangen kann.“ So sei es notwendig, immer diese beiden Dimensionen – die vertikale mit Gott und die horizontale mit der Gemeinschaft der Kirche und der Menschheit – gegenwärtig zu halten: „Die Absolution durch den Priester, die sakramentale Absolution, ist notwendig, um mich wirklich von jenem Band des Bösen loszulösen und mich wieder in den Willen Gottes zu integrieren, in der Optik Gottes, auf vollständige Weise in die Kirche, und mir so die auch gleichsam leibliche, sakramentale Gewissheit zu geben: Gott vergibt mir, er nimmt mich in die Gemeinschaft seiner Kinder auf“.[…]

Ratze hat die Protestanten doch beleidigt!
[…]Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Nikolaus Schneider, hat die Aussagen von Papst Benedikt XVI. bei seinem Deutschlandbesuch zu Kirche und Ökumene nachträglich erneut kritisiert. Der Papst habe den EKD-Vertretern im September in Erfurt erklärt, über den Glauben werde nicht verhandelt und ökumenische Gastgeschenke gebe es nicht, sagte Schneider in einem Interview der „Berliner Zeitung“ und der „Frankfurter Rundschau“ (Montagsausgaben). „Ich fand beides unfreundlich, unpassend und völlig an uns Protestanten vorbei gesprochen.“ Schneider fügte hinzu: „Denn wir wollen ja gar nicht verhandeln, wir brauchen auch keine Gastgeschenke.“ Für die Protestanten gibt es nach seinen Worten im Verhältnis zum Vatikan zugleich die Umarmung und die Ohrfeige. Schneider: „Ich für meinen Teil werde aber nicht sagen: Die Umarmung will ich nicht, solange du mich ohrfeigst. Sondern ich sage: Die Umarmung erlaubt es mir, auf dich zuzugehen. Und die Ohrfeigen will ich nicht – darüber müssen wir reden.“[…]

Bravo: USA: Schulstrafe nach ‚Tebowing‘
[…] Vier New Yorker Schüler wurden für je einen Tag vom Unterricht suspendiert, nachdem sie in einer Gruppe von 40 Schülern in einem Schulflur zum sogenannten „Tebowing“ niedergekniet waren. Das Tebowing ist eine Gebetsgeste, die auf den evangelischen Footballstar Tim Tebow zurückgeht und sich derzeit rasant verbreitet. Darüber berichtete „Riverhead News-Review“. Die Schulleitung der Riverhead High School auf Long Island begründete ihre Entscheidung damit, dass der Durchgang für andere Schüler blockiert gewesen sei und deshalb Schüler nicht pünktlich zur nächsten Unterrichtsstunde hätten erscheinen können. Außerdem hätten die beiden Schüler die Anweisungen, die sie nach früherem Tebowing von der Schule erhalten hatten, nicht befolgt[…]

Emnid-Umfrage: Glaube der Deutschen
[…]Fast zwei Drittel der Deutschen (63 Prozent) glauben an Gott. Die meisten Bürger sind auch der Überzeugung, dass Jesus Christus Gottes Sohn ist (59 Prozent). Das ergab eine Emnid-Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins „Focus“ (München). Nach dem am 18. Dezember veröffentlichten Ergebnis ist fast jeder zweite Befragte der Ansicht, dass es ein Leben nach dem Tod gibt (48 Prozent). An ein Jüngstes Gericht glauben 29 Prozent. Nach Parteipräferenzen aufgeteilt ist der Anteil der Gott-Gläubigen bei den Anhängern der CDU/CSU am stärksten (74 Prozent). Aber auch bei Bündnis 90/Die Grünen (61 Prozent), SPD (58 Prozent) und FDP (54 Prozent) sind die meisten gläubig, bei der Partei „Die Linke“ immerhin 39 Prozent. Der Umfrage zufolge ist aber das Interesse der Deutschen gering, in Gottes Wort zu lesen. Die Hälfte schlägt nie die Bibel auf und ein Drittel tut das eher selten. Jeder Sechste nimmt das Buch der Bücher regelmäßig zur Hand. Fünf Prozent studieren die Bibel häufig. Nach der Umfrage danken immer weniger Deutsche Gott für die Mahlzeiten. Nur sechs Prozent praktizieren das Tischgebet täglich. 1965 waren es laut dem Allensbacher Jahrbuch der Demoskopie noch 29 Prozent. Nach der Emnid-Umfrage will an Weihnachten fast die Hälfte aller Deutschen den Gottesdienst besuchen (46 Prozent). Bei den über 65-Jährigen ist es sogar über die Hälfte (52 Prozent). Der Anteil derer, die dem Weihnachtsgottesdienst fernbleiben, ist bei den 30- bis 39-Jährigen am höchsten (62 Prozent).[…]

Religiot Premierminister David Cameron
[…]„Wir sind ein christliches Land und wir sollten keine Angst haben, dies zu sagen.“ Dies äußerte der britische Premierminister David Cameron vor wenigen Tagen bei einer Rede in Oxford anlässlich des 400. Jahrestages der Drucklegung der King-James-Bibel. Darüber berichtete die BBC. Die Bibel habe geholfen, seinem Land „einen Regel- und Moralkatalog zu geben, welcher Großbritannien zu dem macht, was es heute ist“. Cameron erläuterte weiter: „Lassen Sie mich deutlich sein: Damit sage ich keineswegs, dass es irgendwie falsch wäre, einen anderen Glauben oder keinen Glauben zu haben“. Er wisse und er respektiere es voll, „dass viele Menschen in diesem Land keine Religion haben“. Auch sei er „unglaublich stolz darauf, dass Großbritannien ein Zuhause für so viele verschiedene Glaubensgemeinschaften ist, welche so viel dazu beitragen, unser Land stärker zu machen“. Cameron stellte fest, „dass es für Menschen leichter ist“, andere religiöse Überzeugungen zu praktizieren, „wenn Großbritannien Vertrauen in seine eigene christliche Identität hat“. „Viele Leute sagen mir, es sei viel leichter, hier in Großbritannien Jude oder Muslim zu sein als in einem säkularen Land wie Frankreich“. Denn „die Toleranz, welche das Christentum unserer Gesellschaft abverlangt, stellt auch anderen religiösen Überzeugungen größeren Freiraum zur Verfügung“. Außerdem wies er darauf hin, dass viele Werte eines christlichen Landes von Menschen aller Glaubensrichtungen geteilt würden, sogar von Menschen, die keiner Religion angehörten. Der britische Premier beschrieb sich selbst als dem Christentum „verpflichtet“, aber nur „wenig praktizierend“. Über große theologische Streitfragen sei er, so gab er zu, „voller Zweifel“.[…]